Donnerstag, 29. Juli 2010

Und das muss alles wieder raus ...


... was da an Wassermenge in den kleinen Kater reingeht.

Seit gestern Abend hatte der Kater extreme Schmerzen beim
Benutzen seines Katzenklos. Und teilweise zeigte sich im nur
noch tröpfchenweise herauskommenden Urin auch Blut. Also
lag die Vermutung nahe, dass er sich in seiner Gartennacht nun
auch noch eine Blasenentzündung zugezogen hatte. Das in dem
Fall nur noch ein Antibitikum helfen würde war klar. Mit viel
Geduld und einigen Überredungskünsten kam er sogar aus seinem
Beet hervor und ließ sich hochnehmen. Also ab in den Korb und
zum Tierarzt. Die für die Untersuchung nötige Urinprobe lieferte
er dann auch gleich auf dem Weg zur Tierarztpraxis in der Box ab.
Wie schon erwartet zeigte der Teststreifen hohe Glukosewerte.
Nur plötzlich war die nächste Urinprobe, die er auf dem Unter-
suchungstisch ablieferte, ganz klar und erst dann tropfte etwas Blut
nach. Es dauerte einige Zeit, bis die Tierärztin die Wunde fand:
Die Penisspitze war blutverkrustet. Maunzend aber sehr tapfer hielt
er die Reinigung der Wunde durch. Und unter dem Mikroskop stellte
sich heraus, dass im vorderen Bereich etwas Gewebe abgestorben
war und dadurch den Harnaustritt erschwerte. Ob sich nun Harngrieß,
mit dem er schon seit etwa seinem 7. Lebensjahr immer mal wieder
Probleme hat, dort festgesetzt hatte, oder ob es mit der Diabetes
zusammenhängt, lässt sich nicht genau feststellen. Eine Penis-Ampu-
tation ist jedenfalls ein so großer Eingriff für ihn, dass die Tierärztin
von dieser Möglichkeit in seinem Zustand sofort abriet. Dann wäre
es besser ihn zu erlösen. Mit einem Schmerzmittel versorgt, einer
Antibiotika- Spritze für die nächsten 4 Tage und einem Termin
für Montag Mittag wurden wir entlassen.

Zum Glück schien mir das Katertier den Tierarzt-Besuch nicht übel
zu nehmen. Danach gab es ja auch einige Leckerchen zur Wieder-
gutmachung. Und die Fleischtheke hatte zum Glück sehr schöne
saftige Roastbeef-Scheiben für ihn. Ab und an trank er an seiner
Wassernapf-Auswahl an der Garagentür, kam zum Fressen und für
ein paar Streicheleinheiten vorbei und verschwand dann wieder
einige
Zeit in den Beeten. So konnte ich recht zuversichtlich
nach Hause fahren ...

Kaum Zuhause angekommen, rief mich jedoch meine Mutter an,
dass der Kater verzweifelt im Keller sitzt, seine Kiste nur tröpfchen-
weise füllen kann, und wo er geht und steht Urin & Blut verliert.
Das Telefonat mit dem Tierarzt ergab, dass er sich ja selbst in der
Praxis ausreichend entleert hätte und nun bis zum Morgen notfalls
durchhalten könnte. Falls das Wasserlassen ihm nicht mehr möglich
ist, müsste er am nächsten Tag einen Katheter bekommen und
anschließend in der Praxis bleiben.


Nachtrag:
Die Nacht muss für beide schrecklich gewesen sein. Meine Mutter
war ständig mit dem Säubern der Kisten und dem Wischen der Böden
beschäftigt. Das Katertier hatte Schmerzen, eine volle Blase, die
sich fast nur noch im Gehen, Stehen und Liegen entleerte. Sicherlich
war das Katzenklo jetzt nur noch ein Ort, den er mit Schmerz in
Verbindung brachte und deswegen nur noch selten bereit war ihn
aufzusuchen. Wahrscheinlich war er auch
verwirrt & voller Angst,
da ihm nun plötzlich nur noch wenige Räume in seinem Zuhause zur
Verfügung standen. Das passierte bisher nur, wenn er bald darauf
zum Tierarzt musste. Doch bei den Mengen an Urin, die sich über
Nacht auf den Fußböden verteilten, gab es zumindest bis zum frühen
Morgen keinen Grund ihn nochmals zum Tierarzt zu bringen. Daher
entließ meine Mutter das gestresste und nun wohl leider inkontinente
Katertier in seinen Garten ...

Foto: S.Schneider


Keine Kommentare: