Freitag, 3. September 2010

Achterbahn der Gefühle ...


Zuerst einmal die gute Nachricht, dass ich Herrn Katze gegen 21 Uhr,
als es ihm Garten zu dunkel und selbst im Wintergarten zu feucht-kalt
wurde, von der Gartenliege nahm, um ihn in seinen 'blauen' Keller
zu bringen. Dort fraß er auf seinem Krankenlager reichlich von dem
neuen Nieren-Feuchtfutter, das ich von der Tierärztin mitgebracht
hatte. Tragisch ist nur, dass ich extra, um ihn nicht weiterem Stress
auszusetzen, nicht mit ihm zu
seiner neuen Tierärztin gefahren bin,
uns dann aber wenig später ein richtig blöder Behandlungsfehler
unterlaufen ist: Die mindestens 20 minütige Fahrt zur Tierärztin und
die Untersuchung hätten sich sicherlich wieder negativ auf seine
Blutzuckerwerte und seine Nieren ausgewirkt. Zwar wäre dann dort
nochmals seine Blase durch das Punktieren entlastet worden, doch
durch die Aufregung wäre sein Blutzuckers gestiegen und seine Blase
wäre wieder blitzschnell gefüllt. Daher holte ich am Nachmittag das
Antibiotikum in einer kleinen Spritze ab, die er in 0,5 ml-Schritten
2x täglich ins Mäulchen bekommen soll. Nur leider war die Spritze
zuerst fürchterlich schwergängig und dann verschwanden plötzlich
1,5 ml im Katermaul - also die 3-fache Menge! Nun hoffen wir, da
er zuvor am Mittwoch eine 2-Tagesration bekam, dass sein ohne-
hin geschwächter Körper auch noch diesen Angiff auf sein Leben

übersteht. Jedenfalls bekommt er die nächste Dosis jetzt erst
Sonntag früh. Und dann sicherheitshalber in einer andere Spritze
genau dosiert und mit etwas Wasser verflüssigt. Was ein Tierarzt
dem Pflegepersonal alles sagen muss - auch wenn sich beide Seiten
noch so viel Mühe geben, geht leider trotzdem noch etwas schief ...


Nun aber der Reihe nach, warum ich für diesen Post den Titel
'Achterbahn der Gefühle' gewählt habe: Als ich am Donnerstag noch
einmal abends mit meiner Mutter telefonierte, ging es ihm schlecht.
Denn der Tag eignete sich kaum für einen Gartenaufenthalt und so
verbrachte der Kater wohl auch sehr viel Zeit im Keller. Das Futter
schmeckte ihm auch nur mäßig und sein Katzenklo suchte er nur
noch selten auf. Im Nachhinein vermute ich, dass ihm das neue
Antibiotikum noch zu schaffen machte. Aber wir hatten nun eher
seine Salz-Mischungen und Globulis in Verdacht, die seinen Körper
ständig über den Tag verteilt attackierten. Wir entschieden uns
in der Nacht alle Salze und Globulis auf dem Futter wegzulassen
und ihm stattdessen wieder ein zusätzliches Wasserschälchen mit
Bachblüten anzubieten, das ihm vielleicht das Sterben erleichtern
könnte. Und die Globulis, die ihm die Angst vorm Sterben nehmen
sollen, hatte er ja ohnehin schon am Morgen bekommen. Sehr
gern
wäre ich an dem Abend bei ihm gewesen. Doch irgendwie
hatte ich nach den telefonischen Schilderungen meiner Mutter das
Gefühl, dass er wohl eher im Laufe des nächsten Tages sterben
würde. Und hoffte sehr, dass ich ihm die Fahrt zur Tierärztin am
nächsten Abend ersparen könnte. Aber wie bei meiner Großmutter,
für die ihr Hausarzt nun seit dem Frühjahr keine Prognosen mehr
abgeben will, scheint auch unser Herr Katze ein kleines Stehauf-
männchen zu sein: Denn als ich gegen 8 Uhr mit meiner Mutter
telefonierte, da hatte das Katertier bereits ein Döschen Feucht-
futter verspeist, und es passte wohl sogar noch mehr in den
kleinen Katerbauch! Und als ich am Vormittag ankam, erzählte
mir meine Mutter voller Freude, dass sie ihn zeitweilig allein
in den Wintergarten eingesperrt hatte. Und als sie wenig später
vorbeikam, um nach ihm zu schauen, lag er plötzlich zufrieden
und entspannt auf der Gartenliege. Erstaunlich, dass er in seiner
Verfassung den Sprung geschafft hat. Dieser Platz, den er den
ganzen Sommer über verschmähte, ist nun wieder attraktiv!
Natürlich war die Liege jetzt nicht mehr geschützt, denn das
extra für ihn ausgestattete
'Katerzimmer' wollte er ja leider
im Juli & August nicht annehmen. Nun hatte die Liege einen
Urinfleck. Aber da die Saison eh' fast beendet ist, der Bezug
gewaschen werden kann, und wir zum Glück sogar noch eine
andere Auflage von einem früheren Liegestuhl besitzen, ist
das nun auch kein Drama mehr .


