Sonntag, 1. August 2010

unter der Ferkelleuchte



Eine pitschepatsche nasse kleine Maus hatte sich endlich durch
den nächtlichen Dauerregen nach Hause getraut. Dort ließ sie
sich widerwillig in ein Handtuch wickeln und etwas das Fell
trocknen, fraß schnell etwas und verzog sich sofort unter ihre
100 Watt Glühlampe auf das Plüschkissen in der Kleiderkammer.

Foto: S.Schneider



Während der geschwächte Dummritz-Kater 70km entfernt
noch immer irgendwo in seinem Garten unter den Büschen
hockte und nicht bereit war trotz heftigem Regen nach
Hause zu kommen. Leider scheint er
sein Katerzimmer bis
jetzt nachts nur zum Fressen zu nutzen. Hoffentlich hat er
sich nun nicht auch noch eine Erkältung zugezogen ...


Kommentare:

carola hat gesagt…

Liebe Silke,
dass er im regen liegen bleibt, weist eindeutig auf eine schwere psychische störung hin.
er will nicht mehr, sagt er uns damit.
man kann ihm aber mit etwas nachdruck und einem kissen auf dem schoß, und dem kater darauf, und liebevollen stundenlangen gekraule- oder einfach nur schlafen lassen- und das bei verschlossenen gartentüren, klar machen, dass er immer noch geliebt wird.
so ging das mal mit papas MIMI - eine lange geschichte.
aber ich habe sie aus dem triefenden regen reingeholt, und tagelang auf dem schoß im warmen zimmer getreichelt, gefüttert und dort schlafen lassen.
das hat ihren lebenswillen ganz ungemein gestärkt, als sie merkte sie wird immer noch geliebt.

schmerzmittel verursachen bei katzen selbst in niedrigsten dosen solche wesensveränderungen.
unabhängig von dem Diabetes.

es liegt also weniger an ihm, als an euch wie es in punkto im hause bleiben wollen, mit ihm weitergeht.
(ist kein vorwurf, nur die feststellung)
er zieht sich ja auch deshalb nach draußen und ins feuchte zurück, weil er damit seinem geruchssinn etwas entgegenhalten will.
er mag nämlich nicht riechen, wie er riecht wenn er mit seinen "div.geschäften" das n i c h t auf die reihe bekommt.
ist ein schwieriges problem, so eine schwer gestörte katze, deren willen so oft und viel gebrochen werden muß und wird im zuge einer behandlung.
ich drücke euch trotzdem die daumen, dass der alte herr sich ein bisschen wieder einkriegt.

ein bisschen traurige grüße
aus berlin

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Carola
Mir den Überlegungen zum schmerzmittel hast Du bestimmt Recht. Aber auch als er wochenlang keines bekam - immerhin wohl von Ende April bis vor ein paar Tagen, da zog er ebenfalls immer kühle Orte vor. Selbst im Winter als er noch normaler war, hielt er sich sehr gern in meinem leicht temperierten Dekolager, Überwinterungsquartier für Sommerblumen auf oder legte sich in den kühlen Keller.

Inzwischen habe ich in der IG Russisch Blau Zeitung einen Artikel gelesen, dass bei Katzen ab dem 15. Lebensjahr sehr häufig Demenz auftritt. es gibt wohl inzwischen Medikamente dagegen, aber bei den ganzen Coctails, die ihm inzwischen durch die Tiermedizin verabreicht wurden bzw. noch verabreicht werden müssen, werde ich mich lieber mal auf die Suche nach geeigneten salzen begeben, falls sein Gesundheitszustand wieder stabiler werden sollte. Den Durchfall hat er wohl zum Glück vorerst überwunden. Nun soll noch die Wurmkur ihre Wirkung bringen und dann werden wir ihm wohl in Etappen das Fell reinigen. denn mit der Vermutung liegst Du sicherlich richtig, dass er sich vielleicht selbst nicht mehr riechen mag und deswegen kühle Orte bevorzugt.
Denn heute Nacht kam er mal kurz zum Fressen und zum Kellerklobesuch ins Haus, aber bestand dann wieder darauf in die Nacht entlassen zu werden. Während eine Maus dann zumindest ab 0.30 Uhr genug Hunger hatte, um nach Hause zu kommen. Wäre die Tür danach nicht zu gewesen, dann hätte sie vielleicht auch noch eine Runde gedreht ...
Er sucht aber immer noch die Nähe zu uns, legt sich aber nicht mehr neben meine Mutter. Schon seit Jahren leistet er ihr im wintergarten keine Gesellschaft mehr.
Aber als wir vom Tierarzt kamen, habe ich ihm gleich auf dem Hof aus em Körbchen gelassen, damit er zwischen Gartentür und haustür wählen konnte. Er lief geradewegs zur Haustür, wanderte den Flur entlang zum Wohnzimmer und die Gartentreppe hinunter zum Wassernapf an der Garage. Das hätte er einfacher und schneller haben können! Danach wartete er draußen vor der Treppe auf Futter.
Bis auf wenige Stunden in der Nacht steht es ihm zur Zeit frei ins Haus zu kommen oder sich im Garten aufzuhalten. Zur Zeit zieht er den Garten vor. Ich glaube unter den jetztigen Umständen ist das das Beste für ihn, denn der Keller ist im Moment feucht und klamm. Und heute früh hat meine Mutter sogar im Wohnzimmer zum Garten auf ihn gewartet, aber das Katertier hatte anscheinend andere Pläne! Vielleicht normalisiert sich sein Verhalten ja wirklich, wenn sein Fell etwas sauberer ist und er sich besser riechen kann ...

Auch wenn sich bei ihm nun vielleicht Demenz oder Altersstarrsinn breit macht, so werden wir seiner Natur dann aber doch freien Lauf lassen. denn ohne medizinische Versorgung wäre er ja gar nicht so alt geworden. allerdings hätte er sich ohne medizinische Versorgung und menschliche Fürsorge/Verweichlichung auch anders ernährt!
Den Satz in dem Artikel 'Wenn sie nicht mehr wissen, was sie tun ... - auch Katzen leiden unter Alterserscheinungen', fand ich gut und erschreckend zugleich: 'Twar werden Samtpfoten dank unserer Pflege und guter medizinischer Versorgung heute auch schon 20 Jahre und älter - nur vergessen wir Menschen leicht, dass die ursprüngliche Lebenserwartung einer Katze sehr viel niedriger liegt.' Klein Katze ist schon über 16 Jahre alt!
Und irgendwie kommt mir das sehr bekannt vor, wenn ich meine pflegebedürftige Großmutter da mit ihren 103 Jahren im Bett liegen sehe. Ihr Körper ist auch nicht für ein so hohes Alter gemacht ...

Der Artikel stammt von Gabriele Müller & Martina Römer. Sie bieten Beratung bei Verhaltensproblemen an und haben auch eine Internetseite: www.vierpfotenprofis.de da werde ich mich mal umschauen und irgendwo hatte ich mal ein Buch zum thema alternde Katzen gesehen. Ich glaube, dass kann ich für unsere Mädels und Herrn Katze nun ganz gut gebrauchen ...

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Carola
Hier ist übrigens der ganze Artikel:
http://www.vierpfotenprofis.de/content/view/207/36/