Donnerstag, 1. Dezember 2016

Handauflegen ...



Jetzt fühlt sich die kleine Mausewelt schon wieder 
etwas besser an. Zumindest genießt sie nun wieder 
die Hand, in die sie vor ca. 45 Minuten kraftvoll 
gebissen hatte ...

Seit einiger Zeit sah es im Katzenklo nicht mehr so gut aus. 
Die letzte Wurmkur lag in weiter Ferne, obwohl die Tabletten 
dafür seit ewigen Zeiten bereitliegen. Maus roch bisweilen 
etwas anders aus dem Mäulchen, lag fast nur noch unter ihrer 
wärmenden Leuchte im Bett, und wenn sie aufstand war sie 
unruhig oder sogar verängstigt. Schließlich hätte ja jederzeit 
ein Cäsar durch den Garten schlendern, zur Tür hereinschauen
 oder gar die Futterbar inspizieren können. Eine Maus befindet
 sich also fast im Dauerstress von dem eigentlich nur nach 
Aufmerksamkeit suchenden Kater. Und seit gestern fühlt sie 
sich sogar gestört, wenn ich mich in ihrer Nähe aufhalte, 
während sie das Katzenklo besuchen will.

Heute früh präsentierte sich freiliegender breitflächiger 
Durchfall im Katzenklo. Zum Glück fiel mir rechtzeitig 
vor dem Säubern der Streukiste ein, dass eine solche, 
nicht durch Streu verunreinigte Kotprobe vielleicht für 
eine Diagnose aussagefähig wäre. Daher verfrachtete ich 
sie in eine Plastikbox und wollte sie gleich morgens zum 
Tierarzt bringen. Doch dann war ich verunsichert: Eine Maus, 
die ihre Hinterlassenschaft nicht verbuddelt? Das ist doch 
eigentlich Allegras Marotte. Hat Madame jetzt mal wieder 
Durchfall? Also wollte ich lieber noch abwarten zum wem 
diese Probe nun gehörte. Natürlich besuchte Allegra erst 
kurz nach 12 Uhr - als der Tierarzt seine Praxis bereits 
geschlossen hatte, ihr Katzenklo. Alles bei ihr in Ordnung - 
perfekter konnte es für eine Diabetikerin nicht sein. Also 
hatte unsere kleine Maus nun wieder ein ziemlich massives 
Verdauungsproblem. Die Kotprobe sollte daher um 17 Uhr 
zum Tierarzt, und ein Medikament bzw. Stullmisan 
wollte ich dann gleich für die Maus mitnehmen.

Doch als ich gegen 16:30 Uhr in den Keller kam, sah ich 
schon an der Wand über dem Katzenklo, dass eine Maus 
nun ganz dringend einen Tierarzt-Termin benötigte: 
sich ihr Verdauungstrakt wohl nie wieder richtig erholt.

Damit ich nicht allein mit einer quengelnden und 
ganz tief gurgelnden Maus zum Tierarzt fahren musste, 
ließ ich mir einen Termin für 18:30 Uhr geben. So 
konnte Wolfgang uns fahren, und die Maus war an
diesem Abend der letzte Patient. 

Der Zahnstein hatte sich seit dem letzten Besuch 
erheblich vermehrt, aber das Zahnfleisch sieht trotzdem 
noch nicht besorgniserregend aus. Doch irgendwann steht 
da wohl auch bei ihr mal die Zahnsteinentfernung unter 
Sedierung an. Und als unser Tierarzt mich fragte, ob ich 
eine Idee hätte, warum es ihr nun schlecht geht, äußerte 
ich meinen Verdacht über verunreinigtes Wasser im Garten. 
Denn sowohl Herr Katze, als auch Maus hatten Probleme, 
als nach einigen frostigen Tagen das Eis taute, und sie 
wieder genüßlich Wasser im Garten schlabbern konnten. 
Laut unserem Tierarzt müsste das Immunsystem von Katzen 
diese Fäulnisbakterien problemlos bekämpfen können. 
Nur Herr Katze litt mit seinen 15 1/2 Jahren nach einem 
langen kalten Winter wohl immer mehr unter der bisweilen 
sehr angespannten Pflegesituation meiner Großmutter. 
Und unsere Maus kann sich mit den Hausbesuchen von 
Nachbarskater Cäsar leider so gar nicht arrangieren. Meist 
ist sie nach dem Erscheinen des Katers so aggressiv, dass 
sie Allegra grundlos angreift. Und diese extreme innere 
Anspannung kann sich dann wohl tatsächlich in einem 
Ruhe-Tremor äußern. Aber wir waren uns einig, dass 
mein instinktives Handauflegen in diesem Fall wohl 
die beste Medizin für die kleine Zittermaus ist. Zumal 
eine kleine Graukatze dann ganz bewußt unsere Nähe 
sucht, wenn einige Sekunden oder gar minutenlang 
die Augen zucken oder ganze Körper bebt.

