Dienstag, 26. Dezember 2017

Katz' Du gefällst mir nicht!



Als ich gegen 8 Uhr mit dem Frühstücks-Schälchen zu Allegra 
in die 'Kleiderkammer' kam, gefiel sie mir überhaupt nicht: 
Unter ihrem linken Auge hatte sich schon wieder ein braun-
verkrusterer Klumpen gebildet. Schwerfällig richtete sie sich 
von ihrem Plüschkissen auf, aus den Wasserschälchen hatte sie 
für ihre Verhältnisse ungewöhnlich wenig getrunken, und 
außerhalb des Großraum-Klos befanden sich wieder einmal 
2 Pfützen unserer zeitweiligen Stehpinklerin … 

Das angebotene Futter gefiel ihr so gar nicht. Auch die 
verschiedenen Trockenfutter-Bonbons sowie ein weicher 
Cat-Yums-Snack oder einige Käserollis konnten sie so gar 
nicht verlocken. Und mit ihrem widerwillig gesäuberten 
Matschauge, das danach gleich noch mehr tränte, verzog 
sie sich vom 'Futterplatz' dann lieber auf das Kissen mit 

Es gibt so manchen Tag, wo ich schon genau hinschauen muss, 
ob unsere heute genau 16 1/2 Jahre alte graue Diabetikerin 
noch atmet. Und wahrscheinlich ist es auch die immer weiter 
fortschreitende Erblindung, die ihr bisweilen sehr zu schaffen 
macht. Denn ich kann mich noch gut daran erinnern, dass 
meine Großmutter nach einer gut verlaufenen Star-Operation 
durch eine anschließend auftretende Herpes-Infektion im Auge 
bald darauf einseitig erblindete. Doch mit dem anderen 
Star-geschädigten Auge konnte sie je nach Tagesform und 
Lichteinfall mal mehr oder weniger schemenhaft ihre Umgebung 
trotzdem noch wahrnehmen. Daher lassen wir für Allegra 
inzwischen das Licht in den dunkleren Räumen und im Keller 
auch 24 Stunden am Tag an, um ihr eine bessere Orientierungs-
möglichkeit zu bieten, und um sie zu etwas mehr Bewegung 
im Haus zu motivieren. Denn weder die beiden Einfahrten,
 noch den Garten mag sie in letzter Zeit besuchen. Allerdings 
lag das auch an dem so gar nicht pfötchenfreundlichen 
feuchten-kaltem und meist sehr windigen Wetter.

Wahrscheinlich stimmte mich dieser Morgen in Bezug auf Allegra 
so nachdenklich, da ich heute genau vor einem Jahr nach einer 
scheinbar erfolgreichen Behandlung der kranken kleinen Maus 
zum ersten Mal im Katzenklo Blut im Durchfall-Stuhl entdeckte. 
Und das war der Anfang vom baldigen Ende ...

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Mittwoch 27. Dezember 2017:
Aber nur 10 Minuten später machte mir Allegra ein ganz 
besonderes Geschenk. Ob sie meine Gedanken gelesen hatte?


Kommentare:

Miuh hat gesagt…

Ach ja... ob jung oder alt - aber je älter desto öfter machen sie uns kleine Sorgen, man macht sich Gedanken über jedes Hüstchen und schlapp sein. Liebe halt! Schön, dass es ihr später besser ging und sie auf Entdeckungstour gehen mochte!
Auch unsere "Wildsau" war in den vergangenen Tagen nicht ganz fit, macht aber jetzt zum Glück wieder einen guten Eindruck. Liebe Grüsse und alle Pfötchen gedrückt, Miuh

Doro hat gesagt…

Irgendwie haben sie doch 7 Leben, unsere Tiere....Allegra geht es bestens bei Euch,sie ist halt alt,liebt es aber ,bei Euch zu sein!
Yellow wurde heute morgen kastriert...er springt schon wieder rum,obwohl er sich noch sehr! putzen muss...
Schöne Grüße,aus „ zwischen den Jahren“ ,sagt Doro

SchneiderHein hat gesagt…

@ Miuh
Ja, auch Jungtiere können reichlich Kummer machen. Das kennst Du ja mit Deiner 'Wildsau' zur Genüge! Und die Zeit bei uns mit Giardien & Kokzidien, die zu wochenlangem Dauer-Durchfall führten und uns echt Angst machten, da Finja bisweilen schon ziemlich schlapp war und auch häufiger Blut im Stuhl zu sehen war, da kamen schon oft Gedanken wie lange das noch gut gehen kann. Auch jetzt haben Feala und Finja noch häufiger extreme Verdauungsprobleme, so dass wir langsam befürchten müssen, das eine chronische Darmentzündung daraus entsteht. Nur die selbstgekochte Schonkost verweigern sie inzwischen. Und auf Dauer wäre so eine Ernährung auch zu einseitig. Schon jetzt finde ich es grenzwertig. Fealas Fell ist dementstrechend auch längst nicht so weich und seidig wie das von Flo & Finja. Da zeigt sich schon, dass estwas mit der Ernährung nicht stimmt. Aber glücklicherweise ist sie noch immer ein Powerpaket, dass sowohl Fio als auch Finja schafft und danach mit uns spielen will. Ich glaube bei Kindern würde man das als hyperaktiv bezeichnen ;-)

Nein, bei Allegra ist die Sorge berechtigt, und ich stelle mich darauf ein, dass sie uns im nächsten Jahr verlassen könnte. Allerdings waren wir schon vor 7 1/2 Jahren davon ausgegangen - als es im Mai 2010 die Diabetes-Diagnose gab und wir 1 Jahr brauchten, bis wir einen nicht typischen Behandlungsweg für sie fanden - dass sie vor der Maus sterben würde. Und nun hat sie bereits älter als die Maus und Herrn Katze geworden sind …

Lag es bei Euerem schwarzen Chef daran, dass Ihr on Tour wart? Ich schaue nachher mal bei Dir vorbei ob da was steht ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Doro
Schön, wenn das gelbe Tier schon wieder so schnell fit war. Und der blöde Geruch verfliegt! Hoffentlich haben ihn die Mädelz deswegen nicht gemoppt!

