Sonntag, 26. März 2017

reintragen ...


… oder noch draußen bleiben?

18:45 Uhr wieder so einer der Momente, wo ich ihr sagte, 
dass ich sie nicht aufhalte, wenn sie nun irgendwann 
nicht mehr bleiben mag. Es wurde allmählich kalt im Garten,
die Bank lag schon länger im Schatten, und ich hatte ihr 
kurz zuvor eine Decke übergelegt, als sie mal wieder 
die Bankseite gewechselt hatte.

Schon oft sah unsere Maus in den letzten Tagen ins Leere. 
Dann sackte das Köpfchen immer tiefer, sie atmete meist
ganz ruhig, und die Augen waren halb geöffnet. Häufiger 
durchzog sie ein leichtes oder heftigeres Zucken, dessen 
Ursache wir wohl nicht mehr herausfinden werden …

Und plötzlich hebt sie nach einigen Minuten dann doch 
wieder das Köpfchen und ist immer noch da.

Ich wartete noch einige Zeit, aber bald darauf trug ich sie 
zurück ins Haus - zu ihrem Aussichtsplatz im Küchenfenster.

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Montag, 27. März 2017 um 7:15 Uhr:
Was wird der Tag wohl bringen? Zumindest scheint die Sonne, 
und sie ist immer bei uns. Zur Zeit sackt das Köpfchen gerade 
in die Decke, denn nachdem sie nun einige Zeit den Morgen 
begrüßt hat, muss sie jetzt wohl mal wieder etwas schlafen. 

Sie trinkt immer noch das 'Heilwasser'. Allerdings inzwischen 
als Glasflaschen-Abfüllung. Denn gestern Abend mochte sie 
das abgestandene Wasser vom Vortag nicht mehr. Und bald 
nachdem sie aus dem Schälchen das abgefüllte Wasser aus 
der PET-Mehrwegflasche vom Vortag trank, musste sie leider 
reichlich gelbes Wasser spucken. Glücklicherweise war 
unsere Haus-Mitbewohnerin gerade zugegen, so dass sie ihr 
kurz vor Anbruch der Dämmerung noch frisches Teichwasser 
für die Nacht holen konnte. Und bis jetzt ist das auch 
im Katzenmagen geblieben 


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, ist es nicht unendlich traurig, wie lange sich die Katzen quälen, bis sie endlich über den Regenbogen gehen. Ich musste das leider schon acht Mal miterleben.
Ich fühle mit dir.
Ingrid
und die Katzen Amira, Luna und Tobias

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ingrid
Glücklicherweise habe ich im Moment Zeit für sie. Wir waren heute auf dem Balkon in der Sonne und sie hat sich nach einem mutigen Dachspaziergang eine schattigen Platz unter dem Grill gesucht. Wäre es nach ihr gegangen, säßen wir immer noch dort. Aber irgendwann muss auch ich trotz allem mal etwas arbeiten ;-) nun hat sie wieder 'Heilwasser' auf der Fensterbank geschlabbert und schläft. Nur fressen mag sie leider wirklich nicht mehr. Allerdings scheint sie jetzt kaum noch Schmerzen zu haben: In letzter Zeit merkte ich, dass sie beim Streicheln versucht war sich auf die Seite zu werfen, um mir ihren Bauch zum Kraulen zu präsentieren. Dieses sonst so typische Verhalten hatte sie vor einigen Wochen eingestellt. Doch heute Nacht - auf der Fensterbank im Küchenfenster, lag sie eine Zeit lang auf der Seite, legte den Hinterlauf über meinen Arm, ließ sich den Bauch und rücken leicht kraulen und schnurrte ganz leise. Erst vorgestern gab es auch einen ähnlichen Moment. Besänftigendes Angstschnurren bzw. bei Schmerzen hört sich bei ihr anders an.

Ich erlebe das nun ja auch 'schon' zum 3. Mal. Aber nach diesen intensiven Tagen mit ihr hoffe ich, dass der Schmerz des Verlustes dann bald der dankbaren Erinnerung an über 15 wundervolle Jahre weicht. Und ihr wünsche ich, dass sie loslassen kann, wenn sie ihren Körper verbraucht hat und bis dahin hoffentlich noch all' das erleben kann, was sie sich in ihrem kleinen grauen Kopf zur Zeit noch ausmalt ...