Nach eingehender Untersuchung führte leider mal wieder 
kein Weg am Antibiotikum vorbei. Diese Spritze war kein 
Problem. Die gespritzte Wurmkur ebenfalls nicht. Aber 
als danach auch noch das Vitamin B12 kam, erschrak die 
arme Maus so sehr, dass sie mich ganz unvermittelt 
in den linken Daumen biss, und mein Blut hervorquoll. 
Während ich dann also meine Wundversorgung erhielt, 
hörte ich unter der hastig übergeworfenen Kuscheldecke 
eine wimmernde Maus, die nun den 2. Versuch einer B12-
Spritze erdulden musste. Danach husch ins Körbchen 
und ab nach Hause.

Nein, raus in den Garten wollte die Maus jetzt nicht. 
Aber nach dem Kuschelplatz auf dem Bett stand ihr 
auch noch nicht der Sinn. So saß sie einige Zeit etwas 
muckelig-verstört im Gartenfenster und ließ sich dort 
etwas frisches Hühnerfleisch servieren.

Doch schon bald darauf kam sie ins Bett, und ich durfte 
ihr den kranken Bauch kraulen.

Foto: W.Hein


Nachtrag Freitag, 2. Dezember 2016:
Heute früh hatte der Kot schon wieder etwas mehr Form 
angenommen. Und am Nachmittag erhielt ich telefonisch
die Information, dass weder Würmer noch andere Auffällig-
keiten in der Durchfallprobe festzustellen waren. Also 
bekommt die kranke Maus nun einige Zeit Stullmisan ins 
Feuchtfutter, und hoffentlich normalisiert sich dann bald 
wieder der kleine Mausebauch ...


Nachtrag Mittwoch, 15. Februar 2017:
Inzwischen genießt die kranke Maus in der Mittagszeit 
die wärmende Frühlingssonne auf dem geschichteten Totholz 
vor der Hausfassade auf dem Südhof. Doch ohne die inzwischen 
2x pro Woche notwendigen Tierarztbesuche wäre das wohl 
nicht mehr möglich. 

Denn seit dem 2. Weihnachtstag, als ich nach ihrem Besuch 
im Katzenklo Blut auf dem nicht verscharrten Durchfall-Kot 
entdeckte, hat sich ihr Zustand eigentlich nicht mehr gebessert. 
Zeitweilig konnten wir ihr noch Mittel gegen Durchfall ins 
Feuchtfutter mischen. Aber inzwischen ist sie so mißtrauisch 
und bisweilen auch appetitlos geworden, dass wir froh sind, 
wenn sie das angebotene Futter überhaupt noch frisst.

Und die Versuche ihr hilfreiche Medikamente mittels einer 
kleinen Spritze direkt ins Mäulchen zu geben, führten recht 
schnell zu einer kleinen Maus im Versteck. Aus Angst vor der 
nächsten Medikamenteneingabe verzog sie sich rechtzeitig 
in die Kochbuch-Abteilung im Schrank, verkroch sich an 
eine unerreichbare Stelle unter dem Bett oder war zu dem 
Zeitpunkt einfach unauffindbar.

Und ebenso tückisch ist es nun sie überhaupt rechtzeitig 
zum vereinbarten Termin zum Tierarzt zu bekommen. Denn 
auch wenn wir den Zeitpunkt des Tierarztbesuches nun häufig 
variieren, so ahnt sie bereits im Vorfeld allein schon durch 
unsere Handlungen, dass sie wieder in die Transportbox muss. 
Einen Termin mussten wir deswegen bereits verschieben, und 
bei den letzten beiden Tierarztbesuchen behielt ich wegen 
ihr sogar meine Hausklamotten zum kurzen 'Boxenstopp' an.
Es ist also fraglich, wie oft wir sie noch überlisten können, 
damit sie ihr inzwischen lebensnotwendiges Antibiotikum 
und die entkrampfende Injektion bekommt. 

