Mittwoch, 15. September 2010

Tage oder Wochen?


Diese Frage stellt sich nun nach dem Besuch bei seiner Tierärztin
am Abend. Dass er in den letzten 2 Wochen schwächer geworden
ist, habe wir festgestellt. Doch es ist erstaunlich, dass er immer
noch gut und viel frisst - etwa 300 bis 350g Feuchtfutter bei seinen
ca. 3 Kilo Katergewicht. Dazu kommt seit einigen Tagen nachts
sogar wieder etwas Diabetes-Trockenfutter. Und morgens steht er
erwartungsvoll im Keller, denn er möchte in den Garten.

Kaum war ich gegen Mittag angekommen, kam er auch bald aus
dem Beet hervor. Denn meist bringe ich ja anderes Futter von
meinen grauen Damen mit. Allerdings musste er zwischendurch
eine Pause einlegen, bis er wieder im Wintergarten ankam.

Bevor er sich so gemütlich auf seiner Liege ausstreckte,
konnte ich ihm ein flaches Schälchen unterschieben, um
wieder einen Urintest mit ihm zu machen. Aber leider
bestätigte sich meine Vermutung, dass das Antibiotikum
wohl nicht wirkt. Am Sonntag zeigte der Urin-Teststreifen
Blut an und heute deutete die Färbung auf Hämoglobin hin.

Aber wenigsten mochte er in 2 Etappen noch etwas sehr
saftiges Roastbeef, lag auf dem Boden auf seiner Matte oder
auf der Liege im Wintergarten und schien auch gegen ein
paar Streicheleinheiten nichts zu haben.

Kurz bevor wir zur Tierärztin fuhren, machte er noch einen
kleinen Spaziergang. Dieses Mal sogar zu einem Beet auf der
gegenüberliegenden Seite, wo er sich zwischen die Stauden
legte. Sicherlich wäre er gern noch etwas länger im Garten
geblieben, aber wir hatten die schwache Hoffnung, dass es
noch ein wirkungsvolleres Antibiotikum für ihn gibt. Und da
er in einer Kellernacht ca. 2qm Nachtlager komplett mit Urin
durchfeuchtet, gäbe es ja vielleicht doch eine Behandlungs-
möglichkeit für seine enge Harnröhre.

Die Fahrt zur Tierärztin verlief recht gut und ruhig. Aber im
Laufe der Untersuchung bzw. Behandlung wurde der Termin dann
im wahrsten Sinne des Wortes beschissen für ihn:
Damit er etwas
entspannter auf dem Untersuchungstisch sitzen sollte, wurde zuerst
seine Blase punktiert. Die erste Spritze ließ sich recht problemlos
mit seinem Urin befüllen. Bei der zweiten Spritze presste er jedoch
zeitgleich so sehr mit, dass bald darauf nicht nur Urin an seinem
Hinterteil hinunterlief sondern auch reichlich Kot und später Durch-
fall sein Fell verklebte. Und als er sich immer mehr verkrampfte,
musste sich der arme Kerl auch noch bis zum Mittags-Roastbeef
übergeben. Danach war vorerst keine weitere Untersuchung mehr
möglich, und er bekam ein leichtes Schmerzmittel gegen die
Krämpfe und Vitamine gespritzt.

Die Penisöffnung lässt über den Tag verteilt zwar immer noch
reichlich Urin durch, aber ist winzig klein. Gegen eine Penis-
amputation sprechen nicht nur seine schlechten Nierenwerte
sondern auch seine Diabetes, die eine gute Wundheilung stark
beeinträchtigt. Also ist ihm auf dem Wege leider wirklich
nicht mehr zu helfen.

Schon bei der Ansicht des sterilen Urins war offensichtlich,
dass er noch immer an einer Blasenentzündung leidet. Nur wird
es immer schwieriger noch ein weiteres Antibiotikum gegen
seine entzündeten Harnwege zu finden. Aber das neue Präparat
hat er - soweit meine aufgehobenen Unterlagen reichen - bisher
noch nicht bekommen. Damals bei den 2 oder 3 Struvit-Vorfällen
hatte ich keine Rechnung mit den verabreichten Medikamenten
mitgenommen oder sie irgendwann weggeschmissen. Nun hoffen
wir, dass dieses Mittel wirkt und nicht Erbrechen oder andere
Komplikationen mit sich bringt. Es gäbe es noch die Möglichkeit
eines Antibiotika-Resistenztestes, aber der war in dem Chaos auf
dem Untersuchungstisch leider untergegangen.

