Montag, 24. Oktober 2011

Trotz Tierarztbesuch ...


... und reichlich Wind, ist die Katz' heute 9 1/2 Stunden nach
einer geringeren Insulin-Dosis richtig aufgeweckt bzw. sogar
extrem spielbereit und genießt ihr Gras weiter hinten im
Garten auf der Betonfläche.
Wie gut, dass ich dieses aus-
gesamte Gras dort extra für Allegra stehengelassen habe
!

















In den letzten Tagen hatten wir wieder häufiger beobachtet,
dass Katz' mit dem rechten Hinterlauf Probleme hatte. Zwar
längst nicht so extrem
wie noch im Januar. Aber manchmal
sackte sie im Gehen weg oder konnte nicht geradeaus laufen.
Auch wollte sie seit etwa 3 oder 4 Tagen nicht mehr an den
Hinterpfoten massiert werden. Teilweise wurde sie dabei
richtig ärgerlich. Und gestern, als Wolfgang ihre liebste Kraul-
stelle am Schwanzansatz berührte, fauchte sie ihn an und
verschwand genervt vom Kuschelplatz auf dem Bett. Noch
dazu war die Trinkmenge innerhalb von 24 Stunden wieder
angestiegen und trotzdem war das Katzenklo bis heute früh
nicht besucht. Auch sieht sie seit einigen Tagen aufgedunsener
als üblich aus - als ob sie einen Teil ihrer Tinkmenge einlagert.

Da wir ohnehin in letzter Zeit recht experimentierfreudig mit
der Insulindosis und den Spritzintervallen umgehen, wollten
wir nun sicherheitshalber endlich einmal den Fructosaminwert
erfahren. Wenn wir das inzwischen richtig verstanden haben,
gibt dieser Wert Auskunft über den Blutzuckerspiegel der letzten
2 bis 3 Wochen. Also den Zeitraum, in dem Allegra mit weniger
Insulin bzw. längeren Spritzintervallen uns wesentlich unter-
nehmungslustiger und weniger
müde erschien. Und wegen dem
Problem mit den Hinterläufen kann eine Vitamin B12-Kur jetzt
bestimmt nicht schaden. Also haben wir heute früh ganz spontan
den Tierarzt angerufen und wenig später die Katz' in den Korb
verpackt. Zumal sie ihre Insulindosis heute um 4:15 Uhr bekam
und seitdem weniger als üblich gefressen hatte. Somit war sie
außnahmsweise mal fast nüchtern für eine Blutuntersuchung,
ohne dass wir sie vorher hungern lassen mussten. Katz' war
sehr tapfer und knurrte nur etwas nach der Blutentnahme.
Und auch bei der Berührung der Nierengegend, blieb sie bei
der Untersuchung relativ ruhig. Nur
ihre häufiger hervor-
schauenden
kleinen Vampirzähnchen sind merkwürdig. Und
leider ist um diese Zähnchen inzwischen das Zahnfleisch
etwas entzündet. Das sollen wir nun möglichst oft mit Hexoral
behandeln und den Zahnbelag abreiben. Ob das
mit der Katz'
möglich ist? Die Ergebnisse der Blutuntersuchung bekommen
wir wohl erst am Donnerstag, falls sich genug Serum in der
Probe befindet. Klar gibt es inzwischen reichlich Tierarzt-
praxen, die fast umgehend die Ergebnisse liefern, aber die
sind nicht in weniger als 5 Minuten mit dem Auto zu erreichen.
Außerdem ist unser Kätzchen dort nun schon fast 10 Jahre
als Patientin bekannt. Und im Nachhinein hat es lange genug
gedauert eine gemeinsame Ebene bzw. Sprache mit unserem
Tierarzt zu finden, die Allegra zugute kommt ...

Kurz nach dem Besuch in der Praxis war das Klo bald gut gefüllt
und Katz' hat uns die spontane Aktion schnell verziehen. Nun
heißt es abwarten, ob unser gewählter Insulin-Mittelweg auch
zu einigermaßen akzeptabelen Werten führt.

