Freitag, 30. Juli 2010

Das Katerzimmer


Die Entscheidung ist nicht leicht, aber nach der letzten Nacht
haben wir entschieden, dass der Kater nun auch nachts besser
im Garten bleibt. Zum Glück gibt es den Wintergarten, wo wir
die Tür jetzt einen Spalt für ihn offen lassen, so dass er warm
und trocken schlafen kann.

Und damit er nicht so weit zu den Wassernäpfen
an der Garagentür laufen muss, gab es am Nachmittag
den Wassergefäße-Test. Beide Töpfe wurden von ihm
für gut befunden und kamen sogleich in den Raum.

Aus der Liege wurde mit ein paar Decken ein waschbarer
Schlafplatz. Und falls er nicht mehr auf die Liege springen
möchte oder vielleicht auch nicht mehr springen kann, gibt
es jetzt einen alten Schafwollteppich auf dem Boden und
ein Kuschelfell neben einem niedrigen Wasserschälchen.

Den neuen Futterplatz, etwa 1m entfernt vom Kuschelfell,
hat er zum Glück auch sofort angenommen.

Nun hoffen wir nur, dass nicht einer der nachtaktiven Nachbars-
kater ihm den Platz streitig macht oder gar einen Streit mit
ihm anfängt. Doch mit seinem neuen Problem ist er bei dem
angenehmen Sommerwetter wohl wirklich besser im großen
Katzenklo aufgehoben ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Suse hat gesagt…

So hat er es sehr gut. Es sind sicherlich schwere Stunden und Tage für Euch. Krault den Kater von mir. Lieber Gruß Suse

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Suse
Das schlimmste am Aussperren ist, dass er doch gerne ins Haus möchte und abends auf dem Rasen sitzt oder frühmorgens unter seiner Eibe am Hauseingang wartet. Da meine Mutter auch nachts wegen meiner Großmutter aufstehen muss, bekommt sie es ja mit und gab ihm gestern sogar um 4 Uhr früh schon Futter, um ihn anschließend wieder vor die Tür zu setzen. Zum Glück ist ja noch Sommer: Nicht mehr zu heiß und auch nur mäßig feucht. Nur er ist jetzt wirklich inkontinent und hinterlässt überall im Haus Spuren.

Und leider haben es jetzt auch noch die Fliegen auf ihn abgesehen. Ein paar Tage hat der Zeckenschutz von Frontline wohl geholfen, da schmeckte er ihnen anscheinend nicht.
Deswegen habe ich gestern schnellnoch ein Katzenshampoo besorgt. Und werde heute zu ihm fahren, damit wir in zumindest teilweise mal mit Shampoo waschen. Warmes Wasser reichte wohl nicht, um die Fliegen abzuhalten - er ist der reinste Fliegenmagnet. Nur dann waschen wir leider wohl auch seinen Floh- & Zeckenschutz weg. Aber ein Zeckenhalsband hat jetzt auch eine viel zu hohe Dosis für das geschwächte Tier. Schon früher musste er sich mal übergeben, als er ein neues Ungeziefer-Halsband bekam. Und außerdem besteht ja inzwischen auch die Gefahr, dass er, wenn er sich in die letzte Ecke unter den Büschen verkriecht, dort mit dem Band hängenbleibt.

Dafür, dass bei der heftigen Maulinfektion um Ostern herum ein Herzgeräusch bei ihm festgestellt wurde, was da nicht hingehört, scheint leider gerade sein Herz jetzt noch kräftig zu sein. Inzwischen wünsche ich ihm, dass er friedlich unter seinen Büschen einschlafen kann.
Es wäre schade, wenn ich ihn am Montag zum Tierarzt bringe und dort festegestellt wird, dass er dort statt seiner zweiten Antibiotika-Spritze besser die 'erlösenden' 2 Spritzen bekommen soll. Den Weg würde ich ihm dann gerne ersparen ...

Kleine-creative-Welt hat gesagt…

es ist echt besch... - solche Situationen sollte es gar nicht geben - aber wir müssen sie hinnehmen - ich kann halt so schlecht jemand leiden sehen - sie können doch nichts sagen - ich würde Rei so gerne erklären, dass....
ach Mann - was machst du denn im Winter? Ist es da nicht zu kalt für ihn?
lg. Ruth

Suse hat gesagt…

Ich habe mir auch immer gewünscht, das meine Tiere einfach einschlafen. Leider ist es aber nie so gewesen. Als Besitzer weiß man immer selbst am besten, wenn die Zeit gekommen ist, um Abschied zu nehmen. Ein guter Tierarzt hilft auch dabei diese Entscheidung zu treffen. Alles Gute. Suse

Brigitte hat gesagt…

Liebe Silke, eine sehr schwierige Zeit, für das Katerchen und für euch! Hoffen wir, dass er einschlafen darf.