Insgesamt hat sich sein Zustand seit dem letzten Besuch ver-
schlechtert. Selbst Herz und Lunge hören sich jetzt nicht mehr
gut an. Aber trotzdem krabbelte er wieder in seine Transport-
schale und machte nicht den Eindruck, dass er sich jetzt schon
aufgeben wollte. Globulis und Salze sollen wir ihm in der Kombi-
nation ruhig weiter geben, da sie ihm nicht schaden können. Da
stimmten
Tierärztin und die mobile Tierheilpraktikerin, die zu
dem Zeitpunkt ebenfalls in der Praxis anwesend war, überein.

Während der Fahrt lag er vollkommen geschafft im Körbchen, war
aber richtig aufgereget, als wir auf dem heimischen Hof ankamen.
Da dem armen Stinktier nun noch ein Fast-Vollbad bevorstand,
brachte ich ihn zur Erholung in den Wintergarten. Dort trank er

dann auch endlich wieder. Das angebotene Wasserschälchen in
der Praxis rührte er trotz aufgeregtem Hecheln nicht an. Nach
einer kleinen Verschnaufpause wanderte er dann zu seinem
früheren Lieblingsplatz an der Garage und verkroch sich etwas
hinter dem Buchsbaum am Weidenstamm. Aber während ich
seinen Waschzuber füllte, kehrte in den Wintergarten zurück.
Das Wannenbad ließ er über sich ergehen. Er scheint den Ablauf
inzwischen zu kennen und blieb einen Moment mit seinen ver-
schmierten Hinterpfoten in der Wanne stehen. Danach wieder
die obligatorische Kuschel- & Trockenzeit und auch die Nacht-
wanderung durfte nicht fehlen. Dann war es wirklich Zeit für
sein warmes Lager. Heute kuschelte er sich mit dem Rücken
sogar an die Wärmflasche und ließ sich etwas zudecken. Mit
der entleerten Blase hat er nun vielleicht mal eine weniger
feuchte Nacht ...

Nach dem heutigen Drama bot seine Tierärztin von sich aus an
Blasenpunktierung etc. lieber als Hausbesuch durchzuführen,
da der Praxisbesuch wirklich zu viel Stress für ihn bedeutet.
Und in dem Zuge klärten wir auch, dass sie zu ihm nach Hause
kommt, wenn er unter all' seinen gesammelten Krankheiten zu
sehr leidet und seinen Kampfgeist irgendwann dabei verliert ...

Auch wenn ich ihm einen weniger unangenehmen Tierarztbesuch
gewünscht hätte, so war es doch gut noch einiges in der Praxis
abzuklären zu können und sogleich ein neues Antibiotikum mit-
zunehmen. Und nun haben wir endlich die Gewissheit, dass ihm
nicht mehr zu helfen ist. Aber vielleicht hat er trotzdem noch
ein paar für ihn wichtige Tage oder Wochen in seinem Garten!?



Nachtrag 16. September 2010:
Das neue Antibiotikum aufgelöst in Wasser und ins Mäulchen
verabreicht schmeckte ihm morgens überhaupt nicht, blieb
aber im Katertier. Nur fressen wollte er bis zum Mittag dann
kaum etwas. Und am Abend würgte er die Medizin so qualvoll
heraus, dass meine Mutter es nicht wagte ihm das Medikament
nochmals zu geben. Dafür hatte er anscheinend einen schönen
Gartentag, denn er war über mehrere Stunden nicht auffindbar
und lag am späten Nachmittag wieder ganz selbstverständlich
auf seiner Liege im Wintergarten.



Nachtrag 17. September 2010:
Mit wesentlich mehr Wasser verdünnt schaffte meine Mutter es
nun doch ihm das Antibiotikum zu verabreichen. Nur befürchte
ich, dass bei dem häufigen Wechsel der Mittel und durch die zeit-
weiligen Pausen nun kaum noch ein Antibiotikum eine Wirkung
bei ihm erzielen kann ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

FrauZwitscher hat gesagt…

Der Kämpfer!

renate hat gesagt…

Ach, das kleine Katerchen.

