Montag, 24. April 2017

getrennt leben ...


In der freien Zeit, die Wolfgang nicht im Büro oder 
mit einem seiner vielen Hobbies verbringt, muss er sich 
nun oftmals entscheiden, ob er die Zeit lieber mit mir 
oder mit seiner Allegra zusammen sein will. Denn unsere 
Madame wohnt jetzt fast nur noch in der Kleiderkammer 
auf ihrem Plüschkissen. Streicheln und fotografieren lässt 
sie sich zwar immer noch gern. Aber am Liebsten jetzt 
zwischen dem DekoGerümpel und all' den Verpackungen, 
die sie dort auf dem Sideboard umgeben. So verbringt 
Wolfgang inzwischen einen Teil des Tages auf dem Stuhl 
sitzend neben seiner grauen Dame in der Kleiderkammer.


Und ich bleibe außen vor 

Foto: S.Schneider


Nachtrag, Sonntagmorgen 3. September 2017:
Während Allegra nun gesättigt wieder auf ihrem Plüschkissen 
unter der 75 Watt Glühlampe auf dem Sideboard in unserer 
früheren Kleiderkammer schläft. Liegen wir mit den inzwischen
schon 13 Wochen und 5 Tage alten Russenmädchen Flo & Finja
 im Bett. Die etwas dunklere Flo liegt im linken Arm vor dem Laptop, 
während Finja die Wärme der Glühlampe neben meinem Kopfkissen 
zu schätzen weiß. Wir haben nämlich ständig das Küchenfenster 
weit geöffnet, so dass es nachts und vor allem morgens zeitweilig
schon empfindlich kühl geworden ist. Doch da die beiden Mädchen 
am 1. Juni 2017 geboren sind, sind sie hoffentlich etwas kälte-
unempfindlicher als die 1 kg-Maus Mitte im November 2001. Die 
setzte sich nämlich mit ihren 12 Wochen gleich nach der Ankunft 
unter die damals noch 100 Watt starke wärmende Glühlampe, 
obwohl die Heizung schon lange lief 

Seit dem Tod der Maus am 30. März 2017 ist viel geschehen. 
Trauer, Einsamkeit, Annährung und die vielen Überlegungen ob 
und wenn wie die Vergesellschaftung einer oder zwei Katzen 
mit Allegra unter unseren beengten Wohnverhältnissen machbar 
wäre. Denn eigentlich sollte sie nach dem Mausetod doch einen 
ruhigen Lebensabend als gut betüddelte Einzelkatze führen! 
Eine kleine Zusammenfassung einiger Ereignisse sind hier in 
meinen Kommentaren unter dem Post nachzulesen.

Auf diesem Blog bleibt es zunächst noch einige Zeit still. 
Denn ich möchte Maus in der Vergangenheit zu Lebzeiten 
und auch unter dem Label 'in liebevoller Erinnerung' 
noch Raum geben. 

Auch Allegra hat sich schon vor dem Tod der Maus so sehr 
durch ihr Alter bzw. ihre Diabetes-Erkrankung verändert, 
dass es einiges über sie zu berichten gibt.

Und Cäsar - der schwarze Nachbarskater, hat in den letzten 
Monaten unser Leben ebenfalls immer mehr beeinflußt. 
Auch wenn er sich seit den Sommermonaten kaum noch 
hinten im Garten zeigte, sondern uns jetzt auf der Straße 
oder an der Haustür abfängt, um sich Streicheleinheiten 
oder ein Snack-Würstchen abzuholen.

Seit einigen Tagen macht uns nun auch die 'Straßenkatze'
Mau-Mau Sorgen. Sie hat zwar ein Zuhause. Aber entweder 
kommt sie dort wegen der 2 anderen Katzen nun zu kurz, 
oder sie wird mit ihren 15 Jahren und ihrer Nierenerkrankung 
immer wunderlicher. Jedenfalls zieht sie es inzwischen vor 
bei unseren südlichen Nachbarn auf dem Rasen im Vorgarten 
zu kampieren und in der Rabatte ihr Katzenklo einzurichten, 
uns auf dem Hof oder sogar auf der Außenfensterbank des 
Katzenfensters mehrmals täglich um Futter anzubetteln und 
sich im Vorgarten der Nachbarin schräg gegenüber die immer
noch notwendigen Streicheleinheiten abzuholen. Ihre Tage 
sind leider ziemlich angezählt. Und soweit möglich versucht 
die Nachbarschaft der früher so niedlichen, zutraulichen und 
immer nach Aufmerksamkeit haschenden schwarzen Katze 
mit den weißen Pfötchen & weißem Latz nun noch einen 
einigermaßen erträglichen Lebensabend zu ermöglichen. 
Doch vielleicht zieht sie es in den jetzt kälter werdenden 
Tagen ja nicht mehr so sehr nach draußen. Denn in letzter 
Zeit saß sie sogar im Regen vor unseren Hof-Fenstern 
oder unter einem der parkenden Autos, so dass ich ihr 
schnell einen Unterstand aus einem Pappkarton mit 
eingelegtem Kissen und ein Wasserschälchen auf den Hof 
brachte. Doch seit gestern mag sie nun kaum noch fressen 
und kommt auch seltener vorbei 

