Freitag, 28. Januar 2011

Das hätten wir nicht mehr erwartet ...



Plötzlich springt Katz' auf das Regal vor dem Gartenfenster, geht
an den Wassernapf, schlabbert dort etwas Wasser und beobachtet
von diesem Platz aus endlich wieder den Gartentisch. Auch wenn
das Foto unscharf ist, so ist dieser Augenblick ein kleiner wichtiger
Lichtblick in Allegras Leben als Diabetikerin ...

Denn seitdem wir im Frühjahr mit ihrer Insulin-Behandlung
angefangen haben, wurde ihr Bewegungsablauf fast von Tag zu Tag
schlechter. Häufiger legte sie auf ihren kurzen Wegen vom Kuschel-
kissen zum Futternapf sogar Zwischenstopps ein. Und nicht selten
ging sie tiefergelegt auf den Hinterpfoten. Und auch die Vorderläufe
hatte oftmals mehr Bodenkontakt als wie sonst üblich nur mit den
Pfotenballen. Zeitweilig überlegte sie sehr genau, ob sie überhaupt
noch in die Fensterbank des Küchenfensters oder in das Katzenfenster
springen sollte. Auf das erhöhte Bett kam sie nur über die Zwischen-
stufe am Nachttisch. Und wenn diese Stufe mit Büchern etc. belegt
war, blieb sie lieber auf dem Kissen vorm Bett liegen. Für den Sprung
vom Bett oder aus der Fensterbank liegen schon lange dicke Kissen
als Sprungmatte bereit, und wir sind kurz davor ihr eine Rampe für
die 5 Stufen im Treppenhaus zu bauen.

Mit einer Trinkmenge von etwa 200ccm Wasser pro Tag bei
etwa 5,5 Einheiten Insulin für ca. 4,7 Kg Katze, lag Allegra wahr-
scheinlich im sinnvollen Bereich. Unser Tierarzt ging zeitweilig
sogar davon aus, dass sie 2x am Tag sogar 6 Einheiten benötigt.
Nur stellte sich überhaupt keine Besserung ihrer
Neuropathie ein.
Im Gegenteil. Wir möchten im Nachhinein sogar behaupten, je
mehr Insulin Allegra im Laufe der Zeit bekam, um so geringer
wurde zwar ihre Trinkmenge und dementsprechend nahmen auch
ihre Klobesuche ab, aber ihr Allgemeinbefinden verschlechterte
sich erheblich. Wir hatten eingentlich nur noch eine Schlafkatze,
die sich die meiste Zeit im Schrank aufhielt, kein Interesse am
Eichhörnchen-TV auf dem Gartentisch hatte, kaum eine Pfote vor
die Tür setzte und meist noch nicht einmal mehr ins Treppenhaus
ging. Schlafen, fressen, Klobesuche und etwas durchkuscheln
lassen - das war das Leben der Katz'. Nicht viel anders als bei
Herrn Katze, der ohne Insulin-Behandlung fast bis zum Schluß
noch in der Lage war auf seine Gartenliege zu springen ...

Um Weihnachten herum haben wir neben viel Zeit & Aufmerk-
samkeit der Katz' dann auch 2 bis 3x täglich in Wasser aufgelöste
Globulis übers Futter gegeben, die uns
die Tierheilpraktikerin in
Braunschweig
für Herrn Katze empfohlen hatte. Diese Globulis
sollen die Organfunktionen mobilisieren. Was nun genau bei Allegra
zu einer Verbesserung ihres Allgemeinzustandes beigetragen
hat, wissen wir nicht. Denn zusätzlich haben wir die Spritzinter-
valle auf 13 bis 14 Stunden verlängert. Meist bekommt sie nun ihre
inzwischen auf 4,5 Einheiten reduzierte Insulindosis, wenn sie zum
Futternapf marschiert. Das heißt für uns allerdings auch so manches
Mal mitten in der Nacht zu spritzen! Aber da weder Katz' noch wir
einen regelmäßigen Tagesablauf haben, passt diese Lösung aller-
dings sogar besser zu uns, und ist für alle Beteiligten stressfreier.