Ich finde es so schön, wie liebevoll Ihr Euch um das Katertierchen kümmert. Ich wünsche ihm, dass er allein gehen kann. Dass er einfach einschläft und sein Seelchen ins andere Leben schwebt. Ganz ruhig und entspannt

Tränenreiche Grüße - von Renate

Anonym hat gesagt…

Hallo!
Bei unserem Pinkel-Tiger wurde eine verdickte Blase festgestellt. Der arme Kerl hatte wohl beim Vorbesitzer (wir haben ihn aus dem Tierheim) eine Blasenentzündung verschleppt. Als er fast nur noch Blut gepinkelt hat und die Steine nicht weggingen, half nur noch eine OP, bei der die Verdickung festgestellt wurde. Für eine OP ist euer Grauer ja nicht mehr fit genug, aber auf unserem monatelangen Weg zur OP, hat Cortison gut geholfen. So hatten wir immer wieder Monate ohne Blut und Steine im Urin. So eine Verdickung kommt wohl nicht oft vor und ist nur durch eine OP zu diagnistizieren. Warum schreibe ich dir das? Eure TA ist sicher fit, aber alle Fachleute haben mal einen blinden Fleck. Vielleicht kann Cortison bei eurem Schatz die Symptome noch etwas lindern. Liebe Grüße von Tanja

Christina hat gesagt…

Dieser unglaublich tapfere und starke kleine Kerl... Da frage ich mich, wie ich selbst wohl später einmal mit solch schwerer Erkrankung oder dem unvermeidbaren Ende umgehen werde. Ich hoffe, ich erinnere mich dann an euer tapferes Katerchen.

Ganz liebe Grüße, Christina

Petra hat gesagt…

Hab da evtl. noch eine Idee - ich würde die Heilpraktikerin mal fragen ob Tiere auch Notakehl D5 Tropfen nehmen können. Das Problem bei Antibiotika ist ja immer, dass es durchgenommen werden muss damit es wirkt.....

Alex aus dem Gwundergarten hat gesagt…

Armer Kerl! Wir sitzen immer noch auf unseren Daumen und Pfötchen, dass endlich was gefunden wird, was ihm noch hilft oder aber, dass er in seinem geliebten Zuhause ruhig einschlafen kann.
Eine schwierige Zeit und ich schicke Dir und Deiner Mutter wieder eine Portion Kraft.
Liebe Grüsse
Alex

renate hat gesagt…

Liebe Silke, hoffentlich habt Ihr heute auch so schönes Wetter wie wir hier am Ammersee. Dann kann das graue Katerchen sich an seinem Lieblingsplatz im Garten die Sonne auf den Pelz scheinen lassen.

Ganz liebe Wochenend-Grüße - von Renate

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Alle
Gestern Mittag war meine Mutter der Meinung, dass es nun bald mit ihm zu Ende gehen würde. Herr Katze war zwar etwas im Garten, wollte aber nicht alleine sein und quälte sich wohl deswegen aus dem Garten über die Treppe ins Wohnzimmer bis zur Küche. Fressen wollte er nach dem Antibiotikum morgens um 8 Uhr kaum etwas. Und gegen 14 Uhr schlabberte er auch nur etwas Fleischsaft vom Feuchtfutter. Danach ging er in Etappen Teilbereiche seines Gartens ab, die er schon länger nicht mehr aufgesucht hatte. Lag dann zeitweilig in den Beeten und verkroch sich unter Sträuchern, um dann aber bald wieder in Erscheinung zu treten. Auch trank er aus allen Gartengefäßen nacheinander Wasser - selbst das abgestandene Regenwasser aus der Vogeltränke am Teich. Als ruhelos mag ich sein Verhalten nicht beschreiben, aber vielleicht fehlte ihm auch nur die Kraft um ruhelos zu wirken!? Nach ca. einer Stunde kam er zurück in den Wintergarten und legte sich wieder auf die Liege.

Meine Mutter war davon überzeugt, dass das Antibiotikum ihm arg zusetzt und er mindestens 6 Stunden - wohl aber eher 8 Stunden danach kaum etwas fressen möchte. Außerdem wehrt er sich - soweit es seine Kräfte zulassen - gegen das Verabreichen des Mittels.

Daher telefonierte ich am Nachmittag mit der Tierärztin und wir beschlossen das Antibitikum abzusetzen. Globulis und Salze erhält er weiterhin. Seit vorgestern ist die Salzmischung nun wieder um ein Salz erweitert, das ihm vielleicht etwas bei seinem Lungenproblem hilft. Und auch bei Blasenentzündung & Diabetes empfohlen wird.