Zwischenzeitlich hatten wir versucht den Spritztermin etwas
weiter hinauszuzögern, denn irgendwann wird das Amoxicillin-
Antibiotikum seine Wirkung verlieren, und jede weitere 
Injektion belastet den ohnehin schon geschwächten Körper.
Doch das Ergebnis war nach 4 Tagen erschreckend: Im Katzenklo 
sah es noch dramatischer aus, und sie wollte beim Klobesuch 
nicht mehr beobachtet werden. Auch wurde sie zunehmend 
appetitloser - obwohl sie Hunger hatte. Und man sah ihr an, 
dass die wenige Nahrung ihrem Verdauungstrakt Schmerzen 
bereitete. Außerdem bekam sie Fieber und zog sich wohl 
deswegen an kühle Orte zurück.

Giardien konnten wir durch eine 3-tägige Kotprobe im Januar 
als Durchfallauslöser ausschließen. Und der Bluttest brachte 
das Ergebnis FIB, FIV und Leukose negativ. Doch inzwischen 
wird sie leicht anämisch 

Anfang Januar waren wir noch fest davon überzeugt, dass 
eine Röntgenuntersuchung oder Ultraschall zur Abklärung 
der Ursache sinnvoll wäre. Doch inzwischen haben wir wegen 
dem damit verbundenen Stress, der notwendigen Sedierung 
bzw. der erforderlichen Bauchrasur davon Abstand genommen. 
Eine OP kommt für die kleine geschwächte, 15 Jahre alte, 
extrem dickköpfige und vor allem so freiheitsliebende Katze 
ohnehin nicht mehr in Frage. Und da unser Tierarzt schon 
seit einiger Zeit 'kleine knotige Erhebungen wie an einer 
Perlenschnur aufgereiht' im Bauchraum ertasten kann - 
wahrscheinlich geschwollene Lymphknotenist ein Tumor 
nicht auszuschließen. Aber anscheinend ist der Bauchraum 
 nicht sonderlich schmerzhaft, denn diese Untersuchung
 lässt sie bis jetzt noch klaglos über sich ergehen. Und 
gerade im Moment liegt sie wieder unter ihrer wärmenden
75 Watt-Glühlampe im Bett neben mir, und ich darf ihr 
den gluckernden Mausebauch halten 


Kommentare:

Doro hat gesagt…

Oh je, das ist ja nix- Tierarztbesuch.... aber wenn es sooo nötig ist, dann müssen Mensch und Tier da durch....
Hoffentlich kehrt jetzt Ruhe im Bäuchlein und auch zu Hause ein,damit Ihr wieder die Adventszeit genießen könnt!!!!
... das wünscht Doro und Co

Samtpfote hat gesagt…

Gute Besserung für Mensch und Tier! Katzenbisse können schmerzhaft sein - das weiß mein Frauchen. Zuletzt wurde Frauchen von Doros Lore bei dem Versuch gebissen, sie in die Transportbox zu packen um zum Tierarzt zu fahren. Daraus wurde leider nichts.

Bauchweh durch Stress kenne ich auch - wenn mich unsere Nachbarskatze wieder sehr ärgert.

Eine schöne Adventszeit wünschen Lotta und ihr Frauchen

Doro hat gesagt…

Oh je,da hat die Maus ja einen Sch.....Winter gehabt...Ich hatte gedacht es wäre alles wieder gut,da man nix anderes mehr von Euch hörte...hoffentlich wird es jetzt besser! ... und ein Bild von der frühlingshaften Maus- das würde ich schon mal gerne sehen! Liebe Grüße von uns....Mesdames sind zur Zeit nur drinnen, die haben keinen Bock auf Kälte und Winter! Doro