Stress scheint ohnehin ein ganz wichtiger Faktor zu sein, denn
als sich vor einigen Tagen der Catsitter unserer Nachbarn ver-
sehentlich ausgesperrt hatte und plötzlich in Allegras Raum stand,
konnten wir diesen Sressfaktor am nächsten Tag ganz deutlich in
der erhöhten Trinkmenge ablesen. Daher verzichten wir auch
auf die Blutzuckermessung. Denn jede noch so kleine 'Behandlung'
führt bei Allegra zu Stressreaktionen, die ihre Blutzuckerwerte
nur unnötig in die Höhe treiben.

Stattdessen versuchen wir seit einger Zeit ihr möglichst wenig
Trockenfutter zu geben. Aber Katz' liebt nun mal ihr Royal Canin
Diabetic und andere Sorten der Tierfutterindustrie. Zeitweilig
stellt sie sich dann maunzend vor den gut gefüllten Napf, wenn
dort nur frisches zuckerfreies und gesünderes Feuchtfutter meist
ohne Soße steht. Feuchtfutter bekommen wir am Besten nach
dem Insulin in die Katz' hinein. Oder aber mit etwas Wasser
angereichert und obendrauf die in Wasser aufgelöste Schüßler-
Salzmischung für Diabetiker mit zwei zusätzlichen Tabletten
Nr. 5 zur Unterstützung des Nervensystems. Früher hatte Wolf-
gang behauptet, dass Allegra die Salze verweigert. Aber in-
zwischen ist es gerade die Salzmischung, die Katz' zuerst vom
Futter schleckt. Und dann jubeln wir ihr täglich in 2 Portionen
noch 500mg Taurin im Futter unter. Diese Empfehlung gab uns
unser Tierarzt zur Unterstützung der Herzfunktion.

Also wählen wir nun vorerst das kleinere Übel mit dem Risiko,
das wir durch diese Art der Behandlung ihre Lebenserwartung
verkürzen bzw. Folgeerkrankungen provozieren. Nur da uns unser
Tierarzt immer wieder danach fragt, ob sie sich bewegt und auch
mal gern in den Garten geht, und wir gerade das in den letzten
Monaten immer häufiger verneinen mussten. Wo ist dann der
gesunde Mittelweg? Denn gerade Bewegung ist doch für das
ohnehin anfällige Kreislaufsystem bei Diabetikern so wichtig ...

Zwar liegt ihre Trinkmenge jetzt etwa bei 300cmm am Tag -
und ist für ihr Körpergewicht eigentlich viel zu viel. Zumal
ja auch das Feuchtfutter noch Feuchtigkeit enthält, und wir
das Futter zusätzlich noch mit etwas Wasser verflüssigen. Aber
was haben Katz' und wir davon, wenn sie mit einer höheren
und wohl auch notwendigen Insulindosis nur noch in einer Art
Dämmerzustand lebt? Noch vor ein paar Wochen war sie so
unsicher auf den Pfoten, dass sie sich kaum noch bewegen
wollte. Sie sprach nicht mehr mit uns, obwohl sie normaler-
weise eine sehr erzählfreudige Katze ist, holte sich auch
immer seltener ihre Kuscheleinheiten ab, und ihre Verspielt-
heit war vollkommen verschwunden. Wenn überhaupt folgte
nur noch das Köpfchen dem Lederwedel. Eine Pfote hob sich
dabei kaum noch, wenn sich etwas in ihrer Nähe bewegte.
Inzwischen habe ich Maus & Allegra nachts sogar
mal wieder toben gehört ...

Wir werden also noch ein paar Tage mit Katz' experimentieren,
und ihr Verhalten dabei ganz genau beobachten. Auf die zum Teil
erhöhte Trinkmenge reagieren wir mit einer Tablette gegen Harn-
wegsinfektion, die sie vorsorglich alle paar Tage bekommt. Laut
unserem Tierarzt können wir sie ihr bedenkenlos ab und an ver-
abreichen. Und dann werden wir Allegra im Februar mal wieder
dem Tierarzt vorstellen, um die Nierenwerte und
den Fructosamin-
wert
überprüfen zu lassen. Auch wenn unser Tierarzt der Meinung
ist, dass der Fructosaminwert nur zur Bestätigung einer Diabetes-
Erkrankung dient, und danach keine Aussagefähigkeit über den Blut-
zuckerspiegel mehr liefert. Wir befürchten, dass diese beiden
Werte bei Allegra zu hoch für ein gesundes Katzenleben ausfallen
werden. Aber was nützt in Allegras Fall ein gesundes Katzenleben,
wenn sie mit der richtigen Insulinmenge noch nicht einmal mehr
aus dem Gartenfenster schauen mag ...