Bleibt noch zu erwähnen, dass wir am 6. August 2017 
in Allegras Fell feststellen mussten, dass es bei uns im Haus 
ein Floh-Problem gibt: Wir hatten nach dem Starkregen 
Ende Juli plötzlich eine junge Ratte im Haus. Die wurde 
wahrscheinlich von Allegras Futterbar im 'Schiffskeller' durch 
die geöffnete Gartentür ins Haus gelockt. Und als die Ratte 
und ich uns plötzlich im Flur gegenüber standen, flüchtete 
das scheue Tier blitzschnell die Treppe hinunter in den Keller. 
Nach einigen wilden Fangversuchen ist sie in einem der Keller-
räume wahrscheinlich an einem Schock gestorben. Wie lange 
sich das Tierchen jedoch schon im Haus aufgehalten hatte, 
ist unklar. Aber sie hat uns wahrscheinlich die ungebetenen 
Gäste mitgebracht.

Einen Teil der Ereignisse möchte ich hier daher noch möglichst 
chronologisch posten, bevor Flo & Finja in Erscheinung treten. 
Aber ihren Platz auf der Sidebar haben sie schon unter den Bildern 
der kleinen Maus und Allegra eingenommen, und auf unserem 
Nebenblog sind sie nun endlich mit einigen Fotos vertreten 


Madame Plüsch



Hier liegt sie nun, unsere schöne Katz' Allegra. 
Lang ausgestreckt und recht glücklich, auf ihrem 
grauen Plüschkissen unter der wärmenden 75 Watt 
Glühlampe auf dem Sideboard in der noch immer 
mit reichlich Dekokartons & erzgebirgischen Figuren 
vollgestellten Kleiderkammer 

Inzwischen verbringt sie wohl mindestens 23 Stunden 
des Tages dort. Und wenn wir Kuscheleinheiten benötigen, 
müssen wir sie dort besuchen. Die Zeiten, als sie noch 
ganz selbstverständlich morgens im Bett auf Wolfgang 
thronte und auf seinen Beinen den Ausblick in den Garten 
genoß, sind leider vorbei. Ebenso schlief sie zum letzten
 Mal an diesem Tag im Gartenfenster. Und auch in der 
Küchenfensterbank sitzt sie seit einigen Wochen meist nur 
noch kurz für eine Zwischenmahlzeit. Vorbei die Zeiten, 
als sie noch im Schrank hinter dem Bett im Versteck 
auf ihrem Plüschkissen schlief, oder als sie ganz selbst-
verständlich in meinem Arm liegend beim Online-Banking 
oder Rechnungen schreiben auf dem Küchentisch dabei 
sein wollte. Einige Minuten hält sie es machmal noch 
hinter der Gardine im Katzenfenster aus, aber schon bald 
verschwindet sie wieder in der Kleiderkammer. Und 
bisweilen ist sie wahrscheinlich so verwirrt - oder eventuell 
auch schon zu blind, so dass sie wohl eigentlich gern 
wieder auf ihrem Kissen liegen würde, aber erst auf ihren 
Treppen-Stuhl und dann auf das Sideboard springt, wenn 
wir mehrmals mit der Hand auf den Stuhl und dann 
auf das Sideboard klopfen.

Leider können wir nun auch die Tür zum Garten tagsüber 
nicht mehr einfach für sie geöffnet lassen, da uns Cäsar, 
der Nachbarskater sonst mehrmals täglich einen Besuch 
abstatten würde. Er kennt sich inzwischen schon so gut 
im Haus aus, dass er morgens häufiger schon vor unserem 
Bett stand und schon längst herausgefunden hat, wo sich 
die Futterbar befindet. Auch Allegras früheren Lieblingsplatz 
im Küchenfenster hatte er schon mehrmals besetzt. Und 
seitdem Allegra ihn Anfang März nachts irgendwann im Haus 
gestellt hatte und sich bei dem Kampf mit ihm so verletzte, 
dass sie am nächsten Tag wegen einer abgebrochen Kralle 
zum Tierarzt musste, ist das Verhältnis seitens unserer 
Hausdame leider ziemlich gestört. Cäsar hingegen würde 
trotzdem noch immer gern seinen Zweitwohnsitz bei uns 
einrichten. Zumindest an den Tagen, wenn in seinem 
Zuhause ein Pflegehund wohnt. Und das Gartenrevier 
der kleinen Maus hat er ja ohnehin schon seit einiger Zeit 
übernommen. So erscheint das schwarze Schmusetier nun 
also mehrmals am Tag im Garten und sitzt seit dem Tod 
der Maus mittags vor der Gartentür um sich sein tägliches 

