Mittwoch, 8. September 2010

Nach dem Waschtag ist vor Waschtag ...



... denn die große blaue Tasche, die da vor der Glasfassade liegt,
ist voller Handtücher von der gestrigen Katerwäsche. Damit meine
Mutter nun nicht jeden Tag wegen ihm Waschtag hat, habe ich die
Katerhandtücher mit zu uns genommen, aber die Tasche über Nacht
schnell vor die Tür gestellt. Doch die riecht so merkwürdig fremd,
dass Allegra den Inhalt nun sehr genau inspizieren muss:








Fotos: S.Schneider



Kommentare:

Suse hat gesagt…

Hallo Silke,
das ist alles viel Arbeit für Dich und doch muß ich schmunzeln. Als der große Hund meines Bruders auch auf Grund seines hohen Alters inkontinent wurde, ist unsere Familie auch mit diesen blauen Taschen von A nach B und zurück durch die Gegend gefahren, um zu helfen. Wie schön das Du Deine Mutter unterstützt.
heute mal liebe Grüße an Maus und Allergra. Suse

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Suse
Schön zu lesen, dass wir nicht allein so verrückt sind!

renate hat gesagt…

Neugierig wie alle Katzen. Auch die grauen ... ;-)

Mizi B. hat gesagt…

Ja, die Katzentücherwäsche - das kenne ich nur zu gut. Meine Mamuschka hatte gelähmte Hinterbeinchen (Nebenwirkung eines Medikaments) und war auf Grund dessen auch inkontinent. Ich hatte damals ein kleines Zimmer ausgeräumt, mit einem PVC-Boden ausgelegt und Handtücker drauf. Jeden Tag war die erste Tätigkeit, den Boden wischen, die Handtücher in den Keller zu bringen, Waschmaschine an, später dann Wäsche in den Trockner. Mamuschka habe ich mindestens einmal am Tag geduscht, wohlbemerkt nur das Hinterteilchen. Offenbar hat ihr das gut getan. Denn die eigentlich eher zurückhaltende Dame hat beim Duschen immer stillgehalten.
Der "interessanteste" Dienst an der Katz war das stündliche Absuchen nach Fliegeneiern im SOmmer, wenn sie draussen war. Ich wußte am Anfang nicht, wie gefährlich das ist, und Mamuschka hatte prompt einen Madenbefall. Damals hatte der Tierarzt ihr Katzenleben schon aufgegeben. Dann war ich mit ihr bei einem Heiler und die Maden waren am nächsten Tag verschwunden. Seit diesem Ereignis gab es stündliche Fellkontrolle. Und es ist auch nichts mehr passiert.
Ach ja Tierarzt: 2 mal in der Woche zum Tierarzt - ich glaube, das hätte ich mir weitgehend sparen können - und einmal in der Woche zum Heiler. Das hat ihr sichtlich gut getan. Die gelähmten Beinchen konnten aber nicht mehr geheilt werden.
Die Frage, ob ich Mamuschka "erlösen" soll, ist dauernd im Raum gestanden. Ich hatte das Gefühl, dass es ihr eigentlich gut ging. Deshalb wollte ich nicht eingreifen. Und ich glaube, es war auch in ihrem Sinne. Mamuschka ist ganz friedlich gegangen. Sie hatte damals auf mich gewartet. Ich durfte sie begleiten. Sie hat mir gezeigt, wie leicht das Hinübergehen ist. Ich werde diesen Augenblick nie vergessen. Es war ein es der größten Geschenke, die ich je erhalten habe.
Danke Mamuschka!
Wir sind in dieser Zeit sehr zusammengewachsen, haben beide sehr viel von einander gelernt und haben uns miteinander entwickelt. Ich möchte diese Zeit nicht missen.
Heute würde ich mit Tierkommunikation ein Tier fragen, wann und wie es gehen will.
Es gibt von Penelope Smith ein wunderbares Buch mit dem Titel "Tiere erzählen vom Tod" (G.Reichel Verlag). Ich kann es nur empfehlen. Vielleicht ist es was für dich, liebe Silke.
Ich wünsche euch alles Gute!
LG, Mizi

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Mizi B.
Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht über Deine kleine Madame. Zeigt es doch, dass es wirklich auch andere Katzenleben als das gesunde ausgelassene gibt. Und dass auch Katzen mit Behinderung bzw. alte & kranke Katzen noch ein besonderes Leben führen können.
Auch wir haben das Gefühl, dass wir mit dem alten Herrn jetzt mehr zusammenwachsen und eine ganz andere Beziehung daraus entsteht, die es vorher so nur sehr selten gab. Gestern konte meine Mutter ihm sogar schon allein im Bad das Hinterteil waschen - er spürt wohl inzwischen, dass es ihm bei der Körperpflege hilft. Und da es danach eine Kuschelzeit in trockenen Handtüchern gibt, scheint er den Moment danach sogar zu genießen.
Da allerdings seine Blutwerte vor 1 1/2 Wochen sehr schlecht waren - sehr viel Harnstoff im Blut - vermute ich, dass seine Lebenszeit wohl nicht mehr sehr lange dauern wird.
Aber auch wir haben schon überlegt, dass wenn seine Prognosen in den nächsten Wochen doch noch besser werden sollten, ich ihm mein ehemaliges Kinderzimmer in der 1. Etage - jetzt Deko- und Blumenüberwinterungs-Lager entsprechend für den Spätherbst/Winter einrichten werde. Wir hatten zwar an Teppichreste gedacht, aber PVC mit vielen Kuscheltüchern und waschbaren Auflagen ist die bessere Alternative!
Das mit dem Nachwischen kennt meine Mutter nur zu gut. Selbst mitten in der Nacht muss sie nach ihm schauen, da binnen weniger Stunden alles durchfeuchtet ist. Aber solange sie noch meine Großmutter pflegt, ist sie ja ohnehin wegen ihr auch teilweise nachts auf, da ist das Katertier dann 'nur' eine Zusatzaufgabe im Keller.

Ganz erstaunt bin ich, wie gut das blaue Licht wirkt. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir ihn vor ein paar Wochen vielleicht länger im Haus halten können. Denn das hat seiner Blase bestimmt geschadet. Aber er war ja einfach nicht im Keller zu halten und wollte immer wieder raus in seinen Garten - egal wie feucht das Wetter auch war ...

Ich gebe zu, das Thema Tierkommunikation finde ich interessant - Alex hat hier ja auch schon davon berichtet, aber bin wohl doch nicht so richtig offen dafür. Doch ich hoffe, wir haben mit unserem Herrn und den beiden grauen Damen eine Ebene gefunden, auf der wir gut zusammenleben und kommunizieren können. Das Buch werde ich mal im Hinterkopf behalten. Nur im Moment habe ich wenig Lust nebenbei zu lesen.