Foto: S.Schneider


Kommentare:

Kleine-creative-Welt hat gesagt…

Ach liebe Silke,
das hört sich gar nicht gut an - es macht mich traurig - die arme Süße - ich muss immer denken, wie gut es ist, dass du nicht 8 Stunden aus dem Haus musst, um einem Job nachzugehen. Das ginge ja gar nicht. Du bemühst dich so liebevoll und gibst ihr so viel Zuwendung - ich wünsche euch so sehr, dass es bald eine Besserung ihres Befindens gibt - weiß ich doch, wie sehr ihr an dem schönen Tierchen hängt - ich denke an euch - und freue mich mit euch, dass sie die Fensterbank wieder besucht hat.
Herzliche Grüße - Ruth

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ruth
Auch wenn wir schlechte Werte befürchten, so stehen wir auf dem Standpunkt, dass weniger aber dafür zufriedenere Tage für Allegra besser sind als zig Test und Behandlungen. Was ist das für ein Leben? Und loslassen müssen wir eh' irgendwann ...
Nein, traurig macht es uns nicht. Eher im Gegenteil, dass wir uns trauen andere Wege zu gehen, die ihr vielleicht zu mehr Lebenensqualität verhelfen. Denn bis jetzt habe ich im www immer nur eine Diabetes-Behandlung nach Schema F gefunden, die bei Allegra anscheinend nur noch zu einem Leben im Schrank führt. Und das hätte uns wirklich traurig gemacht, wenn das ihr Leben sein sollte, und wir sie zum Spritzen immer aus der letzten Ecke im Schrank hervorzerren müssten, nur damit sie länger lebt. Außerdem zeigte sich schon extremer Muskelabbau an den Hinterläufen, da sie nur noch rumlag ...

katzenfreundin hat gesagt…

Liebe Silke,

es ist sehr bewegend und zugleich sehr traurig das alles zu lesen. Aber ich sehe es ähnlich, würde Allegra lieber mehr zufriedene Tage voller Lebensqualität schenken. Und ein Leben nur im Schrank ist ja nicht so toll. Gerade Bewegung wäre ja so wichtig. Ich wünsche Euch und Allegra alles Gute und dass sie noch eine schöne Zeit mit Euch verbringt, egal wie lang diese Zeit sein wird.

LG Claudia

Danny mit Lucy hat gesagt…

Liebe Silke,
ich würde genauso handeln. Lieber dem geliebten Tier eine wunderschöne Zeit bereiten als sie zu "quälen" und zu zerren.
Ihr macht das genau richtig. Und ich freue mich sehr, dass sie nun aus dem Fenster guckt.
LG
Danny mit Lucy

Herz-und-Leben hat gesagt…

Das ist ja schön, wenn sie wieder mehr Bewegungslust zeigt!
Ja, Katzen und ihre Vorlieben ...
Meine Mutter ist inzwischen auch wieder bei der ziemlich vorherigen Ernährungsweise - Kitty bekommt Royal Canin Sterilised, weil sie das so gerne mag ;-) und Feuchtfutter auch wieder.

Ich weiß jetzt aber nicht, ob das mit der Bewegung für Katzen generell so gültig ist? Schlafen die im Winter nicht ohnehin mehr (so eine Art Winterschlaf?) wie viele andere Tiere auch?

Bei der verstorbenen Katze meiner Mutter half ein junges Kätzchen wieder auf die Sprünge. Deshalb überlegt meine Mutter immer mal wieder, sich noch eins anzuschaffen. Die "Großen" mischen dann automatisch mit und verjüngen sich dann geradezu noch einmal ... das aber wäre ein Kreislauf ohne Ende ;-)

Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, daß es für ein Tier so ideal sein kann, wenn man es wie einen menschlichen Diabetiker behandelt. Das ist ja dann wirklich keine Lebensqualität mehr.

Alles Liebe und Gute
Sara

Brigitte hat gesagt…

Ich glaube, dass Katzen tatsächlich bei der jetzigen Wetterlage unbedingt mehr schlafen wollen. Ohnehin und fast alle.