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Ach, jetzt habe ich aber einen Schreck gekriegt!
Ja, das kenne ich auch mit dem Wegsacken des Köpfches und wenn sie wie leblos daliegen, kaum zu atmen scheinen. Katzen sind doch irgendwie ungeheuer robust, glaube ich. Nicht umsonst spricht man wohl von sieben Leben.
Wenn natürlich gleich der Tierarzt mit der Spritze kommt, trifft das nicht zu - man will die Tiere von Qualen erlösen, aber ob die das selber so gut finden würden? Ich glaube eher, es ist wie bei Menschen, die wenigsten wollen in dem Sinne "erlöst" werden. In BS gibt es eine Palliativstation, vom dortigen Arzt habe ich schon öfter in der BZ gelesen. Es gibt dort nicht keine Sterbehilfe in dem Sinne, jedoch eine sog. palliative Sedierung. Weiß jetzt nicht, ob ich das schon mal irgendwo geschrieben habe. Die meisten Leute sollen das aber im letzten Moment ablehnen, das läßt sehr tief blicken! Denn ich glaube, Sterben ist doch ganz anders, als die meisten von uns es sich vorstellen! Von daher weiß ich jetzt nicht, ob wir überhaupt das Recht haben .... aber gut, das kann letztlich nur jeder für sich selbst entscheiden ...

Liebe Grüße, alles Liebe für Euch!
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Wie das mit dem 'in den Tod sedieren' von statten geht, habe ich Dir ja schon mal gechrieben. Nur meine Schwiegermutter hatte vorher ja niemand gefragt, ob sie das so wirklich wollte. Und Wolfgang, als er telefonisch sein Einverständnis dafür gab, war sich überhaupt nicht bewußt, dass es niemand seiner Mutter erklärt hatte. Ich erinnere mich noch gut daran - diese entsetzten Augen von ihr - was da jetzt unausweichlich mit ihr geschehen würde. Noch 3 Tage zuvor schmiedete sie Pläne mit einer Schulfreundin, was sie unternehmen wollten, wenn sie aus dem Krankenhaus käme. Und plötzlich blieben ihr nur noch wenige Stunden bis zum Wegdämmern …

Maus hatte jedenfalls gestern einen schönen Tag. Auch wenn sie abends so erschöpft war, dass sie am 'Heilwasser' angekommen nicht mehr aus dem Kängeruhbeutel aussteigen wollte, um über dem Wasser vom Wasser zu trinken. Wir hatten nämlich einfach einen Abendspaziergang mit ihr gemacht. Dann noch ein Plausch mit einer Nachbarin, die sie das letzte Mal früh morgens in die Ferne blickend auf der Straße sitzen sah und dann ging es zurück in die Fensterbank.
Als sie dort eben immer noch so friedlich lag, hoffte ich, dass sie es geschafft hatte. Aber so leicht ist der letzte Weg ja leider doch nicht. Aber zur Zeit ist sie ganz ruhig, nimmt noch einiges war, aber ist meist müde und erschöpft. Sie fährt halt runter und zehrt sich bis zum Letzten aus. Aber vielleicht braucht Mensch/Tier das auch im 'Idealfall' um loslassen zu können …
Einen bestellten Tierarzt, der an ihr vorsichtig rumfummeln würde, und bei den sie dann sicherlich nicht so im Fenster sitzen bleiben könnte, den würde sie zur Zeit jedenfalls sicherlich noch wahrnehmen können. ob er ihr noch Angst einflößen würde? In der Nachbarschaft zeigt sie auf meinem Arm schon seit einigen Tagen keine scheu und lässt sich zwischen den Öhrchen kraulen. Aber vielleicht fühlt sie sich bei mir auch einfach sicher. Und den erhöhten behüteten und warmen Aussichtsplatz in meinem Arm wußte sie ja schon immer zu schätzen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@Ingrid/Sara
Das Blut im Urin war gestern am Nachmittag zumindest nicht mehr zu sehen, als ich sie ins Katzenklo setzte. Zwar ist sie jetzt verschnupft, und hat etwas mehr Schleim am Augenwinkel, aber das können wir gut beseitigen und sie trägt die kleine Rotznase mit Fassung. Mir scheint, dass sie sich in einer Art leichtem Rauschzustand befindet, wo diese körperlichen Leiden nicht mehr so wichtig sind ...

Samtpfote hat gesagt…

Ich staune echt über die Maus. Noch vor einigen Tagen habe ich gedacht, das Wochenende wird sie wohl nicht mehr erleben.
Wie die Sonne ihr Lebensfeuer wieder zum Lodern gebracht hat. Auf dass das Wetter noch ein paar Tage so schön ist und sie die Sonne, den Garten, den Balkon und die Ausblicke genießen kann.

