Dienstag, 24. August 2010

Jedenfalls kann er wieder kraftvoll zubeißen!


Auch wenn Herr Katze auf diesem Foto von
heute um 10 Uhr noch gar nicht so aussieht:

Da musste ich ihm nämlich noch das Futterschälchen vor die Pfoten
in das kleine Garagenbeet stellen. Denn er war nicht dazu bereit oder
vielleicht auch kaum in der Lage aufzustehen. Ganz schön schwierig
so unter dem bruchempfindlichen Fuchsientopf festzustellen, ob der,
mit der Tierärztin am Sonntag vereinbarte Termin um 11.30 Uhr nun
dringend erforderlich, sinnvoll oder einfach so dazwischen ist, dass
es besser wäre ihn zu verschieben. Denn nach den Angaben meiner
Mutter, die ihn auch in dieser Nacht nochmals in der kleinen Keller-
Waschküche eingesperrt hatte, konnte er nun wieder etwas besser
gehen, hatte aber wenig Appetit und machte noch immer einen
sehr erschöpften Eindruck.

Was aber nach der vergangenen Horror-Woche mit ihm auch kein
Wunder ist! Doch diese 5 Posts mit den Irrungen & Wirrungen der
letzten Tage sind noch im Entstehen. Ich bekomme allmählich den
Ablauf wieder zusammen, aber immer wieder fallen mir dazu noch
einige Details ein, die mir persönlich sehr wichtig sind. Denn all'
das, was seit Dienstag letzter Woche mit klein Katze geschehen
ist, hätte uns auch bei Maus oder Allegra erwischen können. Gut,
jetzt vielleicht nicht mehr in dieser extremen Form, aber da
jede Katze eine andere Krankengeschichte hat, wird auch jede
Situation anders ausfallen. Und wenn dann ausgerechnet noch
die ihn zuletzt behandelnde Tierärztin im Urlaub ist ...

Seit einer Woche wurde nun vermehrt über das 'Erlösen lassen'
gesprochen und nachgedacht. Und ich bin mir fast sicher, wenn
zwischen Hannover & Braunschweig nicht 70 Kilometer Fahrt
und dementsprechend fast 1 Stunde Zeit zum Nachdenken liegen
würden, dann würde sich der Kater jetzt schon seit 3 Tagen an
einer ganz anderen Stelle im Garten befinden ...

Das aus Hannover mitgebrachte Feuchtfutter von Maus & Allegra
schien ihm jedenfalls auch heute zu schmecken. Und mit einer
zweiten Futterportion konnte ich ihn dann so weit aus dem Beet
hervorlocken, dass ich meinen Augen kaum traute: Zwar immer
noch sehr wackelig auf den Beinen, aber längst nicht mehr so
'tiefergelegt' kam er vorsichtig hervor. Ich hatte am Sonntag
wirklich die Hoffnung aufgegeben, dass er jemals wieder einiger-
maßen normal gehen könnte. Und nach dem sonntäglichen kurzen
Gespräch mit der Tierärztin war ich mir ziemlich sicher, dass
seine unbehandelte Diabetes nun zu weit aus schlimmeren Folgen
von
Neuropathie geführt hatte, als wir es bei Allegra bisher zu
sehen bekamen. Allerdings bin ich immer noch der Meinung, dass
der 'Medizin-Coctail' der letzten Tage den entscheidenden Kick
gegeben hat. Und hoffe, dass die Nerven seiner Hinterläufe nun
dadurch nicht dauerhaft geschädigt sind.

Jedenfalls blieb er sogar einige Zeit auf dem Rasen sitzen, ohne
sich gleich wieder unter die Büschen zu verkriechen. Ich möchte
behaupten, er befindet sich irgendwie wirklich 'dazwischen'.
Auf jeden Fall ist es nach seinem Kampfgeist der letzten Tage
noch zu früh um ihn Einschläfern lassen. Und im Moment scheint
er sich auch noch so für das Leben entschieden zu haben, dass ich
eine weitere Gabe von 'Entscheidungstropfen' nicht als sinnvoll
erachte. Aber nach meinem Empfinden ist es jetzt noch zu früh,
um nun gleich herauszufinden zu wollen, warum er nur noch
tröpfchenweise am Besten auf der Seite liegend urinieren kann,
bzw. unter Anstregung nur einen sehr dünnen Strahl hervorbringt.
Denn allmählich müsste sich nach den Versuchen mit inzwischen
drei verschiedenen Antibiotika seit letzter Woche Dienstag seine
'Blasenentzündung' doch etwas bessern!? Seine Tierärztin schlug
bereits am Freitag vor seine Blase zu röntgen, um Gewißheit zu
haben. Aber nach den Erfahrugen mit unserer Diabetes-Allgera
bei der
'Hauptuntersuchung' im Mai, die sie ganz schön umgehauen
hatte, vermute ich, dass auch die leichteste Betäubung für aussage-
fähige Röntgenbilder bei klein Katze einen noch größeren Schaden
anrichten könnte. Daher sagte ich den Tierarzt-Termin für heute
ab und hoffe nun, dass das neue Antibiotikum, dass er jetzt täglich
als Tablette bekommen soll, seine Harnwegs-Probleme doch
noch lindern kann ...