Als ich gegen Mittag ankam, lag er allerdings wieder
im Schatten der Garage an seiner Gießkanne.

Doch das mitgebrachte Futter wurde gern genommen.
Nur frißt er seit einigen Tagen jetzt lieber im Liegen.

Danach brauchte er anscheinend mal wieder sein Katzenklo.
Nun scheint ihn auch der Durchfall wieder etwas zu quälen.
Ob es nun die Wurm-Eier sind, die bei der Wurmbehandlung
Ende Juli nicht mit abgetötet werden konnten? Aber jetzt
auch noch eine Wurmkur? Was soll der kleine Körper denn
noch alles an Chemie verkraften? Oder ist es die Paste mit
Cranberries, die seinen kleinen Magen durcheinander bringt?

Wenig später entdeckte ich ihn unter dem Kirschlorbeer
im Garagenbeet. Zeitweilig ist seine Nickhaut zu sehen,
aber bis jetzt war das immer nur recht kurz der Fall.

Und wenig später kam er wieder aus dem schattigen Beet
hervor und legte sich vor dem Wintergarten in einen
Sonnenfleck - natürlich auf die kühlen Steine. Also schnell
den Kater angehoben und ihm eine Matte untergejubelt!

So feucht und urinverklebt sieht sein Fell an den Hinterläufen
jetzt leider immer aus. Trotzdem versucht er sich noch ständig
sauber zu halten, und verliert nun immer mehr Fell durch seine
Putz-Aktionen. Am Besten wäre es sein Hinterteil 2x am Tag
kurz zu baden. Aber er entwickelt dabei immer noch so viel
Kräfte, dass es allein nicht zu bewerkstelligen ist. Auch ist die
Gefahr sehr groß, dass er in Panik zubeißt. Und mit dicken
Lederhandschuhen geschützt, ist eine Katerwäsche nun
wirklich nicht möglich ...

Schmerzen scheint er allerdings nicht zu haben.
Weder ist er reizbar, noch unnahbar - im Gegenteil,
anstatt sich immer mehr zu verkriechen, sucht er
unsere Nähe. Auch ist er nicht apathisch sondern
zeitweilig noch immer erstaunlich interessiert an
seiner Umwelt. Nur diese schreckhafte Angst, die so
typisch für ihn war, die ist verschwunden. Schmerz-
Sympthome können nach
diesem Buch auch Unsauber-
keit, Erbrechen und Appetitlosigkeit sein.


Ob er in der Nacht aus seinem Bachblüten-Schälchen
getrunken hatte, war nicht festzustellen, da er wieder
reichlich Wasser verschüttet hatte. Im Wintergarten
war es jedenfalls interessant zu beobachten, dass er
überlegte, ob er aus der linken Schale trinken sollte.
Er entschied sich dann aber für reines Leitungswasser
aus dem Glasschälchen. Dieses Verhalten konnten wir
schon mehrfach bei ihm beobachten.


Sauber! Er protestierte erstaunlich wenig, als wir
sein Hinterteil in einer großen Plastikwanne mit
etwas
Katzen-Shampoo versenkten und sein Fell im Wasser
spülten. Danach legten wir ihn wieder in Handtüchern
trocken. Und zum ersten mal seit über 15 Jahren lag
Herr Katze wieder entspannt in meinem Arm und genoß
die wärmende Sonne unter dem Glasdach. Als sein Fell
einigermaßen getrocknet war, wollte er wieder aufstehen
und legte sich vor den Wintergarten. Also bekam er mittels
Handtüchern ein kleines Katzenkörbchen. Doch das gefiel
ihm auch nicht sehr lange. Er wollte auf Wanderschaft.
Doch da setzte ich mich gegen seinen Willen durch, nahm
ihn wieder auf den Arm und wir gingen entlang der Beete.
In der Sonne unter freiem Himmel schien er den Platz
im Arm sogar zu genießen.