Ich mochte auch schon mal so gar nichts mehr fressen, nach meiner Kastration 4,5 Tage lang. Meine Dosis haben auch so einiges ausprobiert. Was nun bei mir auf jeden Fall zieht, dass wissen meine Dosis mittlerweile, ist selbstgemachtes Thunfischpulver (das benutzen die auch, wenn ich eine Futtersorte so gar nicht mag).

Ich drücke euch alle Pfoten, die ich habe, dass ihr noch eine schöne Zeit mit der Maus habt und sie nicht mehr allzu lang leiden muss.

Es grüßt euch das Lotta-Tier, dass nun auf ihren abendlichen Streifzug geht

SchneiderHein hat gesagt…

@ Lottat-Tier
Das ist bestimmt eine herrliche Nacht um rumzustromern ;-) In Gedanken ist unsere Maus jetzt hoffentlich auch im Garten unterwegs …
Heute Nacht lassen wir sie allein oben im Haus, denn so langsam wünscht sie sich immer mehr Ruhe und dreht sich von uns weg, wenn wir sie allzulange betrachten.
Heute früh nahm sie nämlich alle Kraft zusammen und marschierte in einem unbeobachteten Moment wieder 6 Stufen runter zum Treppenhaus. Und hätte sie nicht vor der Treppe zur Küche etwas spucken müssen, hätte sie die 5 Stufen rauf zu ihrem neuen Lieblingsplatz wahrscheinlich auch noch geschafft. Also brachte ich sie hoch zum Treppenabsatz.
Aber da es ihr gestern so gut auf dem Balkon gefiel, kam sie heute nochmal ins Eßzimmer mit Zugang zum Balkon. Da war sie nämlich vor 1 1/2 Wochen das letzte Mal. Doch unter dem Tisch fühlte sie sich heute auf der Kuscheldecke anscheinend wohler. Und eh' sie sich heute Nacht wieder auf Wanderschaft geht, soll sie lieber dort den Morgen begrüßen, falls es noch geht …

Mit dem Thunfischpulver könnten wir das vielleicht mal bei Allegra probieren, die ist nämlich auch immer wählerischer. Danke für den Tipp!

Samtpfote hat gesagt…

Hier ist das Rezept für das Pulver ;)
http://blog.katzen-fieber.de/2015/04/bestechungspulver-thunfischzipfel/

SchneiderHein hat gesagt…

@ Lotta
Prima Danke :-) Ich dachte allerdings, das gäbe es zu kaufen. Wir hätten zwar nichts dagegen für Katz' zu kochen, aber Madame liebt leider Industriefutter. Der Maus hätte das sicherlich viel mehr Spaß gemacht ...

Samtpfote hat gesagt…

Das ist supereinfach und man streut es nur über das (ungeliebte) Futter. Wie den Parmesan über die Spaghetti. Ich bekomme ja eigentlich auch nur Industriefutter, 1-2x in der Woche gibt's Frischfleisch für die Zähne. Wenn mein Frauchen ganz viel Zeit hat, macht sie Leckerlis selber - sie trocknet Fleisch oder macht Minileckerlis fürs Clickertraining. Da Frauchen aber gerade sehr viel zu tun hat an Wochenenden, muss auch da das Industriefutter herhalten.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Lotta
' … wie Parmesan' - das wird uns unheimlich fehlen, denn Maus wollte immer Parmesan haben, wenn es bei uns Nudeln gab. Aber diese Leibspeise konnte sie in den letzten Tagen leider nicht mehr verlocken. Und inzwischen ist sie irgendwo, wo es wahrscheinlich auch keinen Parmesan mehr für sie gibt ...

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Das ist natürlich furchtbar. Wenn der Betreffende es selbst nicht mehr entscheiden kann, mag das was anderes sein, aber solange man ihn fragen kann, sollte das auch so geschehen. Dieses Grauen mag man sich gar nicht vorstellen.
Ja, das Leben kann sehr zäh sein ...
Mit Kitty ist es auch seltsam. Sie hat eine völlige Wesensveränderung durchlaufen. Gierig stürzt sie sich auf alles Freßbare, was sie nur sieht. Und erbricht dann bald schon wieder ... Zwar nicht jedes Mal, aber doch immer wieder.
Kann man nur hoffen, daß ein schlimmeres Leiden den armen Tierchen erspart bleibt. Ich denke noch mit Grauen an das Sterben von Maja. So etwas würde ich einem Tier dann doch nicht zumuten wollen.

Liebe Grüße, alles Gute!
Sara