Uns ist über Ostern nun wirklich klar geworden, dass durch 
den Verlust der kleinen Maus jetzt viel in unserem Leben 
fehlt, das Allegra nicht mehr befriedigen kann oder will. 
Und eigentlich wollen wir nun doch nicht mehr so vernünftig 
sein, Allegra erst in Ruhe sterben zu lassen, dann das Haus 
zu sanieren, um irgendwann in den nächsten Jahren bereit 
für zwei neue Katzen zu sein. Außerdem sind wir inzwischen 
der Meinung, dass die allmählich tüddelig werdende oder 
gar erblindende Allegra wieder einen kätzischen Gefährten 
zur Orientierung braucht. Auch wenn Maus & Allegra sich 
in den letzten Jahren meist aus dem Weg gegangen sind. 
Aber wahrscheinlich lag das auch eher an der Maus, die 
durch ihre Krankheit bisweilen unleidlich wurde ...

Vielleicht war es Schicksalsfügung, dass ich am Dienstag 
nach Ostern zu gar nichts Lust hatte und im www zunächst 
in Tierheimen und bei der Katzenhilfe nach 'gebrauchten' 
Katzen suchte. Aber dort wurde ich nicht fündig und 
stöberte dann weiter bei verschiedenen Internet-Haustier-
Kleinanzeigen. Dort begegnete mir ein 6 1/2 Monate altes 
graues Geschwisterpaar, das aus privaten Gründen ein 
neues liebevolles Zuhause sucht. Eigentlich sollte es ja 
nur eine ältere Katzendame für Allegra und uns werden, 
aber in das Foto der beiden Katzen-Teenager hatte ich mich 
sofort verliebt. Ich hatte Mühe nicht sogleich auf die Anzeige 
zu reagieren und stattdessen auf Wolfgang zu warten. Abends 
nahmen wir dann endlich Kontakt auf und bemerkten schon 
bei dem längeren Telefonat, dass die Abgabe der beiden
nicht leicht werden würde. Bald darauf wurde dann aber 
doch für Donnerstagabend ein Schnuppertermin vereinbart, 
zu dem wir mit allerlei Bestechungsversuchen anrückten. 
Der selbstsichere kleinen Kater Heisenberg war sofort 
schwer beschäftigt, als die mitgebrachte Katzenminze 
und das Katzengras, an dem Allegra zuvor schon etwas 
geknabbert hatte, im Flur auf dem Fußboden standen. 
Die zierliche, und uns gegenüber etwas zurückhaltendere 
Mila brauchte etwas länger, um sich dem neuen Grünzeug 
zu nähren. Und schon nach wenigen Minuten war klar, 
dass Mila Fremden gegenüber zunächst eine ähnliche 
Vorsicht an den Tag legt, wie wir es von Allegra gewöhnt 
sind. Heisenberg hingegen störte sich kaum an unserer 
Anwesenheit und war schon nach wenigen Minuten 
schwer mit der mitgebrachten und schon lang nicht mehr 
benutzten Fellmaus beschäftigt. Es war ein herrlicher 
Spieleabend. Und nach den über 3 Stunden, die wir mit 
den beiden grauen Katzen spielten oder sie auch einfach 
nur beobachteten, stand für uns fest, dass die beiden 
bereits kastrierten Geschwister auch vom Temperament 
die optimale Lösung für Allegra und uns sein würden. 
Denn die beiden sind Spielgefährten und könnten Allegra 
eventuell noch zu der einen oder anderen Teilnahme 
am Spiel motivieren. Doch wenn unsere Madame sich 
entschließt, weiterhin nur hoch oben auf ihrem Kissen 
zu verweilen, dann würden sie die beiden Halbstarken 
wohl etwas weniger nerven als 12 Wochen alte extrem 
unternehmungslustige Katzenkinder.

Doch nun müssen wir uns leider immer noch gedulden, 
denn wie schon erwartet, fällt es dem Paar unheimlich 
schwer, sich von den beiden Herzensbrechern zu trennen.

Foto: S.Schneider


Donnerstag, 13. April 2017

Eierkuscheln ...



Es ist schon einige Wochen her, dass Allegra zumindest 
einen Moment lang so entspannt im Küchenfenster lag. 
Zwar saß sie morgens häufiger dort und schaute dem
Treiben auf der Straße zu, aber sobald ihr Frühstücks-
Bringdienst funktionierte, war Madame kurz darauf 
schon wieder auf ihrem beleuchteten Plüschkissen 
in der Kleiderkammer verschollen. Und weder der Platz 
vom Kissen im Gartenfenster kann sie seit dem Tod 
der Maus dazu verleiten, uns länger im Wohnraum 
Gesellschaft zu leisten. Und ihre Schmuseeinheiten 
holen wir uns zur Zeit fast nur noch auf dem Kissen 
in der Kleiderkammer von unserer grauen Dame ab …

Foto: S.Schneider