SchneiderHein hat gesagt…

@ Doro
Zur Zeit gibt es nun Bilder von der Schlafmaus unter der Leuchte bzw. neben der Leuchte, wenn sie wahrscheinlich Fieber hat. Inzwischen leben beide Damen dann auch gern im Schrank hinter dem Bett. Maus verkrümelt sich in die unterste Etage und hofft, dass wir sie nicht finden. Und Allegra wechselt mehrmals am Tag die Kissenplätze: in der 2 Etage im Schrank, im Gartenfenster oder in der Kleiderkammer …
Eine Bilderreihe von der Maus auf der Treppe bei unserer Haus-Mitbewohnerin kurz nach dem Tierarztbesuch sieht richtig gruselig aus - der Kopf viel schmaler und irgendwie klapperig und altershager. Leider gibt es im Moment kaum entspannte Fotos von ihr.
Und Allegra hat neuerdings die Angewohnheit nach der Nutzung des Wohnklos einfach in der Kiste sitzenzubleiben. Irgendwie erscheint sie dann zumindest ziellos oder gar orientierungslos. Das wird wohl leider ein 'spannender' Sommer …

@ Lotta & Frauchen
Dank sofortiger Desinfektion einer Salbe war der Biss schnell und gut verheilt. Aber bei den nächsten Tierarztbesuchen hatte ich schon etwas Angst, dass die Zähne nochmals meine Hand erwischen könnten. Aber bei 4 Leuten, die um die Maus herumstanden und dann noch 3 Spritzen - das war einfach zu viel.
Da wir jetzt mindestens 2x pro Woche wegen einer Antibiotika-Spritze zum Tierarzt müssen, verschwindet die Maus nun regelmäßig gegen 10 Uhr unter dem Bett und kommt erst am frühen Nachmittag wieder zum Vorschein. Das wird morgen oder übermorgen echt spannend mit ihr. Zumal Stress ja bei einer chronischen Darmentzündung das Problem noch verschlimmert.
Also hoffen wir auf frühlingshaftes Wetter, was wieder die Lebensgeister der kleinen Graukatze weckt. Heute ist es nämlich ziemlich grau & kalt. Am sonnigen Wochenende ging es der Maus viel besser ...

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Da hat man so seine Probleme, wenn die Katzen älter werden! 2001 ist Allegra geboren, las ich gerade in der Sidebar - dann ist sie so alt wie Kitty.
Kitty schläft jetzt auch häufig im Kleiderschrank. Und klapperig wirkt sie auch manchmal. Hatte schon ziemlich abgenommen und war sogar einmal ein paar Tage in der Tierklinik.
Die andere Spritze hätte man aber vielleicht ein anderes Mal verabreichen können. Für Tiere ist das manchmal doch ein bißchen viel auf einmal.

Alles Gute für die Beiden und liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Bei 2 grauen Katzen ist es schwierig sie auseinanderzuhalten. Bisweilen kann ich die Fotos später auch nicht einer Katze zuordnen ;-) Aber hier geht es um die Maus, die jedoch nur etwas jünger als Allegra …

Allerdings macht uns Allegra nun auch wieder etwas mehr Kummer: Nachdem sie das GroßraumKatzenklo neben dem Küchentisch besucht hat, und natürlich mal wieder nicht verscharrt hat, bleibt sie einfach im Klo sitzen. Anscheinend hat sie dann vergessen was sie danach tun könnte. Gestern legte sie sich danach sogar in die Einstreu und ich konnte sie nur mit Futter herauslocken. Und da wir zur Zeit permanent mit der kleinen Maus beschäftigt sind, rückt Allegras Befinden zeitweilig in den Hintergrund. Eventuell ist es bei ihr Eiweißmangel, der sie so tüddelig macht. Denn seit einigen Jahren bekommt sie wegen ihrer Diabetes zum Schutz der Nieren einen Eiweiß-Blocker. Nur, da wir jetzt 2x die Woche mit der Maus beim Tierarzt sind, haben wir unsere Katz' noch nicht wieder dem Tierarzt vorgestellt. Aber wenn es jetzt wieder wärmer wird, ist so ein Tierarztbesuch für Madame auch weniger unangenehm. Die letzten Wochen waren ziemlich frostig.