Und als er sich in den noch feuchten Rasen legte,
bekam er wieder eine Matte und sein Wasserschälchen.
So lag er noch einige Zeit auf dem Rasen in der Sonne.

Die Natur ist wirklich ungerecht: Da liegt nun ein alter
kranker Kater auf dem Rasen, der vielleicht doch besser
bald sterben sollte, und hinter ihm in dem
winzigen Teich
ist in der Nacht ein großer kräftiger Igel ertrunken. Wir
haben schon seit Jahren in den beiden Becken Holzäste
zum Herausklettern befestigt, und noch nie war etwas
passiert. Das besonders Tragische ist, dass meine Mutter,
als der Kater immer wackeliger auf den Beinen wurde
aber nachts noch draußen blieb, die Becken mit 2 Regen-
tonnendeckeln zum Schutz des Katers abgedeckt hatte ...


Wenn der alte graue Herr im Garten ist, dann hat es
inzwischen etwas von einem Kleinkind, das man immer
im Augenwinkel beobachtet. Nach dem Sonnenbad auf
dem Rasen, zog er sich wieder an seinen kühlen Garagen-
platz zurück und lag mit dem Kopf
im Wachholderbeet.
Aber mit dem Hintern auf den Steinen vor seiner Gieß-
kanne. Ich war richtig froh, als er sich bald darauf auf
den Rasen in den Schatten legte. Also wieder Handtuch
geschnappt und sein Wasserschlächen bereitgestellt.


Doch nun zog es ihn unter den Buchsbaum ins Beet. Also der
richtige Zeitpunkt, um der Fleischtheke im Supermarkt einen
Besuch abzustatten.


Als ich zurückkam, saß der graue Herr auf dem Handtuch.
Vorher hatte er dort wohl sogar etwas geschlafen.


Und während ich mit meiner Einkaufstasche in
den Wintergarten ging, kam Herr Katze gleich
hinterhergewackelt.


Erwartungsvoll wartete er nun auf das, was von oben kam.
Und das war wieder lecker - dafür lohnte sich der Weg vom
Rasen zum Tisch! Doch man sieht ihm jetzt an, dass auch so
ein kurzer Weg ihm immer schwer fällt. Allerdings gab es auch
in guten Zeiten sehr viele Bilder vom Katertier, auf denen er
irgendwie traurig aussah.


Danach brauchte er eine Pause. Immer häufiger scheint
er jetzt auch Probleme mit dem Schlucken zu haben.
Wohl leider ein Zeichen von einer fortgeschrittenen
Nierenfunktionsstörung, wie ich
in diesem Buch gelesen
habe. Das würde auch erklären, warum er immer
schlechter gehen kann (abgesehen von der möglichen
Neuropathie durch seine Diabetes-Erkrankung). Dagegen
spricht noch, dass er Appetit hat und sein Fressen auch
nicht erbricht. Allerdings ist sein Fell stumpf & glanzlos
und schlapp & lustlos ist er auch - außer es gibt Futter,
das ihm schmeckt!

Danach brauchte er anscheinend unsere Gesellschaft.
Er legte sich erst vor den Wintergarten ...

und wenig später sogar hinein.

Traurig und schön zugleich, denn sein Näschen liegt auf
einem Stück Küchenrolle, mit dem wir einen der feuchten
Urinflecken abgedeckt haben.

Als ich am späten Nachmitag zur Tierärztin fuhr, um das
Antibiotikum zu holen, war er irgendwo im Garten ver-
schwunden. Aber während ich die Kübelpflanzen goss, ...

lag er plötzlich unter der Birke. Er hat immer noch Verstecke
in seinem Garten, die wir nicht kennen.

Langsam und in mehreren Etappen machte er sich danach
auf den Weg zum Wintergarten. Ob er nun eine Pinkelpause
brauchte oder sich einfach nur erschöpft hinlegen musste,
vermag ich nicht zu beurteilen.