Am Wochenende war er noch nicht einmal für das saftige und
extra für ihn gekaufte Roastbeef zu begeistern. Aber heute kam
er dafür sogar wieder mit in den Wintergarten, als er merkte,
dass ich mit der Aufschnitt-Tüte raschelte. Recht schnell und
voller Freude verschwanden die vier viel zu dünnen Scheiben im
Katermäulchen. Wie hatte ich diesen Moment vermißt, als er
sich am Samstag appetitlos abwendete, und sogar ein Stückchen
Aufschnitt unbeachtet auf seiner Pfote liegen blieb.

Danach legte er sich etwas entspannter an seine Gießkanne und
schlief ein Weilchen. Ob ihn die leicht veränderte Schüßler-
Salzmischung im Futter etwas ruhiger werden ließ? Das Schmerz-
mittel hatten wir ihm auf Empfehlung von Frau Lips -
der mobilen
Tierheilpraktikerin in Braunschweig
- seit Samstag früh nicht mehr
gegeben. Aber nun musste ja doch bald mal die Antibiotika-Tablette
in das Katertier! Die erste Tablette hatte er anstandlos Sonntag
Nacht mit dem Futter aufgenommen. Die gestrige wurde jedoch
schon mehrfach aussortiert. Und nun versuchten wir es aufgelöst
in etwas Wasser mit einer kleinen Spritze, die irgendwie ins Kater-
maul musste. Ein paar Stunden später kam er uns wieder leicht
verändert vor: Er kauerte wieder viel mehr im Beet. Doch da es
bald darauf noch etwas Roastbeef für ihn gab - sogar dickere
Scheiben, die ich extra nochmals aus dem Supermarkt holte,
weckte das wohl etwas seine Lebensgeister!

Doch eine weitaus schwierigere Behandlung musste nun auch
noch heute durchgeführt werden: 1ml Vitamin B12 musste zusätzlich
geschluckt werden, und sein Hinterteil & die Hinterläufe konnte nach
der Fliegenattacke vom Sonntag nicht länger ungewaschen bleiben.
Also wurde alles im Wintergarten vorbereitet. Und als ich ihn dann
kurz nach 18 Uhr aus dem Garagenbeet hochnehmen wollte, da wurde
fast so kraftvoll zugebissen, wie im März, als er sich nach der Blut-
abnahme weigerte für die Behandlung nochmals aus dem Weiden-
körbchen hervorzukommen. Nun musste ersteinmal meine Wunde
gereinigt werden. Und danach, mit noch immer blutender Hand,
aber durch feste Lederhandschuhe geschützt, kam Herr Katze auf
den Schoß meiner Mutter. Die gelb-färbende Dosis Vitamin B12
verschwand auch heute überwiegend im Kater und nicht wie am
Sonntag um das Maul herum, auf unseren Händen und der Kleidung!
Doch das Waschen war eine sehr lange, und für ihn fürchterlich
stressige Prozedur, während der Panik-Urin nur so aus ihm hervor-
quoll. Ganz sauber war er nicht zu bekommen. Das hätte zu lange
gedauert und sein Fell wäre dann auch viel zu feucht gewesen, um
ihn nach einiger Zeit wieder in den Garten entlassen zu können.
Zum Glück konnten wir ihm die Trocknungszeit noch mit etwas
Roastbeef verkürzen.


Aber danach brauchte er ersteinmal ganz viel Wasser!

Das ist ein richtiger Teufelskreis: Er ist gestresst, seine
Blutzuckerwerte steigen, daher hat er wesentlich mehr
Durst, das Wasser muss nun tröpfchenweise wieder aus
ihm raus, das verschmutzt sein Fell und er muss deswegen
gewaschen werden ...