Die Tierklinik werden wir der Maus auf jeden Fall ersparen. Irgendetwas arbeitet in ihr. Unser Tierarzt spricht von 'kleinen Knoten - wohl geschwollene Lymphknoten, wie auf einer Perlenschnur' die er im Bauraum fühlen kann. Sie erduldet das tapfer und hat beim Abtasten wohl auch kaum Schmerzen. Auch fordert sie Zuhause weiterhin ihre Rückenmassage und Bauchkrauler ein, aber der Durchfall hält nun schon seit dem 2. Weihnachtstag an. Und immer häufiger meine ich kleine Blutlachen auf dem oftmals nicht mehr verscharrten teilweise fast flüssigen Kot zu sehen. Und das blöde ist, dass sie die Medikamente, die ihr eventuell noch helfen könnten nicht freiwillig mit dem Futter aufnimmt. Und die Versuche sie ihr mit einer kleinen Spritze ins Mäulchen zu geben, führten nur dazu, dass sie sich stundenlang unter dem Bett versteckte ...
Noch Anfang Januar waren wir der Meinung, dass sie nach dem negativen Bluttest (FIP, FIV und Leukose) geröntgt werden sollte oder eventuell Ultralschall zur Klärung beitragen könnte. Aber inzwischen wollen wir sie nicht unnötig durch die Sedierung für ein Röntgenbild oder die Bauchrasur für Ultraschall quälen. Es zeigt sich immer mehr, dass das der letzte gemeinsame Winter wird.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara Teil 2
Und es wird immer schwieriger sie zum Tierarzt zu bekommen: Normalerweise hatten wir bisher immer Termine am Morgen so gegen 11:15 Uhr. Doch nach dem Spritz-Termin verschwindet sie an die nächsten Tagen sicherheitshalber gegen 10 Uhr und lässt sich erst gegen 14 Uhr wieder blicken. im schlimmsten Fall verbringt sie die Zeit dann unter dem staubig kalten Bett oder irgendwo in einer Kellerecke, wo sie sich auch noch eine Bindehautentzündung einfangen kann. Daher sind getrennte Spritztermine überhaupt nicht drin. Es ist inzwischen schon so extrem, dass ich in Hausklamotten zum Tierarzt muss, damit wir sie überlisten können. Und gestern hatten wir dann mal zur Abwechslung einen 'Boxenstopp' am Abend. Glücklicherweise nimmt sie es uns nicht übel und ist danach nur heilfroh, wenn sie ihre ausgiebige Rückenmassage auf dem Laken in ihrem Badezimmer bekommt.
Nur wie lange das nun noch gut geht alle 3 bis 4 Tage mit ihr zum Spritzen zum Tierarzt zu fahren. Abgesehen davon, dass neben den jetzt vielleicht noch hilfreichen Medeikamenten, die wir ihr immer mal wieder anbieten, all' den Pasten, Vitaminflocken etc. jetzt auch immer 19,- bis 24,- € pro Tierarztbesuch fällig werden. Aber solange sie noch etwas widerwillig mitmacht, meist noch gern frisst und trotz der unangenehmen Klobesuche noch immer Freude am Leben hat, werden wir wohl weiterhin versuchen sie zu überlisten, damit sie ihr Antibiotikum und das entkrampfnde Medikament bekommt. Denn gestern - 3 1/2 Tage nach dem letzten Spritztermin, nahm ihr Appetit wieder ab und man konnte ihr die Verdauungsbeschwerden wieder ansehen. Schade ist nur, dass sie inzwischen ca. einen halben Tag braucht, bis sich ihr Körper von der Antibiotikagabe einigermaßen erholt hat. Lange geht das wohl nicht mehr gut ...

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…



Ja, das ist manchmal schwierig, wenn denn beide schon älter und nicht mehr so gesund sind und sich so ähnlich sehen.

Bei Kitty gings nicht ohne Tierklinik ab, sie war schon ziemlich heruntergekommen und mußte an den Tropf-. Blut hört sich auch weniger gut an??

Tierarzt ist teuer - ich frage mich, wie all die Leute, die wirklich arm sind, sich das leisten sollen? Jeder 7. soll überschuldet sein - viele dürften im Grunde gar keine Haustiere halten, wenn es danach ginge, aber dann wird eben gleich eingeschläfert.

Es ist schon traurig - ein Katzenleben währt dann doh nicht so sehr lang. Ich wünsche Eurer Maus noch gute Tage, am besten Gesundung!