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Alex aus dem Gwundergarten hat gesagt…

Ich drück Euch die Daumen, dass die Werte gut sind. Viel Spass beim an den Zähnen rumwuseln... bei Kater Noah würde das wohl darin änden, dass ich mit meinen Fingern zum Arzt müsste :O). Nein, er hat mich noch nie gebissen, aber er mag es überhaupt nicht, wenn ich an ihm herumzupfe, oder gar versuche ins Maul zu schauen. Privatzone! Die geht Frau nichts an.
Das mit dem Tierarzt kenne ich auch. Ich hatte ewig gebraucht jemanden zu finden, dem ich meine Tiere anvertraue. Das blöde ist nur, dass dieser jemand nur mit dem Auto in 20 Min. zu erreichen ist. Viel zu weit weg, wie meine Langohren und mein Samtlatscherich finden. Aber was soll ich machen, wenn derjenige in unmittelbarer Nähe nicht zu gebrauchen ist... Naja, vielleicht gewöhnen sie sich ja noch ans Autofahren.
Wünsche Dir einen schönen Tag und gibt Deinen beiden hüschen einen sanften Knuddler.
Liebe Grüsse
Alex

renate hat gesagt…

Auch ich drücke ganz fest die Daumen, dass es der Kleinen wieder gut geht.

Die Fotos sind wieder mal hinreißend. Immer wieder ein Anblick, bei dem mir das Herz aufgeht - bei dieser bildhübschen Dame.

Liebe Grüße
Renate

katzenfreundin hat gesagt…

Liebe Silke,

ich drücke fest die Daumen, dass die Werte in Ordnung sitzt.

Ja, es ist schwierig, den richtigen Tierarzt zu finden. Bei uns ist in der Nebenstraße einer, aber da war ich nur einmal, als meine Hündin angefahren wurde, aus Not sozusagen. Und das hat mir gereicht. Ich muss leider auch 20 Minuten fahren.

Liebe Grüße und alles Gute


Claudia

SchneiderHein hat gesagt…

@ Alex
Ich befürchte zwar, dass die Werte schlecht sind, aber der Katze geht es erstaunlich gut, obwohl Trinkmenge & Klobesuche zunehmen. Den optimalen Weg werden wir wohl nie finden. Es wird immer gute und schlechte Tage geben. Aber wir stehen auf dem Standpunkt Lebenslust ist wichtiger als lebenserhaltende Werte. Was hat sie von einem gesünderen Leben, wenn sie dafür nur faul und müde rumliegt, wo sie doch von natur aus eine verspielte Katze ist?

Im Anfang hatten wir überlegt, ob sie nun besser eine Patiuentin in der Tierklinik werden sollte, aber da sie ein extremes Sensübelchen ist, richtet ein mehr an medizinischer Versorgung bzw. Diagnostik bei ihr wahrscheinlich mehr Schaden an. Denn bei jedem Besuch, der zu uns kommt bzw. zu viel Unruhe steigen gleich Trinkmenge & Klobesuche.
Mit dem Mäulchen haben wir es noch nicht probiert. Heute ist erst mal wieder Frontline dran. Allegra hatte ein Zeckenmännchen im Fell, als sie aus dem Wald kam. Und Maus brachte morgens ein Zeckenweibchen mit ins Bett. Wärmere Herbsttage haben eben auch Nachteile ...

@ Renate
Wir werden uns wohl trotzdem mehr an Allegras Verhalten als an Werten orientieren.
Herr Katze war bereits Anfang September nach den Nierenwerten schon fast tot. Und trotzdem konnte er wohl seinem Erdendasein noch bis Anfang November etwas abgewinnen.
Allegra könnte vielleicht mit der richtigen Insulin-Therapie länger leben. Aber wenn sie draußen gerade schwer beschäftigt ist, macht es dann wirklich Sinn sie reinzuholen, ihr Insulin zu geben, sie zum Fressen zu bewegen und durch die Dosis müde zu machen, so dass sie dann den Tag verschläft? Diese 12 Stunden-Regel passt meist nicht zu ihrem und unserem Tagesablauf. Ihr Leben richtet sich nun mal mehr nach dem Wetter als nach einem 24 Stunden Tag ...

@ Claudia
Bei Herrn Katze hatte ich zwar bemühte, aber doch sehr nach Schema F verfahrende Erfahrungen mit Tierärzten machen müssen.Und auch unser jetztiger Tierarzt war ein hartes Stück Arbeit.
Allerdings haben es Tierärzte ja auch nicht leicht: Einerseits der tierische Patient und dann noch der Mensch, der mit der empfohlenen Therapie einverstanden sein muss und sie durchführt. Außerdem bekommt der Tierarzt ja meist nur einen gestressten Eindruck vom Halter und Patienten. Aber wichtig ist, dass die Chemie stimmt und Vertrauen ist auf beiden Seiten auch wichtig.