Donnerstag, 30. Januar 2014

Dachkater


Ich staunte nicht schlecht, als ich am Nachmittag einen 
leicht dumpfen Aufprall hörte, und wenig später etwas 
schlankes schwarzes vor unseren Oberlichtern im Treppen-
haus entlang spazierte: Nachbarskater Cäsar, der perfekte 
Kletterkünstler war wohl über die Teichmauer aufs Dach 
gestiegen und dann auf der anderen Seite wieder runter. 
Anschließend sprang er vermutlich auf den Balkon unserer 
Haus-Mitbewohnerin, stolzierte übers Gründach, um von 
dort auf unsere Garage zu springen. Und nun schaute er,
 wie noch vor einiger Zeit unsere Maus zum Fenster herein. 
Allegra erreicht diesen beliebten Aussichtsplatz nun leider 
nur noch mit unserer Hilfe, aber dieser Bereich war und ist 
anscheinend bei allen Katzen sehr begehrt. Denn auch 
Nachbarskater Oskar saß dort häufig vor den Fenstern und 
auf dem Absatz, um mir zu zeigen, dass er jetzt Zeit für 
etwas Futter und Streicheleinheiten hätte. Und auch 
schaute von dort oben einige Male aus sicherer Entfernung 
gern zu uns aufs Bett und in den Garten ...

Und Cäsar konnte ich nun zwar mit der Kamera erwischen, 
wie er mich mit seinen großen grünen Augen durch die 
Fensterscheibe anschaute, aber dafür hätte ich dann auch 
mal im Winter die Fenster putzen müssen! Und für den 
äußerst beliebten Sitzplatz auf der Garagenwand war ich 
nicht schnell genug im Garten. Denn irgendwie haben Cäsar 
und ich ein merkwürdiges Verhältnis zueinander: Er weiß 
ziemlich genau, dass er vor mir keine Angst haben muss. 
Aber er spürt auch, dass da zwei Herzen in meiner Brust 
schlagen - einerseits die Löwenmutter, die ihre alten grauen 
Damen zumindest zeitweilig verteidigt, und andererseits 
jemand, der den neugierigen Kater so gerne streicheln 
würde. Das funktioniert im Nachbargarten bzw. im Vorgarten
 oder auf der Straße, wenn wir uns zufällig begegnen,
 auch recht gut. Doch hier ist eben unser 'Revier'! Und so 
zog er es vor auf mehr Abstand zu gehen. Er sprang vom 
Garagendach auf den Holzzaun unserer Nachbarn:

Dort trennte uns zumindest noch das Regenfass voneinander!

Und so schauten wir uns sehr lange an.

Wie gern wäre er von dort in unseren Garten gesprungen. 
Aber er wählte dann doch lieber den Weg über den Zaun 
zum Hof unserer Nachbarn. Jedoch nicht, bevor er den
Zaun und die Dachrinne ausreichend markiert hatte!

Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch dieser schwarze Kater 
in Zukunft häufiger den Weg über den Zaun aufs Dach nimmt 
und uns nun von dort oben im Garten beobachtet oder auch 
gern aufs Bett schaut.

Als Cäsar verschwunden war, und ich wieder ins Haus wollte, 
stand eine etwas verwirrte Maus im Treppenhaus. Obwohl sie 
tief und fest unter ihrer Kuscheldecke auf dem Bett schlief, 
hatte sie wohl trotzdem etwas von Cäsars Besuch mitbekommen.

Foto: S.Schneider


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