Flo war ja nur heilfroh, als die Mädchen wieder zurück waren. So allein mit uns und Allegra das kam ihr auch bei nur 3 1/2 Stunden nicht geheuer vor. Auch wenn wir in der Zeit das Bett angezogen hatte und den Fußboden wischten, was eigentlich genug Spielspaß bringt …

Aber bei Allegra sind doch schon so einige Leben verbraucht. Doch wir machen das Beste draus solange sie mag!

Meriseimorion Mosaike hat gesagt…

Liebe Silke,
ach wie schön, dass es eine erfreuliche Fortsetzung der Geschichte gibt.
Wenn sie wieder im Garten spazieren gehen mag, ist es doch bestimmt ein gutes Zeichen.
Ich wünsche deiner hübschen Katzendame auf jeden Fall gute Besserung und alles Gute.
Viele Streicheleinheiten von mir
und liebe Grüße!
Kerstin

SchneiderHein hat gesagt…

@ Kerstin
Na ja, gestern saß sie mal wieder nur kurz im geöffneten Fenster, obwohl ich das Wetter gar nicht so schlecht fand und kurz mal draußen etwas am Haus geräumt hatte.
Aber zumindest ist sie wieder etwas bewegungsfreudiger. Natürlich kann es auch sein, dass das jetzt - ähnlich wie bei der Maus, Verabschiedungsrunden sind. Denn bei der Maus lernte ich erst ganz am Ende ihr großes Revier kennen, als sie Mühe hatte da anzukommen, wo sie nochmals hinwollte, und ich ihr dann sicherheitshalber folgte. Dabei lerne ich dann sogar noch einen Teich in der Nachbarschaft kennen, an dem sie wohl öfters - trotz 2 dort wohnender Kater, gern am Ufer gesessen hatte. Auch Kater Mang - 'MauMau' - hatte in seinen letzen Tagen ganz ungewöhnliche Anwandlungen nochmals sein Revier zu durchstreifen. Und mein erster Kater Bibi umrundete an seinem letzten Tag nochmals in Etappen mit reichlich Verschnaufpausen sein Haus …
Aber selbst wenn es bei Allegra jetzt auch bald so weit sein sollte, dann bin ich froh über jeden Augenblick, den sie noch genießt. Und sowohl der Hof - als auch der anschließende kurze Gartenspaziergang waren zwar von einer gewissen Vorsicht und Unsicherheit geprägt, aber man sah ihr auch eine gewisse Neugier an.

Sara von Buelsdorf hat gesagt…

Wie bei Kitty. Wir waren auch erst kürzlich beim Tierarzt, der alten Dame wieder aufhelfen mit ein paar Injektionen. Sie ist ja ungefähr im selben Alter.
Maja wurde auch blind. Das war schon traurig. Kitty kann aber noch gut sehen.
Ach, es ist schon traurig ... ich denke immer noch dran, wie ich Deine Blogs entdeckte und die Katzen noch vital waren ...

Sara von Buelsdorf hat gesagt…

Und was Du da an Kerstin schreibst ... das kenne ich auch von "unserer" Minka ... als sie an einem Tumor starb, hat sie meine Mutter vorher auch noch an jeden Ort der Wohnung geführt, der ihr lieb und wichtig war. Erst danach starb sie. Ganz eigentümlich! Sie schaute meine Mutter dabei auf eine unbeschreibliche Weise an ... als wollte sie ihr etwas zu verstehen geben ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Das ist aber auch Leben. Alter ist eben nix für Feiglinge und Weicheier. Je mehr ich mit alten Katzen zu tun habe, habe ich das Gefühl, dass sie sich viel besser mit den verändernden Umständen arrangieren können als alternde Menschen.
Wohl auch, da uns die Werbung suggeriert wir müssten bis ins hohe Alter fit & vital sein. Klar gibt es solche menschlichen Exemplare. Aber inzwischen machen sich durch Job und andere stressbedingte Faktoren bei uns im Freundeskreis und auch schon bei den jüngeren Generationen so viele gesundheitliche Probleme breit, da wird das mit der Vitalität im hohen Alter spannend.
Und bei Tieren erwarten wir insgeheim ja doch, dass sie einfach lange jung bleiben. In unserer Gesellschaft ist altern und gebrechlich sein immer noch schwer zu ertragen. Daher wird ein altes krankes Tier auch gern bemitleidet - wirkt erbärmlich. Ganz besonders dann, wenn man einen 8-Stundentag hat und sein Tier daher nicht den ganzen Tag beobachten kann - wo es dann vielleicht doch noch Lebensqualität fürs Tier gibt. Denn sich den Pelz von der Sonne wärmen lassen ist auch so eine Form von Lebensqualität, die schön und wichtig sein kann. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass meine Großmutter im Rollstuhl im Garten saß und sich über die wärmende Frühlingsonne im Rücken freute. Die Lebensfreuden werden vielleicht im Alter kleiner - und für Leute, die sich ständig unter Stress durch den Tag kämpfen müssen - auch unscheinbar.

Tja, wenn man Katzen genug Zeit und Raum geben kann, dann kann das wirklich eine ganz besondere Beziehung bis zum letzten Tag sein ...