Liebe Grüße auch hier
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Der Aufenthalt in einer Tierklinik ist bestimmt auch nicht ohne ;-)
Ich kenne eine Fall aus der Nachbarschaft, da hatte der Hund Schneckenkorn ausgebuddelt, gefressen und sich so stark vergiftet, dass sie sich in der Tierklinik sofort entscheiden musste, ob ihnen ihr Lebensgefährte um die 1.000,- € Behandlungskosten wert wäre. Zum Glück gibt es wohl inzwischen die Möglichkeit der Ratenzahlung. Allerdings wurde der Hund nie wieder richtig gesund und verstarb wohl ca. 1 Jahr später.

Ja, bei Sozialhilfeempfängern und alten Menschen, bei denen die Rente gerade noch zur Tierhaltung reicht, oder sie dafür auch schon die Tiertafel benötigen, die haben im Krankheitsfall ein echtes Problem. Und gerade für diese Gruppen sind Tiere eine so wichtige Bezugsperson. Zumindest im Fernsehen werden ab und an ja mal Berichte gezeigt, in denen sich Tierärzte auch um Tiere von sozialschwachen kümmern. Aber wie das in der Realität aussieht, da ist mir nichts bekannt.

Von daher fand ich das wirklich gut, als unser Tierarzt gleich beim ersten Vorstellungstermin im November 2001 die Kosten ansprach und empfahl ein Sparbuch fürs Alter und Krankheitskosten anzulegen. Wenn ich mir so überlege, was bei unseren beiden Privatpatientinnen so im Laufe eines Lebens an Spezialfutter, Zeckenmitteln, Medikamenten, Tests & Behandlungskosten, Notfallgebühren für den Bienenstich & vom Dach fallen an Kosen zusammengekommen sind, da sind Kastration und Impfungen noch harmlose Positionen. Aber wenn unsere Maus die Behandlung nicht komplett verweigert, dann würden wir das gern noch etwas weiter zahlen. Über 15 Jahre Tisch und Bett miteinander teilen, da wird der Abschied irgendwann verdammt schwer ...

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Und der in der Notaufnahme für Menschen auch nicht (das deshalb, weil ich bis heute 5 Uhr morgens mit meiner Mutter dort war!) grauenvoll .... dazu später an anderer Stelle mal mehr ...

So teuer kam der Aufenthalt nicht, aber etwas weniger als die Hälfte wohl.
Und ein echtes Problem hat man heute auch, wenn man als Notfall ins KH kommt. Ich weiß eben gerade nicht, ob Du meinen Post im H&L Blog über meine Mutter gelesen hattest vor einer Weile. Und so ähnlich - ohne jedoch eine so dramatische Erkrankung - haben wir es gerade erst wieder erlebt ..... da platzt einem wirklich der Kragen - vor allem fragt man sich, was wäre, wenn es einen selbst beträfe .... da ist man eher tot, als daß einem geholfen wird! Wähle 112 - diese Kärtchen, die überall ausliegen, das ist der blanke Hohn! ;-)

Es ist gut, mit Ärzten o.ä. befreundet zu sein, die im Notfall zumindest über die Nacht retten können .... nur nie die Notaufnahme! ;-)

Ich weiß schon, warum ich keine Haustiere habe - wir haben 3 Kinder - ein Kind kostet so viel wie ein Eigenheim, hat mal jemand ausgerechnet und bei uns sind es also 3 Eigenheime, in die wir investiert haben! ;-) ;o) Das reicht - für ein ganzes Leben .... Wenn Haustier, dann mit aller Konsequenz! Und nicht mal eben "entsorgen", wenn nix mehr geht ...

Ich muß immer noch an Euren Kater denken! Und ich weiß sehr genau von den Katzen meiner Mutter, wieviel Lebensfreude ein Tier dennoch hat, auch wenn es auf andere schon sehr hinfällig wirkt. Genauso ist es bei meiner Mutter, die auch immer noch Lebensfreude hat. Natürlich leidet sie viel, aber sie WILL leben! Das ist das Entscheidende! Und sie erfreut sich auch dennoch des Lebens - doch auch da gibt es Ärzte, die Dir ins Gesicht sagen, was so ein alter Mensch denn will, er HAT DOCH gelebt, sein Leben gehabt .... irgendwann muß mal gut sein .....

