Dienstag, 26. Dezember 2017

Das schönste Geschenk - Teil 8


Einen Moment lang zögerte unsere alte Dame noch, 
doch dann sprang sie tatsächlich von der Fensterbank  
ganz vorsichtig in den Garten:

Es war wohl wirklich eine Mischung aus Gartenneugier ...

und einer gewissen Furcht. Denn Cäsar könnte ja gleich 
hinter dem Teich oder am Hochwald erscheinen, um dann 
geradewegs über den Steg zum Haus zu marschieren. 
Jedenfalls war das in Allegras besseren Gartenzeiten recht
häufig der Fall gewesen. Und so wurde zunächst das Steinfeld 
entlang der vorderen Kante ausgiebig beschnuppert und 
sicherheitshalber dabei der Steg genau im Auge behalten.

Eigentlich war ich mir ziemlich sicher, dass sie nun sogleich 
versuchen würde wieder durch die Treppenhaustür ins Haus 
zu gelangen … 

Doch ihr Weg führte mit einem leicht unbeholfenen Sprung 
über das inzwischen ziemlich große Loch im morschen Podest 
zur vorderen Stegkante. Dann wieder das so typische Kontroll-
schnuppern, und mit einem Hops stand sie auf dem Stegblech.

Ein kurzer Blick hinter dem Farn zum schmalen Weg 
zwischen Steinfeld und Teich und dann schnurstracks 
weiter auf dem Catwalk.

Früher war der Taxus am Steg immer eine wichtige Infosäule 
für alle Freigänger-Katzen in unserem Garten. Ob Allegra 
nun dort nur noch schnupperte oder auch ein Zeichen setzte, 
darauf habe ich leider nicht geachtet.

Jedenfalls schienen sie die Duftmarkierungen anderer Katzen 
nicht sonderlich zu beunruhigen. Denn die wilde Wiese mit 
der Tischgruppe erregte ihre Aufmerksamkeit. Fast schien es 
als ob sie gleich mit wenigen Sprüngen die Fläche durchqueren 
würde, um unter dem Tisch nach den Mäuschen zu schauen. 
Doch sie blieb lieber noch etwas auf ihrem Beobachtungsposten.

Leider ist das das letzte Foto von Allegras Garteninspektion. 
Denn nachdem mich auf dem Nord-Hof zunächst der leere Akku 
am Fotografieren hinderte, war es dann der volle Fotochip.
Wie lange es nun dauerte, bis es Allegra auf dem Steg zu kalt 
wurde oder das Treiben unter dem Gartentisch zu uninteressant 
für sie war, kann ich daher nicht mehr nachvollziehen. Ihr Weg 
führte sie danach jedoch geradewegs zum Haus vor die für sie
'plötzlich' verschlossene Treppenhaustür. Und dahinter wartete 
eine verdutzte Flo. Das war für Allegra nun natürlich kein so 
gelungener Abschluß ihres Gartenspaziergangs. Und in dem 
Moment hätte ich mir gewünscht, dass die 3 Mädchen in ihrem 
Kinderzimmer eingesperrt, und die Tür zum Garten jetzt weit 
für Allegra geöffnet wäre. Daher nahm ich die nun leicht 
verwirrte Katze schnell auf den Arm, und trug sie durch das 
noch geöffnete Kleiderkammer-Fenster zurück in ihren Raum. 

Auf dem Kissen wurde ihr dann sogleich ein Snack serviert, 
und plötzlich schmeckte ihr auch das Feuchtfutter, von dem 
fast angeekelt abgewendet hatte. Und danach schlief sie 
entspannt unter ihren wärmenden 75 Watt Glühlampe ein.

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Sonntag, 31. Dezember 2017:
Die letzten Tage verliefen für Allegra recht gut. Zwar war sie 
nicht sonderlich bewegungsfreudig, aber Streicheleinheiten 
und Aufmerksamkeit forderte teilweise sogar durch Maunzen ein.
Wenn nun das Wetter zeitweilig mitspielen würde, dann könnten 
wir sie vielleicht bald mal wieder dazu bewegen unter Aufsicht 
vor die Tür oder durchs Fenster zu gehen.


Ohne Aufsicht kann Katze Mütze vom Blog 'Miesi' jetzt 
wohl leider auch nicht mehr spazieren gehen. Ihr macht 
inzwischen die Demenz zu schaffen. Nach ihrem letzten 
Verschwinden wurde sie glücklicherweise nach einer sehr 
unruhigen Nacht gegen Mittag im Nachbargarten gefunden, 
und zunächst mal in die geriatrische Reha verfrachtet  


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