Einen Katzendiabetesfall hatten wir bisher - zum Glück - noch nicht, aber warum sollte für Tiere nicht das gelten, was auch für Menschen gilt, die Diabetes haben. Absolut kein Stress. Jeder Diabetiker muss am besten stressfrei leben.

Wie ich finde, seid ihr sehr besorgt und auch sehr fürsorglich, ihr macht das Beste für Allegra. Mehr kann man nicht tun.

Schönen Sonntag euch mit einem lieben Gruss, Brigitte

Christina hat gesagt…

Ich denke auch, dass es für eure Allegra ganz bestimmt wichtiger ist, ihr Leben genießen zu können - was nutzt die bestmögliche Diabetes-Behandlung, wenn sie darunter so sehr leidet. Ich kann dich gut verstehen. Wie schön, dass sie nun erste Veränderungen zeigt und wieder mehr am Leben teilnimmt.

Liebe Grüße, Christina

AnnaFelicitas hat gesagt…

Liebe Silke,
ich freue mich, dass ihr endlich einen kleines Highlight erleben durftet. Wie schön ist das!!

Bei zooplus habe ich etwas entdeckt, was Allegra als Aufstiegshilfe unterstützen könnte. Schau mal bitte: http://www.zooplus.de/shop/katzen/kratzbaum_katzenbaum/kratzbaum_armarkat/191404 - und 20% kannst du auch noch sparen, denn es ist WSV! Code WSV-2011 gültig bis 01.02.2011.

Knuddler & Krauler für das tapfere Mädel!

Alles Liebe
Anna

Alex aus dem Gwundergarten hat gesagt…

Hallo Silke
Hmm, das sind gemischte Neuigkeiten bei Dir. Traurig, dass Du nun schon wieder einen "Patienten" hast, schön aber zu lesen, dass der Fenstersims für Maus doch wieder verlockend ist. Musste schon grinsen über Deinen Kommentar in meinem Blog so von wegen zuerst die eine Maus einfangen und dann die andere. Mein Mann würde wohl die Krise bekommen und Maus und Katz würden wohl für immer aus dem Haus verbannt. Daher sorge ich lieber vor... jetzt wo er den Noah doch auch so sehr ins Herz geschlossen hat :o).
Liebe Grüsse und einen Knuddler an die Patientin
Alex

Gartenfee hat gesagt…

Ach Silke, ich habe schon befürchtet, dass Ihr wieder ein Sorgenkind habt, da es in Euren Blogs in letzter Zeit doch recht ruhig ist. Ich denke, Ihr macht das genau richtig. Wenn auch vielleicht eine kürzere Lebenserwartung die Folge ist, so würde ich mich aber auch dafür entscheiden, Allegra mehr Lebensqualität zu schenken. Für uns selbst würden wird das doch auch wünschen, nicht wahr? Und solche Lichtblicke sind dann ein wunderschönes Geschenk...

Liebe Grüße und einen Krauler für Allegra, Bärbel

SchneiderHein hat gesagt…

@ Claudia
Wir testen einfach. Und im Moment springt sie schon häüfiger in die Fensterbank und trinkt dort aus dem Wasserschälchen. Insgesamt erscheint sie uns aufgeweckter und bewegungsfreudiger. Wir denken auch, dass ist zumindest einige Zeit die besser Medizin. Zumal sich ja schon ihr Muskelgewebe zurückgebildet hat und dringend wieder aufgebaut werden muss.

@ Danny
Wir und unsere kränkelnden Kätzchen ;-) Hoffentlich bekommst Du weiterhin die Tabletten in Lucy rein!

@ Sara
Ich kann ehrlich gesagt gar nicht verstehen, wie ein Tierarzt heutzutage noch empfehlen kann ausschließlich Trockenfutter zu geben. Auch wenn sich die Zusammensetzung des Futters in den letzten jahren sicherlich noch verbessert hat, so ist das doch mehr als unnatürlich bis ungesund. Wir würden doch auch nicht unser ganzes Leben lang Astronautennahrung essen wollen/vertragen können.