Doch bald nach dem Telefonat ging er wieder in den Garten, um sich unter den Blumentöpfen neben dem Wintergarten zu verkriechen. Dort blieb er jedoch nicht lange und lag plötzlich vollkommen erschöpft auf der Seite im Rasen. Verängstigt und erleichtert zugleich setzte ich mich nun neben ihn, denn auch wenn seine Augen nicht trüb aussahen, so war etwas Nickhaut zu sehen. Ich hatte die Hoffnung, dass sein Ende nun doch nahe sei. Ich weiß nicht mehr, wie lange er so im leicht feuchten Gras lag, aber das kleine Stehaufmännchen hob irgendwann wieder den Kopf und stand bald darauf wieder auf. Ob er danach eine kleine Gartenrunde machte oder sich auf seine Liege zurückzog weiß ich nicht mehr.

Jedenfalls kurz vor 18 Uhr war sein Appetit wieder so groß, dass ich losfuhr, um ihm nun noch etwas Nierendiät-Futter zu besorgen. Und als ich zurückkam, hatte er in der Zwischenzeit nochmals seine Futternäpfe aufgesucht.

Gegen 20 Uhr war nach 2 Tagen Gartenspaziergängen wieder eine Katerwäsche notwendig, dann kam eine Kuschelzeit und danach wollte er in der Küche wieder etwas fressen. Die 2x Antibiotikum am Morgen (am Abend hatte er es ja ausgewürgt) hatten wohl wirklich seinen Appetit ganz erheblich gemindert. Kurz darauf war er glücklich sich auf sein Kellerlager zu legen.

Und heute früh blieb er auf seinem Lager und wollte noch nicht in den Garten. Doch gegen 9 Uhr war im sein Hochsitz im geschützten Wintergarten dann doch wieder angenehmer ...

Frauke hat gesagt…

deinem Kater geht es wirklich nicht gut, und bei deinen Schilderungen beschleicht mich das ungute Gefühl, ob nicht auch der Teirarzt daran sehr gut verdient...
als mein Kater so krank war,und keine Besserung in Sicht , durfte er in den Katzenhimmel
denk einmal darüber nach, auch wenn es schwer ist
Frauke

Herz-und-Leben hat gesagt…

Wirklich stark! Die Katzen meiner Mutter hätten wohl solange nicht durchgehalten.
Aber auch sie sind eines natürlichen Todes gestorben, wie alle Tiere in der freien Natur.

Liebe Grüße und alles Liebe und Gute
Sara

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Frau Zwitscher
Aber wirklich, er will noch nicht aufgeben. Obwohl ihn dasAntibiotikum gestern wohl fast von den Pfoten gehauen hätte ...

@ Renate
Klein wird er wirklich! Allerdings merke ich das an den Fotos noch weniger als so alle 2 bis 3 Tage in Natura. Trotzdem ist sein Lebenswille im Moment noch erstaunlich. Bzw. vielleicht war es gestern und vorgestern doch eher so ein gemähliches Abgehen seines Gartenreiches. Denn nun ist er wieder häufiger an Stellen im Garten, wo er schon länger nicht mehr war. Und dass, obwohl er eigentlich immer schwächer wird. Aber vielleicht hat ihn das Antibiotikum dazu veranlasst, denn dadurch schien es ihm richtig schlecht zu gehen. Ob er sich nun nochmals etwas erholt? Jedenfalls frisst er nun wieder besser.
Leider ist das Wetter wechselhaft, teilweise windig und recht kalt.Aber es scheint ihn trotzdem ab und an nach draußen zu ziehen. Obwohl er zumindest gestern sehr schlecht und nur kurze Strecken gehen konnte.aber werweiß, was das Antibiotikum bei ihm alles bewirkt hat ...

@ Tanja
Bei unserem Kater ist die Blasenentzündung nun sicherlich auch verschleppt. Und es scheint kaum noch ein Antibiotikum ohne heftige Nebenwirkungen zu geben, das ihm helfen könnte.

