Samstag, 13. August 1994

Kleiner Kater in einer neuen Welt ...


Da saß er nun im Wohnzimmer meiner Großmutter:

Ohne Mutter und Geschwister, plötzlich in ein vollkommen fremdes
Weidenkörbchen verfrachtet, dann die zwei ungewohnten Auto-
fahrten und noch dazu die ganz neue Umgebung. Und wir konnten
uns im Vorfeld ja auch nicht richtig kennenlernen. Auch wenn ich
ihn gleich im Auto aus seinem Körbchen holte, auf meinen Schoß
setzte und streichelte, so war sein kleines Katerleben innerhalb
weniger Stunden total verändert. Das brachte seinen Magen ver-
ständlicherweise ordentlich durcheinander, und er reagierte bald
darauf mit etwas Durchfall.

Aber durch Spielen war sein Herz bald zu gewinnen. Und während er
spielte und immer mehr von seiner neuen Welt erkundete, eroberte
er auch das Herz meiner Großmutter.

Ihr banden wir einen Bären auf - oder eher ein Bärchen, denn das
war der Name in seinem Impfpass: Da gab es eine wilde Story von
einem Freund dessen elterlicher Bauernhof in Ostfriesland an einer
sehr befahren Straße liegt, wo junge Katzen ganz oft überfahren
werden. Und da dieser Freund wußte, dass wir mit einem Kätzchen
überlegten, hatte er uns diesen Kater einfach mitgebracht. Zum
Glück hinterfragte meine Großmutter die Geschichte nicht weiter!

Eigentlich hatte ich damals vor ein älteres Tier für meine Großmutter
und Mutter als Ersatz für unseren Ende der 80er verstorbenen Kater
Bibi aus dem Tierheim zu holen. Da aber beide immer wieder sagten,
dass sie keine Katze mehr wollten, hätten wir notfalls das Tier dann
bei uns in der Wohnung aufgenommen. Leider kam ich unter den
ehrlich geschilderten Umständen damals noch nicht einmal in die
Nähe des Katzenhauses im braunschweiger Tierheim. Also war es
in diesem Fall nur möglich ein Jungtier zu besorgen, damit meine
Großmutter wieder etwas zum Betüddeln hatte.

Aber dieser kleine Kerl blieb nun die nächsten 2 Wochen vorerst
in unserer Nähe. Wolfgang kam sogar jeden Abend nach der Arbeit
extra aus Hannover nach Braunschweig, um mit dem kleinen Katertier
zu spielen. Tieger lernte in dieser Zeit sogar kleine Fellmäuse, die
die Kellertreppe hinuntergeworfen wurden zu apportieren. Und in
diesen 2 Wochen drehte sich alles nur noch um den Kater.

Selbstverständlich schlief der kleine Kerl vom ersten Tag an bei uns
im Bett. Kaum vorstellbar, dass Bibi damals, nachdem ich ihn den
ganzen Tag mit mir umhertrug, und er dann unbedingt am späten
Nachmittag mit nach Hause musste, abends um 8 Uhr einfach in den
Keller gesperrt wurde!

Bei Tieger war nun alles anders: Ein richtiges Katzenklo und keine
alte Holzkiste mit Zeitungspapier & Torf, neue Kuscheltücher statt
ausrangierter Wolldecken, reichlich Spielzeug und Katzenkinder-
futter. Als meine Mutter aus dem Urlaub kam, fand sie einen perfekt
ausgestatteten
kleinen Kuschelkater vor ...

Foto: SchneiderHein


Kommentare:

Petra hat gesagt…

Och, der war ja auch als kleines Katertier unheimlich süß.
Sowas Süßes gibt man ja nicht mehr ab :-)
Manche Katzen verändern ihr Aussehen ja noch, aber ihn erkennt man dann 16 Jahre später im Seniorenalter auf den Bildern doch recht gut wieder.
Ich sag ja immer: Wie schön das es Fotos gibt....

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Petra
Darum wurde es ja in auch in den ersten Monaten eine Wochenendbeziehung! Nur hätten wir ihn dann vielleicht lieber nicht so schnell in den Garten lassen sollen. Denn nach ein paar Gartenspaziergängen an dem eigens für ihn aus Geschenkbändern gebastelten Katzengeschirr (er war nämlich so winzig, dass er unter einem normalen Katzenbaby-Geschirr durchhing), fand er unsere 58qm in Hannover viel zu klein. Da mussten wir ihm am Wochenende schon einiges an Spass & Spiel bieten. Leider waren auch die 45 Minuten Autofahrt jedes Mal eine Herrausforderung. Er eignete sich leider überhaupt nicht zum Reisekater, so dass wir es leider nach ein paar Versuchen aufgaben. Aber mit Haus & Garten konnten wir ja auch nicht konkurrieren!

Von meinem ersten Kater gibt es leider nur sehr wenige Fotos. Und da bin ich dann meistens auch die Hauptperson auf dem Bild. Daswar bei klein Katze schon anders. Der hat ein dickes Fotoalbum bis zum 5. Lebensjahr und ein schmaleres bis zum Beginn des Digitalen Zeitalters. Daraus werde ich irgendwann noch ein paar Bilder für den Blog abfotografieren ...

FrauZwitscher hat gesagt…

Moaarr.. zuckersüß der kleine Mann :-)