Nach meinen Beobachtungen bei Herrn Katze, Maus & Allegra möchte ich behaupten, dass Katzen ihr Leben nach dem Wetter gestalten. Wenn ihre Bezugspersonen natürlich einem geregelten Tagesablauf nachgehen müssen, dann passen sie sich dem an und bestehen auf die dazu passenden Zeiten. Aber Herr Katze und auch Maus hatten bis jetzt kaum festen Zeiten für Spaziergänge. Ist die Nacht lau, dann nervt eine Maus schon morgens um 4 Uhr. Und stürmt es draußen oder es ist kalt bzw. regnerisch, dann reicht auch eine Stippvisite um 11 Uhr. Auch die Nahrungsaufnahme ist ganz unterschiedlich. Je nachdem wie spannend der Gartentag war. Aber das können sich eben nur Katzen leisten, die ihren Tag individuell selbstgestalten können ...

Daher erscheint es uns jetzt auch sinnvoller Allegra ihr Insulin zu geben, wenn sie Hunger hat. Denn sie liegt etwa bei 4,5 bis 5 kg - da dürften noch 500 bis 700g runter. Wir verstehen einfach nicht, was daran gut sein soll eine Katze durch die Insulingabe zum Fressen zu verleiten, wenn sie erst zwei Stunden später Hunger verspürt. Und seitdem geht es ihr zumindest vom Bewegungsablauf wieder besser.
Aber Diabetes ist ja wohl wirklich kompliziert und wahrscheinlich je nach körperlicher Verfassung und Tageslaune ganz individuell ...

Soweit ich es jetzt verstanden habe, gibt es wohl reichlich Ähnlichkeiten zwischen menschlichen & tierischen Diabetikern. Wobei es bei Hunden wohl etwas einfacher ist.
Fest steht, dass bei Allegra die Stresskomponente eine große Rolle spielt, die wohl viel im Stoffwechsel durcheinanderbringt.

Eigentlich ist Allegra die verspielte Hauskatze, nur durch ihre stark eingeschränkte Beweglichkeit verlor sie wohl die Lust. Zeitweilig scheint auch ihr Sehvermögen behindert zu sein, was zum Spielen auch sehr wichtig ist. Daher wäre sie mit einer jungen Katze nun total überfordert. Selbst Maus ist ihr manchmal zu viel. Und Stress mit der Maus erhöht wohl auch den blutzuckerspiegel. Ebenso, wie wenn jemand an der Tür klingelt. Denn danach geht sie manchmal tiefergelegt, aber nicht das typische davonschleichen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Brigitte
Klar wird bei schlechterem Wetter mehr geschlafen. Aber bei Allegra ist es auffällig viel gewesen. Denn schließlich sind Maus und Allegra nur wenige Wochen auseinander. Und Allegra war bis zum vorletzten Herbst noch ein verspieltes Kätzchen. Aber im Nachhinein gab es schon lange vorher Anzeichen, die wir aber erst jetzt deuten können. Wahrscheinlich haben wir schon in ihrem ersten Lebensjahr mit der Katzenpille den Grundstein für ihre Diabetes gelegt. Aber das haben wir erst zu spät gelesen. Und unser Tierarzt hatte uns leider nicht auf die mögliche Gefahr hingewiesen. Sonst hätten wir sie damals bestimmt früher als Maus kastrieren lassen ...

Wahrscheinlich war Allegra schon immer sehr stressanfällig. Herr Katze ja auch. Da hatte Herr Hein ein gutes Händchen für Sensibelchen. Wie gut, dass die Zeit der großen Gartenfeiern beendet ist ;-)

@ Christina
Ich vermute inzwischen immer mehr, dass sie zu viel Insulin bekommen hat. Denn zur Zeit ist sie aufgeweckter und schon etwas sicherer auf den Pfoten. Leider haben wir ihre Spritzzeiten nun noch weiter ausgedehnt teilweise auf 15 bis 16 Stunden (wir konnten 3x nicht zur richtigeren Zeit zuhause sein), so dass sich ihre Trinkmenge wieder erhöht hatte. Aber insgesamt scheint unsere Strategie im Moment wirkungsvoller zu sein. Zumal Allegra nicht so schnell eine Regelmäßigkeit daraus ableiten kann. Vorher versuchte sie sich immer zu ducken oder sogar zu flüchten, wenn die Spritze kam. Ein Spritzritual geht bei ihr überhaupt nicht, da sie sich fürchterlich dabei verkrampft. Und dann tut es natürlich weh. So sind wir dann auch schon wieder im Stress-Teufelskreis ...