Am Wintergarten angekommen, gab es ersteinmal zur
Stärkung das neue Nieren-Feuchtfutter und bald darauf
eine kurze Katerwäsche in der Waschschüssel. Danach
noch eine Kuschel-Trocken-Runde auf meinem Arm mit
untergeschobener Wärmflasche.

Und als er Anstalten machte nun auf die Liege zu springen,
bekam er dort eine Kuschelecke an der Rückenlehne ein-
gerichtet und noch eine Portion Futter dazu. Dort schlief er
dann bis es dunkel wurde. Gern hätte ich ihn dort noch länger
liegengelassen, aber er brauchte ja noch sein Antibiotikum
und ich wollte auch noch die Salze für den nächsten Tag
zusammenstellen. Denn auch, wenn es jetzt viele Salze gäbe,
die ihm Linderung verschaffen könnten, so sind es jetzt
einfach zu viele Symptome. Daher soll jetzt vorrangig seine
Nierenfunktion unterstützt werden, und Schmerzen soll er
natürlich auch keine haben ...

Die kleinen Stückchen Frischfleisch von Rind, Kalb, Pute und
Lamm, die ich ihm extra noch gegart hatte, habe ich leider
zusammen erhitzt und in einem Schälchen gemixt. Irgendeine
Fleischsorte missfiel Herrn Katze leider, so dass er zwar einen
Moment lang überlegte, aber dann das gesamte Futter ablehnte.
Es scheint also sinnvoller zu sein das Fleisch einzeln zuzubereiten
und getrennt zu servieren!

Also bekam er die dritte Portion vom Nierenfutter, allerdings
sicherheitshalber mit einem Mittel gegen Durchfall vermischt.
Das schmeckte ihm nun auch nicht mehr. Aber dafür hatte er
im Laufe des Tages für seine ca. 3,5 Kilo Katergewicht und
seinen aktuellen Krankheitszustand doch noch erstaunlich
viel gefressen.

Fotos: S.Schneider




Nachtrag Samstag 4. September 2010:
Auch von seinem neuen Nierenfeuchtfutter aus den Zoofachhandel
hat er heute Nacht gern etwas gefressen und sein Anflug von Durch-
fall scheint sich auch wieder normalisiert zu haben. Allerdings hat
er sich kaum von seinem Krankenlager erhoben, was aber nach
dieser Antibiotika-Dröhnung auch kein Wunder ist ...

Einige Stunden verbrachte er im Garten und schlief auch wieder
gern auf der Liege im Wintergarten.



Nachtrag Sonntag 5. September 2010:
Der alte Herr lebt immer noch, frisst und wartet wohl sehnsüchtig
darauf, dass er wieder in seinen Garten kommt. Leider sieht auch
dieser Tag nicht so sonnig aus, wie es der Wetterbericht noch am
Freitag angekündigt hatte. Aber neben der dringend erforderlichen
Katerwäsche gibt es heute hoffentlich noch ein paar schöne Kuschel-
momente und ein paar neue Futtersorten, die ihm schmecken ...



Kommentare:

carola hat gesagt…

liebe Silke,
ich verfolge das alles mit großer hochachtung für eure liebvolle umsorgung.
und dass er tatsächlich noch lebt . . . ich staune doch sehr über den kleinen lebenswilligen kater.

aber auch diesmal möchte ich einen kleinen kritikpunkt anbringen: nicht ständig hin und her mit allem (futter, medikamente) katzen lieben regelmäßigkeit.
wie soll sich der kleine kranke körper auf irgendwas einstellen, wenn es so viel unterschiedliches zu verarbeiten gibt ?
als nierenpatient kann ich dir genau schildern was los ist;
dir ist übel wenn die nieren nicht funktionieren.
du ahst hunger kannst aber wegen der übelkeit nix essen.
du hast durst und traust dich nicht zu trinekn weil dann die neiren noch mehr verrückt spielen,
du bist unendlich schlapp (selbst wenn du ansonsten gesund bist) . . .
ich kenne das sehr geanu.
ich erlebe diesen zustand mehr oder weniger regelmäßig, häufig.

bei mir heißt das immer: einfach nur langsam herumlaufen um die nieren in funktion zu bekommen, bzw den vorhandenen nierenstau zum ablaufen zu bekommen.
dann geht alles wieder ganz normal, und es geht mir wieder gut.