Aber trotzdem bin ich etwas zuversichtlicher, dass wir ihm
die nächsten Tage doch wieder etwas angenehmer gestalten
können. Zumindest nimmt er die neuen Beetauflagen aus frisch
geschnittenem Wachholder an manchen Liegeplätzen unter den
Sträucher an. Denn leider ist er wohl häufig so erschöpft oder
schon so senil, dass er den Liegeplatz als Katzenklo benutzt und
sich dort wenig später hineinlegt. Da wäre es schon praktisch,
wenn es nachwachsende Rohstoffe im Garten gibt, mit denen
wir ihm häufiger einen frischen Schlafplatz auslegen könnten!

Und wieviel Lebensqualität ihm nun bleibt, hängt wahrscheinlich
auch ganz extrem vom Wetter der nächsten Tage ab. Denn leider
lehnt er ja die meisten unserer Wetterschutz-Ideen ab ...


Fotos: S.Schneider



Kommentare:

woman hat gesagt…

Ich sende ihm Reiki !!!!!!!!!!!

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Mir gehn ganz viele Gedanken durch den Kopf - wer weiß denn, was in ihm vorgeht. Die sitzende Aufnahme von ihm ist bildschön und Eure Fürsorge und die vielen Gesten sind ganz sicher - trotz allem Stress - helfend und erleichternd. Er wird die für ihn bestimmte Stunde erkennen und es Euch zeigen.
Wuff und LG
Aiko

Herz-und-Leben hat gesagt…

Das arme Pusselchen - und das muß ja auch ein enormer Stress für Dich sein, immer diese weite Fahrt und dann womöglich noch über die gefährliche A2!

Ich wollte gerade mal fragen, wie es mit einem guten Tierheilpraktiker aussieht - aber nun schreibst Du ja davon ...

Und es ist so, wie Du es beschreibst - die Katzen - wie sicher auch andere Tiere haben am Ende ihres Lebens solche und solche Phasen. Leid gehört zu unserem wie dem Leben der Tiere dazu. Man kann nicht alles auf Knopfdruck einfach beenden, selbst wenn der Mensch von heute dazu neigt, alles möglichst perfekt steuern zu wollen ...

Von sterbenden Menschen weiß ich es, daß diese gar nicht bereit waren, sich "erlösen" zu lassen, die ich kenne, wollten ganz bewußt gehen und bis zum letzten Augenblick "da" sein - wehe jemand wäre da mit einer Spritze gekommen ... obwohl ich auch das verstehen kann, wenn das Leid allzu groß ist ... aber beim Tier wissen wir noch einmal weniger, was in ihm vorgeht. Und wenn man ganz ehrlich ist, wird man anerkennen müssen, das das Tier in der Natur einfach stirbt, ohne daß sich irgendjemand auch nur den geringsten Gedanken darüber macht, wie es zu Tode kommt und ob es ihm in den letzten Augenblicken seines Lebens noch gut dabei geht ...

Ích bete für das Katerchen, daß er es nicht so schwer hat.

Liebe Grüße
Sara

suse hat gesagt…

Hallo,
Katerchen ist ein altes Tier und alt sein heißt es gibt gute und schlechte Tage.
Wie wäre es wenn Du seine Liegeplätze im Garten (ich komme nicht auf den Namen) mit "Holzschnitzeln" ausstreust. Kostest der Sack mit Pinienhäcksel ca. 9 Euro im Gartencenter. Besser als die nackte Erde.
Ganz liebe Grüße Suse

Petra hat gesagt…

Oje, so ein armer Schlingel...da beißt er die Hand die ihm so leckeres Roastbeaf mitbringt......das Wetter ist ja leider ziemlich stürmisch und nass.....auf jeden Fall weiterhin alles Gute für das Katerchen....

Micha hat gesagt…

schön das es Katerchen noch gibt. Ich hab schon Angst gehabt, nach unserem Urlaub schlechte Nachrichten zu lesen. Er ist ein richtiger Kämpfer, gut das es Deine Mama und Dich gibt. Ihr macht alles erdenklich damit es ihm gut geht. Ich hoffe er hält noch etwas durch.
Während unseres Urlaubs hat sich meine Schwiegermama um unsere Nasen gekümmert. Sie macht das immer ganz toll. Aber die Minka hat abgenommen. Es ging ihr schon kurz vor unserer Abfahrt nicht ganz so gut. Sie hat kaum etwas gefressen.
Ich weiß nicht ob die letzte Maus schlecht war, oder sie um vermißt hat. Auf jeden Fall scheint jetzt wieder alles ok zu sein. Sie bricht nicht mehr, frißt wieder und fängt Mäuse.
Ich habe immer ein komisches Gefühl wenn es in den Urlaub geht.
Hoffentlich hat sie es überstanden.
Ich schicke Dir, Deiner Mama und dem Kater viel Kraft.
LG Micha

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Woman
Aber leider ist es bei ihm wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann er nicht mehr kann ...