@ Anna
Im Moment sieht es so aus, als ob wir mit den Podesten, Rampen und sonstigen Aufstiegshilfen noch etwas warten können. Aber notfalls bauen wir individuell für unsere Seniorin. Aber danke für Deinen Tipp!

@ Alex
Perfekt wird es nicht mehr werden. Wir werden versuchen mit dem kleinsten Übel umzugehen. Aber was das nun ist?

Tja, Maus & ihre Mäuse im 'Spielzimmer' = Bad. Da habe ich noch so viele nette Geschichten hier vorbereitet. Aber Herr Katze & Allegra haben das letzte Postjahr ganz anders gestaltet. Aber irgendwann werde ich auch noch die Abenteuer mit Mäusen hier veröffentlichen. Wolfgang ist übrigens bei uns der bessere Mausefänger - aber wenn er nicht da ist ...
Schön, dass sich Noah in Euer Leben eingeschlichen hat!

@ Bärbel
Posts habe ich noch einige für Januar, aber bei den ganzen Blogs komme ich manchmal nicht durch und poste je nach Laune mal mehr hier oder auf den anderen Blogs. Nein, im Gegenteil. Auch wenn es seit Weihnachten nun wieder andere familiäre & berufliche Probleme gab & gibt, sind wir bei Allegra eher zuversichtlich. Nur kann Wolfgang ihr ja leider nicht den ganzen Tag Gesellschaft leisten. Ihr Katzenleben würde wohl gesünder & glücklicher verlaufen, wenn Wolfgang wieder mit ihr zusammen am Küchentisch arbeiten könnte. Dieses wohlige Gefühl würde sich wahrscheinlich am Besten auf ihren Blutzuckerspiegel auswirken. Und natürlich viel gemeinsame Kuschelzeit im Bett ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

@ Silke
Ich weiß ja nicht, ob es lebenslang gemeint war. Jedenfalls sollte Kitty abnehmen und dafür war es gedacht. Denn ständig nur Feuchtfutter aus Dosen/Packungen kann das Ideal auch nicht sein. Das sind alles nur Konserven so oder so. Also auch nicht anders, als würden wir uns aus Büchsen ernähren. Präparate ... Dabei bleibt keiner gesund.

http://www.vollwertleben.info/html/kollath-tabelle.html
(von links nach rechts nimmt die Wertigkeit der Nahrung ständig ab - ganz rechts ist gar nicht mehr zu empfehlen!)

Habe gerade von meinem Mann erfahren, daß unsere Verwanadten in München ihre Katzen Mäuse fressen lassen. So ein Kater ist dann auch im hohen Alter von 14 Jahren noch fidel. Wenn er Glück hat und keine Tollwut o.ä. erwischt ...

Ansonsten - Vollwert für Katzen macht eben sehr viel mehr Mühe, das wollen viele gar nicht leisten. Denn selbst ernähren sie sich ja auch schon nicht so, weil es angeblich zu viel Arbeit macht ;-)

Das mit dem Wetter kann gut möglich sein. Wir beobachten es auch, daß sie dann mehr schlafen, wenn es z.B. regnet oder eben im Winter. Bei meiner Mutter kommen die Katzen ja nie raus, insofern konnte ich das da nicht beobachten. Ich hatte früher aber selbst eine Zeitlang eine Katze und die war ziemlich regelmäßig abends unterwegs. Das war aber noch ein jüngeres Kätzchen. Als meine Mutter sie dann übernahm, änderte sich das, weil sie dort ja nicht mehr raus konnte.

Also das mit dem Insulin verstehe ich weder bei Mensch noch Tier! Meine SchwieMu hatte sich mit dem Insulin auch immer rausgeredet, damit sie essen "konnte" "durfte" ;-) Nachher - im Krankenhaus - ging es sogar ganz ohne!
Und so war das auch gemeint, was ich oben schrieb - wenn man ein Tier mit Insulin vollpumpt, nur damit es essen "kann" - es insgesamt aber unheimlich dadurch leidet. Denn Lebensqualität ist das ja nicht gerade - auch beim Menschen nicht. Wir haben dieses unendliche Leiden ja hautnah viele Jahre miterlebt! Dann ist Essen auch keine wirkliche Freude mehr!
Und solche Mengen, wie manche essen, braucht man wirklich nicht, so wie wir heutzutage leben. U.a. in diesem Buch wird das sehr anschaulich beschrieben, mit wieviel wir auskommen und fürs Tier, das ja auch nichts anderes als ein Säugetier ist, wird Ähnliches gelten