wegen dem feuchtfutter: wie wär es mit gekocht und im mixer zerkleinertem fleisch ?
hat er mehr von, kommt mehr energie bei ihm an als beim industriellen feuchtfutter, das immerhin zu mehr als 80 % (!!!) aus wasser besteht, noch dazu mit schrecklichen ( unappetitlichen und chemiebelasteten) futterzutaten . . . selbst das allerfeinste und teuerste industriefutter besteht aus schlachtabfällen, Haaren, Horn und ähnlichem.

mach es gut klein katze. du bist ein kämpfer.
heute scheint hoffentlich auch bei euch ein bisschen die sonne ? hier tut sie es.
genieße deinen garten.

ganz liebe grüße
carola

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Carola
Mit all' dem was Du schreibst hast Du sicherlich recht. Das blöde ist nur, dass wir gar nicht wissen, seit wann seine Nieren in Mitleidenschaft gezogen sind - das letzte Blutbild wurde Ende Mai gemacht. Seit Mittwoch steht nur fest, dass er einen hohen Kreatininwert und Harnstoffe im Blut hat.
Aber wer weiß schon, was jetzt alles an Krankheiten in ihm schlummert!
Ich stimme der Tierärztin zu, dass er fressen soll, was ihm Spass macht. Wichtig ist, dass er frisst. Und wenn daFutter nun die Nieren entlasten/unterstützen kann, dann ist es gut. Aber Herr Katze hat nun mal auch jetzt noch einen süßen Dickkopf und mag nicht alles. Nur Abwechselung ist ihm immer noch besonders wichtig. Denn mehr als 100g einer Sorte in etwa 3Portionen aufgeteilt, wenn überhaupt, gehen nicht ins Katermaul. Manche Sorten lehnt er komplett ab und vieles darf man ihm nicht mehrmals nacheinander anbieten - auch wenn es jedes Mal frisch aufgemacht ist. Wir stellen ihm häufig mehrere Futtersorten zur Verfügung, so dass er weiterhin die Wahl hat.
An frischem Fleisch scheint er nun keinen Gefallen mehr zu finden, ich werde es aber nochmals probieren. Saftiges Roastbeef aus der Aufschnitt-Theke ist aber immer noch seine Lieblingsmahlzeit. Vielleicht will er ja deswegen noch nicht in den Katzenhimmel - da gibt es vielleicht kein Roastbeef ;-) Nur ich bekomme es nicht so schön hin - sonst würe ich ihm gern ein Stück zubereiten. Katzenfutter ist eh' teuerer ...
Mit dem Trinken scheint er noch wenig Probleme zu haben, aber es zeichnet sich ab, dass er auch da Schluckbeschwerden bekommt.
Wie ich Dir schon geschrieben habe, versuche ich von Tag zu Tag bzw. im Laufe von wenigen Stunden immer wieder zu überdenken, was man ihm nun noch Gutes tun kann oder was keinen Sinn mehr macht.

Aber da ist meine Großmutter eine gute Lehrmeisterin, die uns in den letzten Jahren schon ganz oft mit ihrem Befinden in die Irre geführt hat.

Anonym hat gesagt…

Liebe Silke,
der kleine Frechdachs da machts Euch aber wirklich nicht leicht!!
Wie Du schreibst, ein Wechselbad der Gefühle.
Schade, dass Ihr so unendlich weit weg wohnt, ich bin sicher, hier wäre der Tierarzt, der die Sache richtig einschätzt.
Er sagt auch immer, die Katzen sollen fressen, was immer sie mögen, hauptsache, sie werden wieder gesund.
Nun, gesund wird Euer Katerchen vielleicht nicht mehr, hier stellt sich wohl eher die Frage, ob es noch möglich ist, ihm nach dieser qualvollen Phase noch eine schönere Lebensphase zu ermöglichen.
In unseren Fä(e)llen hat unser Tierarzt oft schon sehr unkonventionelle Methoden und Medikamente einsetzen müssen, um die kleinen Leben zu retten. Manches Mal auch, nachdem schon alles zu spät zu sein schien.
Der aktuelle Durchfall bei Deinem Katerchen könnte auch durch die zu hohe Antibiotikum-Gabe ausgelöst worden sein.
Aber generell finde ich, macht er auf den aktuellen Fotos gar keinen so schlechten Eindruck.
Wie Du schon schreibst, er wirkt interessiert und dass er sich putzt ist ja auch ein gutes Zeichen.
Ich würde mir für ihn wünschen, er hätte noch die Gelegenheit, eine beschwerdefreiere Zeit zu genießen, ob das möglich ist, das kann aber nur ein hervorragender Tierarzt mit sehr viel Erfahrung beurteilen.
Weiterhin die besten Wünsche
graugrün

Marlene hat gesagt…

Hallo Silke,

dein heutiger Bericht ist wieder sehr berührend und zerreißt einem irgendwie das Herz.