@ Aiko
Ja, ich wüßte jetzt sehr gern, was er sich wünscht, um ihm die letzten Tage so angenehm wie möglich zu machen.
Seit dieser Aufnahme hat er sich nun recht schnell verändert. Aber wenn er zeitweilig irgendwo liegt und schläft, dann hat das immer noch etwas beruhigendes.
Ich vermute, dass auch er seine letzte Zeit am Liebsten mit sich allein verbringen wird - allerdings in unserer Nähe. Und am Schönsten wäre es wohl wirklich für ihn, dass er dabei im Beet liegen könnte. Gerstern hatte er noch kurz die Möglichkeit in den Garten zu kommen, bevor der nächste Starkregen niederprasselte. Meine Mutter meinte, er erschien ihr dabei richtig glücklich, obwohl es recht feucht war.
Auch meine Großmutter blühte noch vor 2 Jahren jedes Mal richtig auf, wenn sie zwischendurch nochmals kurz in den Garten konnte ...

@ Sara
Die Fahrt am Donnerstag war ein echter Horrortrip in dem Regen. Sonst fahre ich im Moment immer noch B65 - aber da war A2 wirklich besser. Und gut, dass ich gestern doch Zuhause geblieben bin - da gab es zumindest bei uns noch reichlich Nass von oben.

Wenn der Kater Pech hat, dann wird jetzt in seinem Kellerzimmer der Boden feucht - Schichtenwasser. Und bei uns hat unsere Mitbewohnerin eine nasse Schlafzimmerdecke. Da ist jetzt auch das Dach undicht. Nun brauche ich doch bald die Handwerker im und am Haus ...

Die erste Erfahrung am Samstag mit der Tierheilpraktikerin war wirklich sehr hilfreich. schade, dass wir uns darum nicht früher gekümmert haben. Wenn sich Herr Katze noch rappeln würde, dann würden wir sie auf jeden Fall hinzuziehen. Aber ich vermute die Chance hat er leider nicht mehr.
Für Maus & Allegra werden wir im Herbst wohl auch einen Heilpraktiker suchen. Einerseits bekommen die beiden Stress miteinander, wenn sie zulange zusammen eingesperrt sind, und andererseits die Problematik bei Allegra Diabetes/Struvitsteine. Und Maus nimmt immer mehr zu und wird träger. Da scheint auch etwas im Anmarsch zu sein ...

Es ist verdammt hart ein Tier, mit dem man so lange zusammengelebt hat auf dem Weg zu begleiten! Und für meine Mutter natürlich noch mehr, da sie nun ja 2 Sterbefälle zu betreuen hat. Obwohl der Hausarzt meiner Großmutter nun keine Prognosen mehr abgibt - sie ist ein bettlägriges 'Stehaufmännchen' ...

@ Suse
Das mit dem kleingeschnittenen Wachholder hat er zum Glück angenommen - ich hätte nur für die Regentage einen trockenen Vorrat in der Garage anlegen sollen. Denn gestern konnte er sich kurz wieder in sein Garagenbeet legen und war dort glücklich, obwohl es dort feucht war.
Ich hatte es sogar mit Kleintierstreu versucht, das wir gut hätten austauschen können, aber das Katertier scheint echten Gartenmulch zu bevorzugen ...

@ Petra
Ja, leider muss man bei ihm auch noch dazu vorsichtig sein. Aber wahrscheinlich hatte er einfach Angst, dass es wieder zum Tierarzt geht.

@ Micha
Inzwischen sind die Nachrichten auch schlecht. Allerdings war ich erstaunt, dass er sich trotzdem noch einmal etwas erholt hatte.

Aus heutiger Sicht waren wir bei Allegra und klein Katze wohl nicht aufmerksam genug und hätten auf mehr kleine Anzeichen reagieren sollen. Katzen können Krankheiten wohl lange sehr gut vertuschen. Aber mir scheint, selbst wenn man diese Anzeichen Tierärtzen mitteilt, so bleibt vieles trotzdem lange unentdeckt. Für Maus und Allegra werden wir uns jetzt zusätzlich zum Tierarzt noch einen Heilpraktiker suchen, der auch möglichst ins Haus kommt. Doch im Moment fehlt uns dazu leider die Ruhe dazu ...