http://www.reform-rundschau.de/buch/rezens/geheimarchiv.htm

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Bei unseren grauen Damen haben wir schon immer darauf geachtet, dass sie nicht die gleiche Dosen- oder Trockenfutterkost bekommen. Die Futterzusammensetzungen sind da von Hersteller zu Hersteller ganz unterschiedlich. Maus ist auch häufiger an Käse und Fisch interessiert - so als Probierhappen. Und von unserem frisch zubereiteten Fleisch bekommen sie meist auch etwas ab. Nur Allegra ist leider wirklich eine Katze die die Tierfutterindustrie gern unterstützt und natürlicherer Nahrung kaum etwas abgewinnen mag. Maus knabbert auch mal gern an einem Mausebein oder an einem jungen Vogel, den sie erwischt. Auch Insekten stehen bei Maus mit auf dem Speiseplan. Aber Allegra doch nicht! Die weiß ja noch nicht einmal, wie man ein gefangenes Tier totbeißt.
Mit Mäusen ist das laut Tierschutzgesetzt ja so eine Sache, da sie nicht lebend verfüttert werden dürfen. Ob sich die Schlangenbesitzer da wirklich alle dran halten?
Auch könnten wir Eintagsküken besorgen oder barfen. Doch das wäre auch wieder nur etwasfür die Maus! Und mir scheint, unsere Damen können sich ebenso wenig für Tiefkühlkost begeistern wie wir. Dann lieber Variationen von Fisch- & Geflügel aus der Konserve, verschiedene Diabetic-Trockenfutter und für uns mehr frisches Fleisch & Fisch, von dem sie kleine Portionen angeboten bekommen. Also abwechselungsreiche Mischkost ohne Zucker/Karamel und mit möglichst wenig Getreide.

Darum kann ich Tierärzte nicht verstehen, die außschließlich eine bestimmte Sorte Trockenfutter verordnen. Das kann doch auf Dauer nicht gut gehen. Allerdings verdienen sie ja auch daran! Mir scheint Tierheilpraktiker empfehlen häufiger eine abwechselungsreiche Mischkost. Aber das macht auch mehr Arbeit und geht doch wesentlich mehr ins Geld. Zumal wenn man wählerische Katzen hat, die sich protestierend vor den Napf setzen oder sich beleidigt abwenden ;-)
Vielleicht resignieren die Tierärzte dann auch, wenn sie feststellen, dass der Tierhalter mit den Fütterungsempfehlungen überfordert ist ...

Wir 'erarbeiten' uns nun nach über 9 Jahren endlich unseren Tierarzt und finden vielleicht zusammen mit ihm für Katz' je nach Krankheitssymtom bzw. Befindlichkeit das kleinste Übel oder einen für sie gesunden Mittelweg.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara - Teil 2
Auf das Insulin werden wir bei Allegra bestimmt nicht verzichten können. Denn so viel können wir an ihrer Ernährung nicht mehr ändern.
Da es zeitlich nicht passte, hatten wir in der letzten Woche 4x Insulin-Intervalle von ca. 15 Stunden erreicht - bei gleichbleibender Dosis. Sofort ging die Trinkmenge wieder hoch. Aber es scheint, dass die zur Zeit verwendete Dosis von 4,5 Einheiten sie nach 14 Stunden zum Fressnapf führt, und sie vorher eine etwas unternehmungslustigere Phase hat. Bei den 12 Stundenintervallen hatten wir das Gefühl, dass wir diese Phase 'weggespritzt' haben und Katz' nur noch träge in der Ecke lag.
Eventuell werden wir nun versuchen die Dosis weiter zu reduzieren. Aber da Allegra sich beim Spritzen noch immer fürchterlich verkrampft und das wieder zu Stress führt, sind die verlängerten Intervalle für sie vielleicht der bessere Weg. Doch eventuell bekommen wir jetzt Probleme mit Ketonen ... Es sind eben kleine feine Stellschrauben, mit denen man an manchen Tagen etwas beeinflussen kann. Wenn allerdings am nächsten Tag unverhofft Besuch kommt und Katz' sich in die Kleiderkammer verkriecht, sind alle Werte eventuell schon wieder durcheinander!?