Einerseits möchte man sein Tier nicht leiden sehen, jedoch wen Tier Zeit da ist kann man nicht loslassen.

Bei Katertier habe ich das Gefühl, dass er noch gar nicht gehen möchte. Dafür nimmt er zu sehr alles wahr, futtert und trinkt.
Auch wie er dir hinterher pfotelte, wie du vom Einkauf zurück warst.

Zum Tierarztbesuch und die Fahrt, welche du ihm nicht zumuten möchtest. Macht die Tierärztin Hausbesuche? Kostet vielleicht ein zwei Euros mehr, evtl. wäre das ja eine Möglichkeit.

LG
und gebe Katertier bitte einen Kinnkrauler von uns.

Marlene

Die LuLs und Danny hat gesagt…

Huhu Silke,
der süße Katermann. Roastbeef scheint ihn wirklich auf Erden zu halten. Und Eure Liebe und Fürsorge.
Liebe Knuddels
Danny mit Lucy

Alex aus dem Gwundergarten hat gesagt…

OH ja, das Auf und Ab... gell, das macht einem nudelfertig. Es ist ein Hoffen und Bangen... Für mich war das schwerste den richtige Moment zu erwischen, wo ich meiner Katze beim Sterben helfen konnte. Aber meine Jazz hatte mir schliesslich bei der Entscheidung geholfen. Als sie schliesslich die Beinchen nicht mehr bewegen konnte und Schmerzen hatte, war ich froh, dass ich sie schlussendlich erlösen konnte. Ich hoffe sehr, der kleine Herr Kater zeigt auch Dir den richtigen Moment. Es gibt übrigens auch Tierärzte, die zu einem nach Hause kommen um den Tieren den Stress zu ersparen. Auch wenn wir Jazz in einer Tierklinik einschläfern lassen mussten, konnte sie ganz entspannt gehen... als sie uns beide (mein Mann und mich) an ihrer Seite wusste, konnte sie ruhig einschlafen... hach, mir kommen gleich wieder die Tränen, denn ich vermisse sie noch sehr.
Ich wünsche Deinem süssen Herr Kater, dass er einen guten "Abgang" von diesem Leben hat und möglichst ohne langes Leiden gehen darf.
Traurige Grüsse
Alex

Kleine-creative-Welt hat gesagt…

Liebe Silke,
nach unserer Rückkehr gleich an den PC gesetzt - Blog aufgerufen -
Erleichterung - ich freue mich, dass er noch lebt und nicht zu leiden scheint - es ist schon ein großer Aufwand für ich und ich möchte dich dafür drücken. Du liebe Katzenmama.
Ja das Zusammenleben mit Tieren hat auch diese Seite zu bieten - nicht immer leicht - aber man tut es gern.
Ich denk weiterhin an euch und wünsch euch von Herzen alles Liebe - Ruth

Herz-und-Leben hat gesagt…

Sagenhaft! Ach, der arme kleine Mann ...
Es ist wirklich erstaunlich - aber ich habe es auch bei der im vorigen Jahr verstorbenen Katze meiner Mutter beobachten können, auch sie hatte einen unglaublichen Lebenswillen, war zuletzt blind und taumelte, natürlich fraß sie längst nicht so viel, was ich aber auf ihre Weiblichkeit schiebe, denn bekanntlich essen auch Männer (lMenschen) i.d.R. mehr als Frauen. 17 Jahre sind dann ja auch ein hohes Alter ... sie starb eines natürlichen Todes ... im Kreise ihrer Familie ...

Das mit dem Igel ist ja auch traurig. Ich schaue auch immer zu, daß ich Behältnisse mit Wasser durch Einlegen von Zweigen o.ä. aussteigbar mache. Seit uns früher auch mal ein Tierchen in einem Eimer ertrank.