Lieben Gruss, Brigitte

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Ruth
In diesen Tagen würde ich den Kater am Liebsten auch fragen, was er will.
Aber auch bei meiner Großmutter wechselt die Stimmung ja fast täglich. An einem Tag sagt sie 'Morgen sterbe ich'. Dann hat sie plötzlich ganz viel Hunger und trinkt wieder freiwillig, lebt wenig später fast tagelang in ihrer Kinderzeit und braucht danach viel Schlaf. Auf und abnach ihrem eigenen Rhytmus.
So ähnlich scheint es nun auch mit dem Kater zu sein. Nur, dass meine Mutter nun mit 2 Pflegefällen umgehen muss. Und beide sie auch noch dazu auch nachts beanspruchen ...

Sollte Situation sollte es gar nicht geben ... Dann heißt das aber auch, besser nur jung und frisch zu sein rechtzeitig abzutreten. Also den Jugendwahn der Werbung zu unterstützen. Und wo ist da die Grenze? Welche Medikamente sind dann noch sinnvoll und welche verlängern unnötig das Leben oder Leiden?

Ich vermute Rei versteht Dich schon. Nur kann sie wahrscheinlich doch auch Deine Gedanken lesen und spürt sicherlich, wie genervt Du bist, wenn Du wieder hinter ihr herputzen musst.
Aber je mehr glückliche Momente ihr miteinander verbringt, umso mehr wird sie auch Deine nähe schätzen.

Ich hätte auch nie geglaubt, dass der Kater sich einfach zwischendurch von mir im Garten streicheln lässt, ich ihn kurz auf den Arm nehmen kann, und er mir schon nach wenigen Minuten den Tierarzt-Besuch verziehen hat.

Ich war mir nach den letzten Tagen und den Schilderungen meiner Mutter ziemlich sicher, dass sich das Problem nicht stellt. Nun scheint er jedoch ein ähnliches 'Stehaufmännchen' wie meine Großmutter zu sein - es gibt gute, schlechte und sehr schlechte Tage ...
Gestern haben wir überlegt, dass mein Kinderzimmer, das zur Zeit ja ohnehin seit einigen Jahren eh' nur noch Dekolager ist und im Winter zusätzlich ein paar Gartenkübelpflanzen beherbergt zur Not Katerzimmer wird - auch jetzt schon. Da lag er nämlich immer sehr gern auf dem Teppich in der Mittagssonne, als er im Frühjahr krank war. Der Fußboden ist eh hin und im Winter ist der Raum nur wenig temperiert, da kann dann notfalls auch ein Katzenklo stehen ...
Aber nun bin ich ja erst einmal gespannt, ob er nachts überhaupt wieder im Haus schlafen möchte!

@ Suse
Bis jetzt haben beide Tierärztinnen, die ihn in letzter Zeit behandelten, aber noch nicht dazu geraten. Es kann plötzlich sehr schnell gehen, wenn wieder etwas dazu kommt, was ihn zusätzlich schwächt. Vielleicht ja demnächst eine Erkältung, da er kalte & feuchte Liegeplätze bevorzugt und auch im Regen unter den Büschen liegt. Aber das ist dann eben Natur. Er ist ja kein Kater, der immer drinnen gelebt hat, total verhätschelt wurde und nun plötzlich vor die Tür gesetzt wurde. In gewisser Weise ist er ja auch ein kleiner Naturbursche mit Instinkten. Von daher hoffe ich, dass er selbst weiß, was gut für ihn ist ...

@ Brigitte
Jeder Tag, an dem er noch etwas Freude am Leben hat oder Kampfgeist beweist, den versuchen wir ihm so angenehm wie möglich zu gestalten. Aber wenn er die Lust am Leben verliert, dann darf er sich auch zurückziehen. Einsperren werden wir ihn 'zu seinem Besten' wohl nicht mehr ...

renate hat gesagt…

Einach nur ganz liebe Gedanken - die Erinnerungen an Fritzchen wecken...

Sehr berührende Fotos!

renate hat gesagt…

Noch ein kleiner Gruß - wenn du den kleinen Kerl im Arm hast, flüstere ihm doch bitte ganz liebe Grüße von mir ins Öhrchen.

Sehr melancholisch und berührt - Renate

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Renate
Mal schauen, ob ich ihn in nach der Katerwäsche dann noch hochnehmen darf ...