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ich kann Deinen Frust gut verstehen. Ich saß auch mal nachts in der Notaufnahme, da mein Vater in Flensburg einen Herzinfakt hatte, sich aber dann trotzdem ins Auto setzte und in die Notaufnahme zur MHH nach Hannover fuhr. Er hatte Angst seine Niere durch eine Fehlbehandlung zu verlieren und vertraute nur den Ärzten in Hannover. Doch die hatten weder Bett noch Zeit für ihn. Das war wohl vor ca. 20 Jahren. Wie viel Didaktik damals allerdings auch dabei war, mag ich nicht beurteilen. Denn sein Verhalten war grob fahrlässig. Doch nachdem er endlich am frühen Morgen aufgenommen wurde, blieb er ca. 3 Wochen dort.

Und meine Großmutter brach vor vielen Jahren - das muss wohl schon fast 30 Jahre her sein, in einem Kaufhaus zusammen, kam ins Krankenhaus und blieb dort einige Stunden einfach im Gang liegen, ohne dass sich jemand um sie kümmerte. Erst, als es ihr ohne ärztliche Hilfe wieder besser ging und sie nach Hause wollte, da kümmerte man sich endlich um sie. Es war also auch früher schon nicht einfach. Aber ohne Privat-Patientenstatus hat man heutzutage wohl wirklich schlechte Karten …

Den Post über Deine Mutter hatte ich gelesen, ich mag aber nicht immer überall kommentieren. Zumal wir mit Wolfgangs Mutter in der Sterbephase echt erschreckende Erlebnisse hatten, die ich noch immer nicht ganz für mich verarbeitet habe. Denn im Nachhinein ist mir klar geworden, dass das Krankenhauspersonal systematisch ihren Tod so eingeleitet hat, dass am Montag das Bett wieder zur Verfügung stand. Und die 'Freigabe' zur Morphin-Dosierung holte sich der behandelnde Arzt telefonisch von Wolfgang, da es ja eine Patientenverfügung gab. Aber niemand fühlte sich im Krankenhaus dazu verpflichtet Wolfgangs Mutter das zu erklären. Sie wußte nur, dass sie ein Schmerzmittel bekam.

Klar sind Kinder wesentlich teurer. Und wenn wir damals eines hätten haben wollen, dann hätte ich dafür auch viel arbeiten müssen, damit ein Kind den Standart und die Ausbildung bekommen hätte, die wir erhalten haben. Und wie Haushalt & Leben dann aussehen, wenn sich beide im Job engagieren und einigermaßen verdienen, das haben wir ein paar Jahre durchgemacht: Ich hatte im Sommer Freizeitausgleich durch meine reichlich angesammelten Überstunden aus den Wintermonaten, und Wolfgang konnte sich vor seiner Arbeit im Sommer kaum retten, da sein Hauptprojekt meist von Frühjahr bis Herbst dauerte, so dass er auch im Urlaub ständig erreichbar sein musste bzw. sogar aus dem Urlaub bisweilen 2 bis 3x wieder nach Hannover fuhr. Und während der Messen sah es bei uns aus, als ob eine Bombe einschlagen hätte, da ich meist von 7 bis 21 Uhr außer Haus war.
Und im Nachhinein bin ich wirklich froh, dass wir das 'Experiment' Kind nicht ausprobiert haben, da uns wirklich die Konsequenz dazu gefehlt hätte. Das merken wir immer wieder an unseren Katzen - wir arrangieren uns viel zu gern mit ihnen. Erziehen können und wollen wir eigentlich wirklich nicht …

Ich schaue mir nun jeden Tag unsere Maus an und habe das Gefühl, dass sie mehr unter ihren Einschränkungen leidet als damals der Kater in BS. Vielleicht arrangiert sie sich auch noch mit den neuen Umständen. Aber vom Charakter ist sie halt vollkommen anders. Auf jeden Fall werden wir sie nicht zwingen Medizin zu sich zu nehmen, die sie ablehnt. Und ob wir sie heute zum Tierarzt befördern können, steht noch in den Sternen. Meist versteckt sie sich rechtzeitig. Doch am dritten Tag nach der Injektion geht es ihr inzwischen merklich schlechter, während sie am Donnerstag noch voll Freude einige Stunden am Gartentisch in der Wiese verbrachte. Es ist eine Gradwanderung und im Idealfall geht es wohl jetzt noch ein paar Wochen so weiter.