Nur Cortison wäre für ihn auch eine schlechte Wahl, da er Ende April eine 2-Monatsspritze Cortison wegen seiner Maulentzündung bekam. Ca 1 Woche später musste er ca 10 bis 12x am Tag zum Klo und hinterließ dort Unmengen an Urin. Wie sich dann später herausstellte, hatte das Cortison bei ihm Diabetes ausgelöst. Was wohl häufiger vorkommen kann. Leider hatte mir seine damalige Tierärztin nur gesagt, dass so eine Langzeitspritze bei einem alten Tier weniger bedenklich ist als bei einem jungen Tier. Aber nicht, dass dabei ein Diabetes-Risiko bestehen könnte. Auch hatte sie nach Bekanntwerden der üppigen Urinmengen leider nicht vorsorglich Tabletten gegen Harnwegsinfektion verordnet. Das hätte damals vielleicht einige Probleme mildern können.
Daher ist Cortison für ihn leider überhaupt kein geeignetes Mittel. Und ich hoffe, dass Euer Pinkel-Tiger nicht irgendwann wegen der Cortison-Behandlung auch Probleme mit Diabetes bekommt!

@ Christina
Ich bin mir sicher das Sterben ist sehr individuell und hängt auch extrem vom Umfeld ab. Aber vielleicht machen wir es ihm und auch meiner Großmutter ja auch unnötig schwer. Denn eventuell hindert sie gerade das zu viel an Service sich rechtzeitig aufzugeben. Denn er bekommt immer mal wieder sein Futterschälchen untergeschoben, das Fliegenproblem haben wir anscheinend jetzt auch ganz gut im Griff und er bekommt mehrmals am Tag trockene Liegeplätze. In wie weit die Globulis und Salze seinen Körper unterstützen, können wir nicht beurteilen, aber vielleicht verhindert auch dass, dass er seinen kampfgeist verliert.
Allerdings schafft es meine Großmutter ja auch schon seit Jahren ohne kreislaufunterstützende Medikamente trotzdem noch weiterzuleben ...

@ Petra
Danke für den Tipp! Da werde ich mal nachfragen. Aber ich glaube, vor Dienstag werde ich nun doch nichts unternehmen und einfach abwarten, ob er nicht doch immer weniger wird und sich aufgibt. Ich vermute, es wäre in seinem Zustand doch das Beste für ihn ...

@ Alex
Danke, die Portion können wir gebrauchen! Denn nicht nur Herrn Katzes Zustand hat sich verschlechtert auch meine Großmutter befindet sich in einer sehr merkwürdigen Phase. Allerdings war sie schon häufiger in solcher Verfassung und rappelte sich dann irgendwann wieder. Mir scheint, die beiden lassen sich wirklich Zeit ...

Wie ich schon geschrieben habe, haben wir nun das Antibiotikum wegen der Nebenwirkungen abgesetzt. Was nützt es, wenn es wirkt, aber er sich schlecht dabei fühlt!
Vielleicht hilft die Idee von Petra. Aber so ganz sicher bin ich mir nicht, ob es wirklich gut ist seine Körperfunktion noch weiter zu unterstützen und sein Leben dadurch eventuell zu verlängern.

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Frauke
Sehr gut hat die Tierarztpraxis verdient, bei der ich bis zum 22. August mit ihm war. Allerdings hätten etwas mehr Beratung und ein paar andere Tests wahrscheinlich zu Ergebnissen geführt, die meiner Vermutung nach zu ganz anderen Behandlungswegen geführt hätten.

Bei seiner neuen Tierärztin ist das ganz anders. Schade, dass ich so spät gewechselt habe. Aber was soll sie bei all seinen Krankheiten noch unternehmen? Röntgen erachtet sie zum Beispiel nicht als sinnvoll, da ihm die Ergebnisse nicht helfen. Und im Vergleich zu dem Service der vorherigen Praxis zahle ich dort wirklich nur einen Bruchteil, so dass ich mich frage, ob sich der Fall klein Katze für sie überhaupt rechnet.

Zu dem Thema 'erlösen lassen' habe ich unter dem Post 'Fressen mag er immer noch' vom 12. September 2010 einen ziemlich langen Kommentar geschrieben. Auch nach dem gestrigen Tag hat sich meine Einstellung dazu nicht geändert - eigentlich sogar noch verstärkt. Denn den Abend auf seiner Liege hat er, nachdem er dort einige Zeit so auf dem Rasen lag, wohl wirklich genossen.
Und ich stehe auf dem Standpunkt, das Fressen nicht nur ein Instinkt ist, der bis zum bitteren Ende durchgezogen wird. Denn es gibt wohl wirklich viele Tiere, die am Lebensende das Fressen einstellen, sich verkriechen und sich selbst aufgeben ...