Was das Schlucken betrifft, geht es alten Menschen auch oft so. Die Schleimhäute sind auch nicht mehr so gleitfähig, alles wird trockener, die Säfte versiegen mehr und mehr ...

Und dann habe ich noch die Kommentare gelesen ... also vielleicht kann diese Seite noch weiterhelfen - das bezieht sich zwar eigentlich auf Hunde, aber Katzen sind in der Hinsicht sicher ähnlich und beim Menschen ist es ja auch nicht viel anders.

http://www.tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/wiss_krank_niereninsuffizienz_hund.html

Das mit dem Futter glaub ich so nicht, denn für Menschen zumindest gilt, eine strengste Diät einzuhalten, wenn man erst so schwerkrank ist. Alles andere würde den Stoffwechsel noch weiter durcheinanderbringen. Aber die strengste Diät muß nicht das Schlechteste sein - überhaupt sind wir heute Meilen von einer gesunden artgerechten natürlichen Ernährung entfernt - und deshalb sind so viele so stoffwechselkrank!

Bei einem ohnehin Sterbenden (Menschen) wäre es sicher egal, was er zu sich nimmt - aber meist haben sie dann auch gar keinen Hunger mehr ... und einige würden sowieso kurz darauf alles wieder rausbringen ... also sinnlos!

Ich weiß jetzt nicht, wie es sich beim Tier verhält - aber der Mensch, je kränker er ist, desto weniger ißt er. Der kranke Körper kann ja auch gar nicht so viel Nahrung verarbeiten. Dabei nimmt man ab und manche kommen dann an den Tropf - beim Tier alles viel schwieriger machbar ...

Ob Roastbeef da das Richtige ist vom Appetit darauf einmal abgesehen ?? Vom gesundheitlichen Aspekt ...

Und was ich da noch so gefunden habe ..

http://www.chefkoch.de/forum/2,29,160182/Woran-ist-eure-Katze-gestorben.html

http://home.arcor.de/elarab/rund_um_die_Gesundheit/Nieren/nieren.html

Bei Tieren macht man wohl keine Dialyse? Wäre auch wohl unnötige Qual für sie, da sie es nicht begreifen ... nichtsdestotrotz ist sicher auch bei ihnen das Infarkt- und Schlaganfallrisiko größer durch all das. Man darf gar nicht dran denken ...

Das Katerchen hält sich wacker und ohne eure Aufopferung wäre all das gar nicht möglich.

Dir, Deiner Mutter viel Kraft und ein Gebet für das Katerchen, daß der liebe Gott ihm gnädig ist.

Alles Liebe
Sara

Raphaela hat gesagt…

Ich drück euch fest die Daumen, dass das Wetter bald wieder mitspielt und der Herr sich wieder frischen Wind um die Nase wehen lassen kann ;)

renate hat gesagt…

Ohne weitere Worte nur ganz herzliche Grüße an Euch.
Umarmung für dich, liebe Silke, und einen ganz zarten Nasenstüber für das graue Katertierchen.

Renate

renate hat gesagt…

Nachsatz:
deine Fotos sind wie immer sehr schön und berührend

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Alle
Und er lebt immer noch ...
Allerings glaubte ich am frühen Nachmittag, dass es nun nicht mehr allzulange dauern würde. Denn nach der Katzenwäsche lag er ziemlich lange nahezu regungslos auf dem Boden. Doch ein paar Stunden später, begann er wieder zu fressen, schlief eingekuschelt in ein Biberbettlakenmit Blick in seinen Garten weiter und stand erst gegen Abend auf, um in den Beeten zu verschwinden. Wenig später konnte ich beobachten, wie er sich dort putzte. Nachdem er mehrmals seine Liegeplätze unter den Büschen gewechselt hatte, kam er zurück zum Wintergarten und hatte viel Hunger mitgebracht. Danach sprang er sogar noch ohne Hilfe auf die Liege und hätte dort bestimmt gern die Nacht verbracht. Aber dort ist es nachts schon empfindlich feucht & kalt und sein Beetaufenthalt klebte noch immer am Hinterteil. Also gab es noch eine Nachtwäsche im Wintergarten und eine daran anschließende Kuschelzeit. Als er bald darauf unruhig wurde machten wir noch eine kleine Nachtwanderung durch den Garten und dann in den Keller. So viel frische Luft machte wohl sehr hungrig, denn ich brachte ihm noch mehrmals Nachschlag an seinen Liegeplatz ...