Also versuchen wir soweit als möglich ihr ein stressfreies, aber abwechselungsreiches Leben zu bieten. Mit viel Kuschelzeiten, ein wenig Unterhaltungsprogramm zum Spielen und ein paar Gartenaufenthalten - aber dazu müssen wir wohl wieder mit im Garten sitzen!
An der Futterzusammensetzung werden wir vorläufig nichts ändern. Auch wenn Maus & Allegra jetzt schon wieder viele Sorten uninteressant finden - die Igel & Nachbarskatzen freut es ;-)
Und die Insulineinheiten werden wir wohl in etwa so beibehalten, da ihr Körper diese Dosis anscheinend ganz gut verkraften kann. Aber die nächste Spritze gibt es dann möglichst erst, wenn Kätz' nach ein paar über den Tag verteilten kleineren Snacks wieder mehr Hunger hat. Damit gleichen wir dann vielleicht auch die längeren Schlafphasen bei schlechtem Wetter besser aus ...

Mag sein, dass sich dadurch jetzt andere Probleme einschleichen. Aber dann hoffen wir ja noch zusätzlich auf eine Wirkung der Globulis zur Unterstützung aller Organfunktionen, der Schüßler-Salzmischung für das Nerensystem & Folgeerscheinungen bei Diabetes und auf das für Katzen wichtige Taurin. Und da wir diese Präparate stressfrei fast täglich mit dem Futter in die Katze bekommen, scheint das zur Zeit der beste Weg.
Nun müssen wir nur endlich mal eine gewisse Konstanz in ihr Leben bringen, damit beim Tierarzt der Fructosaminwert bestimmt werden kann. Denn wenn jeder Tag anders ist, dann wird auch der Wert nicht besonders aussagefähig werden ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ja, das ist mir natürlich alles bewußt, daß die Tiere auch so ihre Eigenheiten haben, genau wie der Mensch auch. Im Idealfall wäre eben die artgerechte Nahrung die gesündeste und zöge keine menschlichen Zivilisationskrankheiten nach sich. Der Mensch hat da schon den Vorteil, daß er sich ganz bewußt für eine verträglichere Nahrung entscheiden kann.

Allerdings wird im Zoo nur das für die Tiere Gesunde gefüttert, sonst wären die (Folge-)Kosten untragbar. Daher auch die Schilder "Füttern verboten", weil wohlmeinende Zeitgenossen allzu gern Süßes und andere vermeintlichen Leckereien zustecken.


Wo genug Mäuse sind, suchen die Katzen sie sich von allein. Aber nicht jeder wohnt ja mehr so. Bei meiner Mutter ginge das auch gar nicht. Ich würde, ganz ehrlich, kein Tier halten, wenn es immer in der Wohnung sein müßte ...

TK-Kost ist zwar gesünder als die aus Dosen, aber mir schmeckt sie auch nicht ;-)

Die Katzen meiner Mutter bekamen auch nicht immer das gleiche Futter und auch mal etwas Zusätzliches, aber ungesalzen, ungewürzt, also wenn gekocht, dann vor der Würzung abgenommen. Insekten fingen sie auch immer mal, z.B. Spinnen. - Im übrigen handhabte man "früher" das auch so, wie meine Mutter noch weiß, denn da gab es überhaupt kein Extra-Katzenfutter. Die Haustiere aßen das mit, was der Mensch auch gegessen hat.

Lieber Gruß
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Unser erster Kater hatte neben Dosenfutter - damals in den 70ern gab es hierzulande ja noch weniger Auswahl - auch immer etwas von unserem Essen abbekommen. War wahrscheinlich auch gar nicht so schlimm, da meine Großmutter nur Salz und Pfeffer kannte und damit nicht gerade üppig kochte. Trockenfutter bekam er gar nicht. Und bis auf einen vereiterten Zahn musste er in seinen 19 Lebensjahren bis auf die Kastration nie zum Tierarzt. Ab und an hat er wohl auch ein paar Mäuse und Vögel gefangen und gefressen. Das war wahrscheinlich eine ausgewogenere und bessere Ernährung, als die meisten Katzen heute erhalten können ...