@ Sara
Ob wir ihm das wirklich antun bis zum bitteren Ende durchzuhalten? Es hängt davon ab, wann er in welcher Verfassung ist. Wenn er sich aufgibt und sich quält, dann werden wir sicherlich seine Tierärztin bitten ...

Fest steht, dass ihm das Antibiotikum wohl wirklich seinen Lebensmut genommen hätte. Aber es ihm deswegen gegen seinen Willen weiter verabreichen? Meine Mutter hatte bei den 3 Versuchen fürchterlich mit ihm gelitten.

Ich bin der Meinung, dass es damals bei unserem Kater auch wesentlich schneller ging. Ich glaube er nahm ab dem Sommer ab und verstarb dann im November/Dezemeber. Aber er erhielt ja auch überhaupt keine tierärztliche Behandlung und machte trotzdem bis zum letzten Tag seine Gartenspaziergänge.

Ich wünsche ihm zwar immer noch einen natürlichen Tod, aber ich vermute das kann noch etwas dauern, wenn er sich doch wieder von dem Antibiotikum erholen sollte. Was dann allerdings die Blasenentzündung bei ihm anrichtet? Vielleicht haben ja die 4 Wochen mit den verschiedensten Antibiotika doch etwas bewirkt? Es ist und bleibt schwierig. Aber im Moment scheint es mir immer noch so, dass wir ihn gegen seinen Willen erlösen lassen würden ...

Die Gärtnerin hat gesagt…

Ich drücke deinem grauen Herrn alle Daumen. Gute Besserung!!! VG Elke

Herz-und-Leben hat gesagt…

@ Silke
Wer weiß das vorher schon so genau, wie es kommen wird ...
Die Katzen meiner Mutter haben, wenn man es so betrachtet, nicht lange gelitten und in der letzten Sterbephase hätte so schnell ohnehin kein Tierarzt mehr kommen können. Und mit einem sterbenden Tier fährt man selbst dann auch nicht mehr herum. Dieser Prozeß braucht Ruhe, denke ich.

Von Antibiotika halte ich ohnehin nicht allzuviel im Endstadium. Was soll es denn noch bringen? Ob beim Menschen oder Tier ... Der Körper spricht seine Sprache, er ist irgendwann einfach alt und verbraucht. Und womöglich zögern solche Mittel dann das Leiden noch hin (wenn ich es auch nicht wirklich weiß ...) Ich würde nur mit Natur pur unterstützen, wo möglich. Soweit das eben bei einem Tier machbar ist ...
Ich seh das so ähnlich wie beim Menschen, wenn der am Ende auch noch mit allen Mitteln am Leben erhalten wird. Da sollte die Natur ihren Lauf nehmen können. Nur verdursten lassen zum Beispiel oder der Erstickungstod sind nicht schön, dagegen sollte man schon etwas tun.

Jedenfalls kann ich das gut nachvollziehen. Bei den Katzen meiner Mutter war es auch so. Sie wollten vorher nicht sterben, auf gar keinen Fall und es wäre Mord gewesen! Katzen können ja auf eine ganz bestimmte Art und Weise etwas verdeutlichen, ob mit Blicken oder Körpersprache - Du wirst das ja kennen ...

Liebe Grüße und alles Gute fürs Katerchen
Sara

Luna, Luzie and Olli hat gesagt…

Er sieht unserem Streuner Gartenkater sooo ähnlich.
Euer Katerchen kämpft, aber sterben will es anscheinend noch nicht.
Er scheint unendlich tapfer zu sein und ich wünsche ihm, dass er, wenn es so weit ist, in Frieden und ohne Qual für immer einschlafen kann.
Unser Meerschweinchen muss gefüttert werden. Es frisst zwar nun wieder weitgehend allein aber es braucht eine zusätzl. Aufbaunahrung weil es so abgemagert ist. Ein Beinchen zieht es noch nach.
Es ist sicher kein Vergeich, aber es ist egal wie groß oder klein ein Tier ist, wenn es leidet, muss man helfen.
In dem Moment wo es zufrieden beim füttern gluckste, war ich mir sicher, dass es noch nicht eingeschläfert werden muss.

Leider ziehen viele Tierhalter die Spritze den hohen Kosten die entstehen könnten vor. Oft ist die Behandlung eines Kleintieres letzten Endes um das 10-20 fache höher als der Anschaffungswert. Daran denkt aber kaum einer bei der Anschaffung eines niedlichen Tierchens oder süßen Katzenbabies.

Euch und dem Katerchen weiterhin alles Gute!!!

Stefanie

Micha hat gesagt…

hallo Silke, erstmal Danke für Deinen Kommentar.An die Salze hatte ich auch schon mal gedacht. Ich werde am Montag mal in eine Apotheke gehen und mich beraten lassen.Ich denke wir werden es doch ausprobieren, egal was es kostet. Mal sehen.
Ich finde der kleine Kater hat schon mal schlechter ausgesehen. Wahnsinn was er für eine Kraft hat. Ich denke oft an Euch.
LG Mica

Christina hat gesagt…

Liebe Silke,
ich denke nicht, dass eure liebevolle Fürsorge sein Leiden verlängert. Da würde ich unterscheiden zwischen medizinischen Maßnahmen, die insofern sinnlos sind, als sie seine Erkrankungen nicht mehr bessern oder heilen können (Schmerzmittel zähle ich nicht dazu) und dem Umsorgen eines Kranken, um ihm Liebe zu geben und seine Leiden zu erleichtern. Dass er so sehr um jeden Tag kämpft, liegt daran, dass er noch am Leben hängt - und an euch. Erst wenn das Leid überwiegt, wird er bereit sein zu gehen... Und eurer Großmutter geht es sicher genauso.

Ganz liebe Grüße
Christina

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Elke
Ob es nun noch eine Verbesserung seines Zustandes gibt? Wohl kaum. Obwohl gefressen hat er heute wieder sehr gern!

@ Sara
Falls er sich irgendwann quält, werden wir seine Tierärztin anrufen. Rumfahren werde ich dann sicherlich nicht mehr mit ihm! Denn als er so am Boden lag, wagte ich auch nicht ihn nicht in den Wintergarten zu bringen, da ich das Gefühl hatte, ihn in einem Ablauf zu stören ...

Egal wo ich etwas über Blasenentzündungen bei Katzen gelesen habe, hieß es überall Antibiotika! Und höchstens begleitend bzw. später vorbeugend Schüßler-Salze ...
Aber inzwischen hat er nun wohl wirklich schon eine chronische Blasenentzündung, und ich bin mir ziemlich sicher, dass daraus schon Antibiotika-Resistenzen entstanden sind, so dass die verträglicheren Mittel nun keine Wirkung mehr erzielen. Es war noch ein Versuch, aber damit ist jetzt Schluß!
Allerdings die Salze & Globulis werden wir noch weiter verwenden. Heute futterte er wieder wie ein Scheunendrescher und war im Garten unterwegs. Solange er sie im Futter nicht ablehnt, soll er sie gern noch bekommen ...

@ Stefanie
Deinen Streuner-Gartenkater habe ich immer noch nicht gefunden! In welchem Post hat der sich denn versteckt?
Also humpelt Euer Meerschweinchen nur noch? Das ist dann ja kaum ein Grund sein Leben zu beenden! Oder hätte es in der Gruppe deswegen Probleme? Soweit ich weiß brauchen sie Gesellschaft. Allerdings mussten meine beiden Kaninchen damals aus Unwissenheit noch ohne Partner auskommen ...

Stimmt, im Moment werden wir von den Tierarztkosten beim Kater & Allegra auch überrollt. Und ich vermute in Maus schlummert auch etwas, was Kummer & Kosten mit sich bringt. Da waren wir bei unserem ersten Kater wirklich verwöhnt! Aber durch Maus kennen wir inzwischen ja auch die Wochend-Tarife ;-) Und trotzdem sind wir dann froh, wenn ihr umgehend geholfen wird. Aber eine 'hohe Kante' oder Sparbuch für Behandlungskosten sollte wirklich gleich mit der Anschaffung eines Tieres angelegt werden ...

@ Micha
Mir hatte man zu 2 verschiedenen Salzmischungen geraten akut & nicht akut. Nicht akut nehme ich nur zeitweilig z.B. wenn die Schmerzen aufhören oder wenn ich das Gefühl habe es ist was im Anmarsch.
Hoffentlich hat Eure Apotheke auch so ein informatives großes Buch zum Nachschlagen. In einer anderen Apotheke wurde nur in einem dünnen Info-Heftchen nachgeschlagen, das dort auch zum Verkauf angeboten wurde. Und auch mein kleines Büchlein beinhaltet nur einen Bruchteil der Informationen, die ich in der Apotheke meines Vertrauens erhalte. Zu den 'Betriebsstörungen & Krankheiten' scheint es ganz unterschiedliche Empfehlungen zu geben ...