Und nun braucht Allegra erst einmal ihre Kuscheleinheiten!

Petra hat gesagt…

Herr Katze sieht auf den Bildern noch so wach und nett aus...ich denke aber, wenn die Blase sich mit den Bakterien usw. nicht richtig entleeren kann, dann haben die Nieren Probleme und der Körper vergiftet sich langsam ....und mit der Zuckerkrankheit ist das ja auch noch so eine Sache....wünsche euch alles Gute...

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Petra
Ich glaube, Du bringst seine Situation auf den Punkt.
Gestern Mittag war er so fertig, dass ich keinen Sinn mehr darin sah ihn noch mit dem Antibiotikum zu quälen. Aber als er gegen Abend wieder etwas fitter erschien, entschieden wir uns doch es ihm weiter zu verabreichen und zusätzlich 2 Salze, die ihm vielleicht bei seinen Nieren- & Diabetes-Problemen noch ein paar Tage helfen können. Aber sein Ende scheint jetzt unausweichlich. Stellt sich nur noch die Frage, ob es jetzt besser ist ihm nur noch etwas gegen Schmerzen & Ängste zu geben, oder ob wir ihn noch einige Stunden oder Tage im Kampf gegen seine gesammelten Krankheiten unterstützen sollten. Gestern Abend haben wir uns noch nach langen Überlegungen dafür entschieden ...

Brigitte hat gesagt…

Liebe Silke,

lange, kluge Ratschläge muss ich dir nicht geben, denn du und deine Mutter, ihr macht alles, was in eurer Macht steht.

Aber, ich habe großen Respekt davor, wie ihr dieses langsame Weggehen begleitet.

Liebe Grüße, Brigitte

Anonym hat gesagt…

liebe Silke,
toll dass es Menschen wie Dich gibt die das Tierchen bis zuletzt auch unter nicht einfachen Umständen begleiten!
Dein liebes Katerchen hat es verdient. Ich habe zuletzt wieder gehört, dass jemand zwei einige Wochen alte Katzen umgebracht hat und diese Familie nennt sich Christen. Die wahre Liebe zu den Tieren zeigt sich bei Euch.
Ich werde jetzt schon traurig, wenn ich daran denke dass meine beiden Katzen einmal nicht mehr sind- und die pflegerische Betreuung eines alten Tieres mit pampers etc. kennen wir auch- wir hatten einen fast 19 jährigen Hund bis zuletzt als Pflegefall, auch er musste ständig Wasserlassen. Hatte allerdings keine Krankheit und nur Altersschwäche. Da haben uns viele Leute gesagt, das würden sie nie so lange machen, wenn nicht mehr alles so ist wie normal- dann müsste man das Tier erlösen. Aber die Frage ist doch hat es Schmerzen oder lebt es noch gerne. Ich denke Euer Katerchen lebt auch noch gerne.

Alles Liebe, viel Kraft für Euch und dem grauen Katerchen noch viele schöne Stunden
Michaela

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Graugrün
Ich vermute eher, dass der Durchfall mit bestimmten Feuchtfuttersorten ev. in Kombination mit Diabetes zusammenhängt, denn auch Allegra hat manchmal einen Anflug von Durchfall, der aber meist mit dem nächsten Feuchtfutterschälchen oder etwas mehr Trockenfutter wieder verschwindet.
Nur frisst Herr Katze jetzt kaum noch Trockenfutter und von daher dauert es bei ihm meist etwas länger.
Aber das Antibiotikum mischt da sicherlich auch mit.
Und dann bekam er noch eine harnansäuernde Paste, die vielleicht auch etwas in seinem Körper durcheinander brachte.

@ Marlene
Auf die Mehrkosten durch Hausbesuche kommt es nicht an. Aber bei seiner Krankengeschichte machen Hausbesuche anscheinend wenig Sinn, die eventuell noch sinnvollen Untersuchungen sind dann wohl meist nur in der Praxis durchzuführen. Außerdem möchte ich nun nicht nochmals den Tierarzt wechseln.
Obwohl das für den letzten Besuch, falls er nicht doch 'einfach' stirbt wohl nötig ist, da seine Tierärztin wahrscheinlich keine Hausbesuche macht ...
Aber das werde ich heute klären.