Wie der Kater wirkt, das hängt wohl auch stark von meiner Fotoauswahl ab ;-)
Als die Tierheilpraktikerin ihn nach 3 1/2 Wochen sah, stellte sie jedenfalls fest, dass er seitdem wesentlich weniger geworden ist. Diabetes, Blasenentzündung, Antibiotika und die nun auch stark geschädigten Nieren hinterlassen immer mehr ihre Spuren ...

@ Christina
Nein, Fürsorge verlängert sicherlich nicht das Leiden. Wenn sind es höchstens die Salze und Globulis, die seine Körperfunktionen vielleicht noch etwas unterstützen können. Aber das sehe ich nun ähnlich wie mit dem Fressen: Entweder er nimmt sein Nierendiät-Futter an, oder er lehnt es ab. Wir lassen ihm die Wahl. Denn er bekommt auch anderes Futter und manche Protionen sina auch zugabefrei. Bisher lehnte er unsere Angebote jedoch nur selten ab. Und seit heute hat er wieder guten Appetit.

Eigentlich war der Tierarztbesuch im Endeffekt nun nur dazu da, um unser Gewissen zu beruhigen. Meine Mutter hegte ja immer noch die Hoffnung, dass man ihm doch irgendwie noch helfen könnte. Ihm hat der Versuch leider nur geschadet! Aber selbst davon ließ er sich anscheinend noch nicht unterkriegen ...

Pusteblume hat gesagt…

Mensch Silke, ich war nun längere Zeit nicht bei Dir im Blog und nun lese ich dieses Kater-Elend. Wenn ich mir die Fotos dieses schönen Tieres ansehe und dann den Text dazu lese, macht mich das richtig traurig. Der Kater Deiner Mutter ist wirklich ein Kater zum verlieben, er hat so ein schönes Gesicht. Ich hoffe, dass er nicht zu sehr leiden muss und seine restliche Zeit im hoffentlich sonnigen Garten genießen kann.

LG Susanne

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Susanne
Leider ist es morgens jetzt sehr feucht im Garten und die langen Schatten sorgen dafür, dass er sich meist erst gegen 14 Uhr auf Wanderschaft begibt. Aber vielleicht meint es das Wetter ja noch ein paar Tage gut mit ihm ...

Frauke hat gesagt…

liebe Silke, ich wünsche dir das dein Kater seinen Weg mit eurer Hilfe findet
er zeigt mir wie wenig wir uns mit dem Sterben beschäftigen
Frauke

Tieraztkosten waren bei mir nicht die Entscheidung, sondern das Leid nicht zu verlängern, nicht dass du mich falsch verstehtst

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Frauke
Das habe ich auch nicht so verstanden, dass Dein Kater wegen der Tierarztkosten erlöst wurde. Die Umstände, die zu dieser Entscheidung führen sind bestimmt oftmals berechtigt.
Allerdings hatte ich schon mehr als ein Mal das Gefühl, das eine etwas unglücklich formulierte Frage die Tierärzte glauben ließ, dass uns der Pflegeaufwand mit ihm wegen seinem ständig feuchten Hinterteil zu groß wäre. Und es wäre durchaus möglich gewesen sich des Problems schon mehrfach zu entledigen.
Auch verhält sich unser Kater in der Praxis ganz anders als in seinem vertrauten Zuhause. So entsteht sehr schnell der Eindruck, dass er nicht mehr kann und will. Und seine Werte unterstützen diese Diagnose.

Wenn ich mir nun noch zu Gemüte führe, was verordnete Antibiotika und Schmerzmittel mit den entsprechenden Nebenwirkungen bei einem ohnehin geschwächten Tier anrichten, dann entsteht sehr schnell das Gefühl, dass das alles nur noch Quälerei ist. Und es ist unheimlich schwer dieses Leid mit anzusehen.

Vielleicht haben die Antibiotika seine Blasenentündung in Schach gehalten, vielleicht nützten die 4 Wochen auch gar nichts. Das wird sich nun zeigen.
Aber im Moment will er wohl noch etwas gegen seine Krankheiten ankämpfen ...

Raphaela hat gesagt…

Oh mann, es reißt bei dem Süßen ja gar icht mehr ab... ich drück euch ganz fest die Daumen, dass er noch lange eine schöne Zeit bei euch genießen kann...

Diamond hat gesagt…

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